Bundeswehr, Ukraine-Unterstützung

Ukraine-Übung: Bundeswehr schickt zehn Stabsoffiziere und A400M

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Bundeswehr unterstützt das erste Manöver der Ukraine-Verbündeten mit Führungs-, Luftbetankungs- und Logistikfähigkeiten. Die Übung soll im November die Einsatzbereitschaft der multinationalen Truppe erproben.

Deutscher Beitrag zur November-Übung

  • Die Bundeswehr beteiligt sich mit rund zehn Stabsoffizieren an Koalicja 2026.
  • Bis zu zwei A400M sollen von Deutschland aus zur Luftbetankung eingesetzt werden.
  • Das Manöver findet in Polen, über Rumänien und im westlichen Schwarzen Meer statt.
Deutsche Flugzeuge sollen bei dem Manöver für die Luftbetankung sorgen. (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa

Bundeswehr unterstützt Ukraine-Übung mit Stabsoffizieren und A400M

Die Bundeswehr wird sich im November mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und Logistik an der ersten Militärübung der «Koalition der Willigen» zur Unterstützung der Ukraine beteiligen. Das Manöver «Koalicja 2026» findet in Polen, im Luftraum über Rumänien und im westlichen Schwarzen Meer statt.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, Deutschland nehme als Zeichen der Geschlossenheit mit seinen Partnern teil.

Bis zu zwei A400M für die Luftbetankung

Nach Angaben des Ministeriums stellt die Bundeswehr neben den Stabsoffizieren bis zu zwei Transportflugzeuge des Typs A400M zur Verfügung. Die Maschinen sollen von Deutschland aus operieren und bei der Luftbetankung eingesetzt werden.

Deutschland unterstützt außerdem die Verlegung von Truppen in das Übungsgebiet mit logistischen Leistungen. Wie viele Soldaten insgesamt an dem Manöver teilnehmen, ist noch offen.

Truppe soll möglichen Waffenstillstand absichern

Bei der Übung wird erstmals die Einsatzfähigkeit der multinationalen Truppe getestet. Sie wird derzeit unter Führung Frankreichs und Großbritanniens aufgebaut, um einen möglichen Waffenstillstand mit Russland abzusichern.

Der «Koalition der Willigen» gehören etwa 35 Staaten an. Die Bildung der Truppe war im Dezember 2025 bei einem Ukraine-Gipfel in Berlin beschlossen worden.

Deutschland entscheidet später über Umfang

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die Truppe Mitte Juli für einsatzfähig erklärt und für den Herbst erste Manöver in den Nachbarländern der Ukraine angekündigt. Deutschland hatte sich nach anfänglichem Zögern zur Teilnahme bereit erklärt.

Über Art und Umfang eines deutschen Beitrags zu der multinationalen Truppe sollen Bundesregierung und Bundestag entscheiden. Die Teilnahme an der November-Übung legt diesen späteren Beitrag nicht fest.

Angaben zur Truppenstärke bleiben offen

Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting hatte Mitte Oktober von Tausenden Soldaten gesprochen. Die britische «Times» nannte zuletzt 1.500 französische, britische und deutsche Soldaten neben polnischen Truppen; eine Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor.

Die Übung fällt in eine Phase, in der die Verbündeten der Ukraine ihre militärische Zusammenarbeit für den Fall eines Waffenstillstands konkretisieren. Mit rund 35 beteiligten Staaten ist die Koalition politisch breit aufgestellt; das Manöver soll erstmals zeigen, ob sich diese Struktur praktisch koordinieren lässt.

Der deutsche Beitrag verbindet Führungsunterstützung, Luftbetankung und Logistik. Die rund zehn Stabsoffiziere sollen an der multinationalen Planung mitwirken, während bis zu zwei A400M die Reichweite und Beweglichkeit beteiligter Kräfte unterstützen können. Eine Entscheidung über einen tatsächlichen Einsatz deutscher Soldaten nach einem Waffenstillstand ist damit nicht verbunden.

Schwarzes Meer als sicherheitspolitischer Schwerpunkt

Das Übungsgebiet reicht vom polnischen Territorium über den rumänischen Luftraum bis in das westliche Schwarze Meer. Diese Verbindung macht deutlich, dass ein möglicher Einsatz nicht auf ein einzelnes Land begrenzt wäre, sondern unterschiedliche Räume, nationale Zuständigkeiten und Transportwege zusammenführen müsste.

Die jüngsten Risiken für Schiffe vor der rumänischen Küste unterstreichen die Bedeutung des Schwarzmeerraums für Sicherheit und Logistik. Eine verstärkte Überwachung durch die NATO wurde nach mehreren Vorfällen angekündigt. Für Deutschland bleibt neben der militärischen Leistungsfähigkeit die politische Frage entscheidend, welchen Umfang ein späterer Beitrag haben dürfte und welche Zustimmung dafür erforderlich wäre.

Erster Praxistest der neuen Struktur

Die November-Übung ist deshalb vor allem ein Test für Führungsfähigkeit, Verlegung und Zusammenarbeit. Die noch offene Gesamtstärke des Manövers zeigt zugleich, dass die Einsatzplanung weiter ausgearbeitet wird. Die von Großbritannien genannte Größenordnung von Tausenden Soldaten und eine Medienangabe von 1.500 beteiligten französischen, britischen und deutschen Soldaten sind bislang nicht bestätigt.

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