Aserbaidschan, Aliyev

Aserbaidschan: Aliyev lÀsst sich als Wahlsieger prÀsentieren

07.02.2024 - 19:06:44

Um nach der Eroberung Karabachs seine Macht abzusichern, ließ der autoritĂ€re Ilham Aliyev in Aserbaidschan extra seine Wiederwahl vorziehen. Nun lĂ€sst er sich wie erwartet als haushoher Sieger feiern.

  • Staatschef Ilham Aliyev (M) mit seiner Familie. - Foto: Azerbaijani Presidential Press Office/AP/dpa

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  • Die Wiederwahl des amtierenden PrĂ€sidenten Aliyev galt bereits im Vorfeld als sicher. - Foto: Uncredited/AP/dpa

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Staatschef Ilham Aliyev (M) mit seiner Familie. - Foto: Azerbaijani Presidential Press Office/AP/dpaDie Wiederwahl des amtierenden PrÀsidenten Aliyev galt bereits im Vorfeld als sicher. - Foto: Uncredited/AP/dpa

Im autoritĂ€r gefĂŒhrten Aserbaidschan ist Amtsinhaber Ilham Aliyev erwartungsgemĂ€ĂŸ als haushoher Sieger der vorgezogenen PrĂ€sidentenwahl prĂ€sentiert worden. Aserbaidschanische Staatsmedien veröffentlichten nach Schließung der mehr als 6500 Wahllokale im Land angebliche Wahltagsbefragungen, denen zufolge auf Aliyev zwischen 92,4 und 93,9 Prozent der Stimmen entfallen sein sollen.

Die Abstimmung vom Mittwoch sichert Aliyev weitere sieben Jahre an der Spitze der ölreichen SĂŒdkaukasus-Republik am Kaspischen Meer. Kritischen Beobachtern zufolge war der Urnengang angesichts von starken Repressionen allerdings weder frei noch fair.

So wurde etwa kritisiert, dass der 62 Jahre alte Aliyev, der das PrĂ€sidentenamt im Jahr 2003 von seinem Vater Heydar Aliyev ĂŒbernommen hatte, bei dieser Abstimmung keinen ernstzunehmenden Konkurrenten hatte. Alle sechs Gegenkandidaten galten nicht nur von vornherein als komplett chancenlos, sondern unterstĂŒtzen Aliyev sogar öffentlich.

Opposition boykottiert die Wahl

Aus Protest boykottierten die beiden wichtigsten Oppositionsparteien die Wahl, zu der mehr als sechs Millionen Menschen aufgerufen waren und die Aliyev nun weitere sieben Jahre an der Spitze des Landes sichert. Menschenrechtler kritisierten zudem, dass in den vergangenen Monaten zahlreiche unabhÀngige Journalisten und ein bekannter Oppositionspolitiker festgenommen worden waren.

Aliyev hatte die Wahl, die eigentlich erst fĂŒr 2025 geplant war, fĂŒr viele ĂŒberraschend vorgezogen. Offiziell begrĂŒndete er den Schritt damit, dass der PrĂ€sident nach der Eroberung der Konfliktregion Berg-Karabach im vergangenen Herbst eine neue Legitimierung brauche. Politische Beobachter gehen jedoch eher davon aus, dass der autoritĂ€re PrĂ€sident mit dem Karabach-Triumph im RĂŒcken jetzt vor allem schnell seine Macht absichern wolle, bevor die Unzufriedenheit in der Gesellschaft ĂŒber Probleme wie die hohe soziale Ungleichheit und grassierende Korruption weiter zunehmen.

Berg-Karabach liegt zwar auf aserbaidschanischem Staatsgebiet, wurde aber bis vor einigen Monaten mehrheitlich von ethnischen Armeniern bewohnt. Jahrzehntelang war Karabach zwischen den beiden benachbarten Ex-Sowjetrepubliken umkÀmpft. Durch die Angriffe der aserbaidschanischen Armee flohen mehr als 100.000 Karabach-Armenier. Armenien warf Aserbaidschan Vertreibung und «ethnische SÀuberung» vor.

@ dpa.de