UN-Generaldebatte, Iran-Krieg

UN-Generaldebatte: Guterres fordert Ende des Iran-Kriegs – Trump verteidigt MilitĂ€reinsatz

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 16:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

UN-GeneralsekretÀr António Guterres hat bei seiner letzten UN-Generaldebatte ein Ende der Gewalt im Nahen Osten gefordert. US-PrÀsident Donald Trump verteidigte zugleich den Iran-Krieg und plante GesprÀche mit Vertretern der Golfstaaten sowie mit dem ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj.

  • UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres bei seiner letzten großen Rede in einer Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. - Bild: Seth Wenig/AP/dpa
    UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres bei seiner letzten großen Rede in einer Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. - Bild: Seth Wenig/AP/dpa
  • US-PrĂ€sident Donald Trump trifft zu seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York ein. - Bild: Stefan Jeremiah/FR171756 AP/AP/dpa
    US-PrÀsident Donald Trump trifft zu seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York ein. - Bild: Stefan Jeremiah/FR171756 AP/AP/dpa
  • Der iranische PrĂ€sident Massud Peseschkian vor seinem Abflug zur UN-Vollversammlung in New York. - Bild: Uncredited/Iranian Presidency Office/AP/dpa
    Der iranische PrÀsident Massud Peseschkian vor seinem Abflug zur UN-Vollversammlung in New York. - Bild: Uncredited/Iranian Presidency Office/AP/dpa
  • Außenminister Johann Wadephul (CDU) in der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Außenminister Johann Wadephul (CDU) in der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. - Bild: Michael Kappeler/dpa
UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres bei seiner letzten großen Rede in einer Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. - Bild: Seth Wenig/AP/dpa US-PrĂ€sident Donald Trump trifft zu seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York ein. - Bild: Stefan Jeremiah/FR171756 AP/AP/dpa Der iranische PrĂ€sident Massud Peseschkian vor seinem Abflug zur UN-Vollversammlung in New York. - Bild: Uncredited/Iranian Presidency Office/AP/dpa Außenminister Johann Wadephul (CDU) in der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. - Bild: Michael Kappeler/dpa

UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres hat bei seiner letzten Generaldebatte vor dem Ende seiner Amtszeit ein Ende der Gewalt im Nahen Osten gefordert und den Staaten zugerufen: „Genug ist genug“.

Guterres verabschiedet sich mit Appell

Vereinbarte Waffenruhen seien bislang kaum mehr als „weniger Beschuss“ gewesen, sagte Guterres zum Auftakt der UN-Generaldebatte in New York. Die Zivilbevölkerung zahle weiterhin den Preis der Konflikte.

Nach zwei Amtszeiten und rund zehn Jahren im Amt verabschiedete ein großer Teil der Anwesenden den UN-GeneralsekretĂ€r mit stehendem Applaus. Bis zum kommenden Montag wollen rund 120 Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche Außenminister sprechen; am Sonntag ist eine Pause vorgesehen.

Trump verteidigt Iran-Krieg

US-PrĂ€sident Donald Trump verteidigte vor der Vollversammlung den Krieg gegen Iran. Iran sei „der Tyrann des Nahen Ostens“ gewesen, sagte Trump; das sei nun nicht mehr der Fall. Er werde niemals zulassen, dass Iran eine Atomwaffe besitze.

Nach seiner Rede wollte Trump Vertreter der Golfstaaten treffen, die von den Folgen des Krieges besonders betroffen sind. Ein Treffen mit dem iranischen PrĂ€sidenten Massud Peseschkian blieb zunĂ€chst offen; US-Außenminister Marco Rubio schloss es nicht aus.

Straße von Hormus als Streitpunkt

Im Zentrum des Streits zwischen Washington und Teheran steht die Kontrolle der Straße von Hormus. Iran brachte den Schiffsverkehr in der fĂŒr den internationalen Ölhandel wichtigen Meerenge nach Beginn des Krieges durch Drohungen und Angriffe faktisch zum Erliegen. Weltweit stiegen daraufhin die Öl- und Treibstoffpreise.

Der iranische ParlamentsprÀsident Mohammed Bagher Ghalibaf stellte zugleich einen neuen diplomatischen Anlauf in Aussicht. Diplomatie bedeute keine Kapitulation, sagte er laut iranischen Medienberichten, signalisierte aber keine schnellen ZugestÀndnisse.

GesprÀch mit Selenskyj geplant

Trump wollte sich außerdem mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj treffen. Dabei sollte es unter anderem um eine mögliche Teilwaffenruhe fĂŒr Angriffe auf Energieanlagen und zur See im Krieg mit Russland gehen. Ein Durchbruch wurde nicht erwartet.

Warnung vor Killerrobotern

Guterres forderte in seiner letzten großen Rede vor einer UN-Vollversammlung zudem einen verantwortungsvolleren Umgang mit kĂŒnstlicher Intelligenz. „Killerroboter dĂŒrfen keinen Platz in unserer Zukunft haben“, warnte er.

Die Staaten mit den grĂ¶ĂŸten KI-KapazitĂ€ten sollten gemeinsame Sicherheitsstandards entwickeln, Risiken transparenter machen und unabhĂ€ngige Kontrollmechanismen schaffen, verlangte der UN-GeneralsekretĂ€r.

Streit um Grönland und deutsche Vertretung

Trump wollte nach seiner Rede außerdem eine Einigung im Streit um Grönland prĂ€sentieren. Die USA, DĂ€nemark und Grönland hatten nach langem Konflikt einen Durchbruch angekĂŒndigt. Trump zufolge sichere sich Washington weitreichende Befugnisse und Kontrolle ĂŒber die strategisch wichtige Arktisinsel; die dĂ€nische und grönlĂ€ndische Seite bestĂ€tigten diese Darstellung bislang nicht.

In New York waren zudem Treffen Trumps mit dem britischen Premierminister Andy Burnham und der geschĂ€ftsfĂŒhrenden venezolanischen PrĂ€sidentin Delcy RodrĂ­guez geplant. Deutschland wird von Außenminister Johann Wadephul, Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan vertreten. Kanzler Friedrich Merz sagte seine Reise wegen der Spekulationen ĂŒber einen möglichen Wechsel an der Spitze der Bundesregierung kurzfristig ab.

Letzte UN-Generalversammlung fĂŒr Guterres

AntĂłnio Guterres beendet am 31. Dezember 2026 seine zweite Amtszeit als UN-GeneralsekretĂ€r. Seine Abschiedsrede fĂ€llt in eine Phase, in der mehrere Großkonflikte die HandlungsfĂ€higkeit der Vereinten Nationen und die AutoritĂ€t des Völkerrechts belasten. Der Sicherheitsrat bleibt bei zentralen Krisen durch die Interessen seiner VetomĂ€chte eingeschrĂ€nkt.

Die Straße von Hormus verleiht dem Iran-Krieg eine globale wirtschaftliche Dimension. Durch die Meerenge lĂ€uft normalerweise ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und FlĂŒssiggastransports. Der stark gesunkene Schiffsverkehr erhöht den Druck auf Energiepreise, Versicherungen und Lieferketten; auch Staaten außerhalb des Nahen Ostens können dadurch höhere Kosten spĂŒren.

Diplomatie unter hohem Erwartungsdruck

Die UN-Generaldebatte dient zugleich als diplomatischer Treffpunkt. Rund 120 Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche Außenminister nutzen die Woche fĂŒr bilaterale GesprĂ€che, wĂ€hrend die großen Konflikte auf der offiziellen BĂŒhne nur begrenzt gelöst werden können. FĂŒr die USA und Iran stehen neben politischen Forderungen besonders die Kontrolle der Straße von Hormus und die Frage eines möglichen direkten Austauschs im Mittelpunkt.

FĂŒr Deutschland ĂŒbernimmt Außenminister Johann Wadephul die zentrale Vertretung, nachdem Kanzler Friedrich Merz seine Reise abgesagt hat. Guterres’ Appell zu Waffenruhen und zu verantwortungsvoller kĂŒnstlicher Intelligenz verbindet akute Krisenpolitik mit langfristigen Fragen internationaler Regeln und Kontrolle.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Rede bei UN-Generaldebatte Die große Trump-Show auf der WeltbĂŒhne?“ (22.09.2026)

Der Bericht ordne die UN-Woche als zentrale diplomatische BĂŒhne ein und hebe Trumps geplante Treffen sowie seine Rechtfertigung des Iran-Krieges hervor. Zugleich betone er, Guterres absolviere seine letzte Generalversammlung und die Vereinten Nationen seien bei den großen Konflikten nur eingeschrĂ€nkt als Vermittler handlungsfĂ€hig; die dpa-Meldung setze demgegenĂŒber den Schwerpunkt auf Guterres’ Abschiedsappell und die konkreten GesprĂ€che in New York.

Frankfurter Rundschau: „‚Außenkanzler‘ Merz fehlt erneut bei UN-Generalversammlung in New York“ (21.09.2026)

Der Artikel bestĂ€tige Guterres’ letzte hochrangige UN-Woche und rĂŒcke die institutionellen Folgen der Konflikte in den Vordergrund. Er schreibe, Guterres fordere eine Reform des Sicherheitsrats und mehr Gewicht fĂŒr bisher unterreprĂ€sentierte Staaten; die dpa-Meldung konzentriere sich stĂ€rker auf den Iran-Krieg, die Straße von Hormus und Trumps geplante Treffen.

Beide Berichte stimmten darin ĂŒberein, dass die Generaldebatte von mehreren Krisen und der auslaufenden Amtszeit Guterres’ geprĂ€gt sei. Unterschiedliche Schwerpunkte lĂ€gen bei Trumps internationaler Rolle beziehungsweise bei der Reform der UN-Institutionen.

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