Selenskyj, TruppenprÀsenz

Selenskyj: Auch TruppenprÀsenz im russischen Gebiet Belgorod

07.04.2025 - 23:29:20

Ukrainische Truppen sind PrÀsident Selenskyj zufolge nicht nur im russischen Gebiet Kursk, sondern auch in die Nachbarregion Belgorod eingedrungen. Er erzÀhlt das erstmals und erklÀrt das Ziel.

  • Ukrainische Truppen sind nach Angaben von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj auch in das russische Gebiet Belgorod eingedrungen. (Archivbild) - Foto: Vadim Ghirda/AP/dpa

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  • Die Ukraine bringt den russischen Raketenschlag gegen Kinder und Jugendliche nun vor den UN-Sicherheitsrat. - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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Ukrainische Truppen sind nach Angaben von PrÀsident Wolodymyr Selenskyj auch in das russische Gebiet Belgorod eingedrungen. (Archivbild) - Foto: Vadim Ghirda/AP/dpaDie Ukraine bringt den russischen Raketenschlag gegen Kinder und Jugendliche nun vor den UN-Sicherheitsrat. - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Die ukrainischen StreitkrĂ€fte halten laut PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj neben den Teilen der russischen Region Kursk nun auch Stellungen in der benachbarten Region Belgorod. «Wir fĂŒhren aktive Operationen in den Grenzregionen auf dem Gebiet des Feindes aus», sagte der Staatschef in seiner abendlichen in Kiew verbreiteten Videobotschaft. Es war die erste offizielle BestĂ€tigung dazu von ihm. «Der Krieg muss dorthin zurĂŒckkehren, woher er gekommen ist», erklĂ€rte er.

Von russischer Seite gibt es keine BestĂ€tigung dafĂŒr, dass ukrainische Truppen in das Gebiet Belgorod eingedrungen sind. Allerdings hat die Gebietsverwaltung in Belgorod dort teils die Kontrolle verloren, seit grenznahe Teile von ukrainischer Seite beschossen werden. Zudem waren dort in der Vergangenheit auf ukrainischer Seite kĂ€mpfende Russen eingedrungen.

Kiew: Operationen auf Feindgebiet zum Schutz eigener Regionen

Das wÀre nach dem Eindringen der ukrainischen Truppen im Gebiet Kursk Anfang August ein neuer erfolgreicher Nadelstich Kiews gegen Russland, das Kremlchef Wladimir Putin gern als unverwundbar darstellt.

Wie bei der Operation in Raum Kursk gehe es weiter darum, ukrainische Gebiete zu schĂŒtzen, sagte Selenskyj - und nannte konkret die Grenzregionen Charkiw und Sumy. Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj habe ihn ĂŒber diese AktivitĂ€ten entlang der Grenzlinie auf Feindgebiet unterrichtet, sagte Selenskyj. Er dankte den Soldaten fĂŒr ihren Mut und ihren Widerstand; schon mit der Kursk-Offensive hĂ€tten sie es geschafft, den russischen Druck an anderen Teilen der Front zu schwĂ€chen, besonders im Gebiet Donezk.

Russland sprach von erfolgreicher Abwehr

Die ukrainische Seite hatte den Vorstoß in das Gebiet Belgorod bisher nicht kommentiert. Das russische Verteidigungsministerium informierte ĂŒber angeblich abgewehrte Angriffe. Moskauer MilitĂ€rbeobachter hatten zuletzt berichtet, die Russen hĂ€tten im Grenzgebiet Belgorod einen eigenen Damm mit einer Fliegerbombe zerstört - bei dem Dorf Popowka nur wenige Hundert Meter von der ukrainischen Grenze entfernt. Damit sollte der Einsatz von schwerer ukrainischer Panzertechnik verhindert werden. 

In der benachbarten Region Kursk hatten ukrainische Einheiten monatelang ein grĂ¶ĂŸeres Gebiet kontrolliert, mussten sich aber zuletzt weitgehend zurĂŒckziehen. Westliche Beobachter sehen das Eindringen der ukrainischen StreitkrĂ€fte auf russischer Seite kritisch, weil damit Ressourcen an anderen wichtigen Abschnitten der Front fehlen.

Selenskyj kĂŒndigt neue SchlĂ€ge weitreichender Drohnen an

Selenskyj betonte, es sei absolut wichtig, russische AusrĂŒstung und die Logistik der Besatzer zu zerstören. Zugleich kĂŒndigte er neue SchlĂ€ge im russischen Hinterland mit reichweitenstarken Drohnen an. Hier gebe es eine positive Dynamik. «Ich kann keine konkreten Zahlen nennen, aber in diesem Jahr werden wir unsere VerteidigungskrĂ€fte mit dem nötigen Umfang ausstatten», sagte er.

Selenskyj dankte den Unternehmen, die diese Flugobjekte entwickelten. Seit Anfang des Jahres seien mehr als 20 neue Modelle von Glasfaserdrohnen zertifiziert worden. Diese Drohnen gelten als unempfindlich gegen Störsender. Auch Russland setzt solche Flugobjekte ein, um die elektronische Flugabwehr der Ukraine zu umgehen.

Trump: Russland bombardiert Ukraine «wie verrĂŒckt»

US-PrĂ€sident Donald Trump kritisierte indes die vielen Angriffe Russlands auf die Ukraine mit scharfen Worten. Er sei nicht glĂŒcklich ĂŒber das, was zurzeit passiere: «Denn sie bombardieren im Moment wie verrĂŒckt», sagte Trump in seinem BĂŒro im Weißen Haus. «Das ist keine gute Situation», fĂŒgte er mit Blick auf das russische Vorgehen hinzu. 

«Ich bin nicht glĂŒcklich ĂŒber die ganzen Bombardierungen, die es in der letzten Woche gegeben hat, schrecklich, es ist schrecklich.» Trump will ein Ende des russischen Angriffskrieges in der Ukraine erreichen, der vor mehr als drei Jahren begann. 

Die USA hatten in GesprÀchen mit Russland und der Ukraine verschiedene Modelle von Feuerpausen vorgeschlagen, zu denen Moskau aber Vorbedingungen stellt. Russland hÀlt sich nach eigenen Angaben nur an einen Stopp von Angriffen auf Energieanlagen. Allerdings haben seitdem die Attacken auf WohnhÀuser und andere zivile Objekte zugenommen. In der Stadt Krywyj Rih starben bei einem Raketenangriff und seinen Folgen 20 Menschen, darunter 9 Kinder und Jugendliche.

Kiew bringt Raketenschlag gegen Kinder vor UN-Sicherheitsrat

Die Ukraine hat nach dem Tod der Kinder und Jugendlichen bei dem Raketenschlag fĂŒr diesen Dienstag eine Dringlichkeitssitzung vor dem UN-Sicherheitsrat anberaumt. Es sei die grĂ¶ĂŸte Zahl an Kindern, die bei einem einzelnen Schlag seit Kriegsbeginn 2022 getötet wurde, teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit. 

Er warf Russland vor, einen Sprengkopf mit Streumunition eingesetzt zu haben, um eine möglichst hohe Opferzahl auf einem Spielplatz zu erreichen. «Es braucht eine klare internationale Antwort auf die russischen GrĂ€ueltaten. Solcher Terror sollte niemals normal werden», sagte der Minister. Er habe auch mit der geschĂ€ftsfĂŒhrenden Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) ĂŒber den Mord an den Kindern gesprochen. Die Kollegin habe ihr Beileid bekundet. «Ich danke Deutschland und persönlich Annalena fĂŒr all die UnterstĂŒtzung», sagte Sybiha.

Russland mĂŒsse seine Angriffe auf Kinder und Zivilisten beenden und auf den US-Vorschlag einer umfassenden Waffenruhe eingehen, forderte Sybiha. Die Ukraine habe einer solchen Waffenruhe zugestimmt, um den Krieg zu beenden.

Russland weist VorwĂŒrfe zurĂŒck

Nach dem schweren Raketentreffer im SĂŒdosten der Ukraine behauptete Kremlsprecher Dmitri Peskow, es wĂŒrden keine SchlĂ€ge gegen soziale Infrastruktur ausgefĂŒhrt. Moskau hatte von einem «HochprĂ€zisionsschlag» gegen eine Versammlung von MilitĂ€rs gesprochen. Auf den von ukrainischer Seite veröffentlichten Bildern vom Ort des Angriffs sind keine Hinweise auf militĂ€rische Ziele zu sehen.

@ dpa.de