Biden: USA und China nehmen MilitÀr-Kommunikation wieder auf
16.11.2023 - 02:43:24Nach lĂ€ngerer Funkstille wollen die USA und China die Kommunikation zwischen den StreitkrĂ€ften beider LĂ€nder wiederaufnehmen. Das kĂŒndigte US-PrĂ€sident Joe Biden nach einem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jingping in Woodside sĂŒdlich von San Francisco an. Der Schritt sei von «entscheidender Bedeutung», sagte Biden. Ohne Austausch könne es zu UnfĂ€llen und MissverstĂ€ndnissen kommen.
Geplant sei nun unter anderem, dass US-Verteidigungsminister Lloyd Austin seinen chinesischen Kollegen treffen werde, hieĂ es der mitreisenden Presse zufolge aus dem WeiĂen Haus. AuĂerdem solle es operative GesprĂ€che hochrangiger militĂ€rischer FĂŒhrungspersonen beider LĂ€nder geben. Auch der US-Befehlshaber der Pazifischen LuftstreitkrĂ€fte werde sich daran beteiligen, hieĂ es weiter. Auch SchiffsfĂŒhrer sollen sich miteinander austauschen.
MissverstÀndnisse und Fehlkalkulationen
Die US-Regierung hatte in den vergangenen Monaten mehrfach beklagt, dass die sonst ĂŒbliche direkte MilitĂ€r-Kommunikation mit China nicht funktioniere und dies zu gefĂ€hrlichen MissverstĂ€ndnissen und Fehlkalkulationen fĂŒhren könnte. Peking hatte zum Beispiel GesprĂ€chswĂŒnsche auf Ebene der Verteidigungsminister ausgeschlagen.
Washington hatte wiederholt gemahnt, zur verantwortungsvollen Steuerung der Beziehungen sei die Kommunikation zwischen dem MilitÀr beider LÀnder von entscheidender Bedeutung. Die Chinesen hÀtten diese Kommunikationsverbindungen im Grunde gekappt, was Gefahren berge.
AnnÀherung auf verschiedenen Ebenen
In Vorbereitung auf das Treffen von Biden und Xi hatten sich beide LĂ€nder zuletzt wieder um eine AnnĂ€herung auf verschiedenen Ebenen bemĂŒht, unter anderem durch diverse Treffen hochrangiger amerikanischer und chinesischer Regierungsmitglieder. Auch auf militĂ€rischer Ebene kamen sich beide Seiten beim Xiangshan Forum Ende Oktober wieder nĂ€her.
Nach monatelanger Funkstille reiste eine US-Delegation zu dem Sicherheitsdialog nach Peking, der quasi eine chinesische Ausgabe der MĂŒnchener Sicherheitskonferenz fĂŒr den Asien-Pazifik-Raum ist. Chinas zweithöchster Befehlshaber im MilitĂ€r zeigte sich dort offen, wieder mit der US-Seite zu sprechen.
Spannungen im Indopazifik
Das ist auch von Bedeutung angesichts von Spannungen im Indopazifik. GroĂes Konfliktpotenzial zwischen den USA und China birgt etwa das Thema Taiwan. Die Inselrepublik, die nur durch eine Meerenge von China getrennt wird, hat seit Jahrzehnten eine demokratische Regierung. China sieht das Land mit mehr als 23 Millionen Einwohnern jedoch als Teil seines Territoriums an.
Das Gebiet ist immer wieder Schauplatz militĂ€rischer Machtdemonstrationen. Es gibt Sorge, dass China in Taiwan einmarschieren könnte wie Russland in die Ukraine. Biden hatte Taiwan fĂŒr einen solchen Fall militĂ€rische UnterstĂŒtzung auch durch US-Truppen zugesichert. Peking wiederum verbat sich in der Vergangenheit stets jede «Einmischung» der USA in innere Angelegenheiten. Das schĂŒrte Ăngste, dass der Welt womöglich der nĂ€chste groĂe internationale Konflikt bevorstehen könnte.


