Guterres, Ursachen

UN: Guterres konfrontiert Ursachen fĂŒr mangelnde Nachhaltigkeit

24.09.2024 - 16:42:46

UN-GeneralsekretÀr António Guterres hat zum Auftakt der UN-Generaldebatte in New York die gegenwÀrtige Situation der Weltlage als unnachhaltig bezeichnet und globale Lösungen angemahnt.

"Wir befinden uns in einer Ära epischen Wandels und stehen vor Herausforderungen, wie wir sie noch nie erlebt haben - Herausforderungen, die globale Lösungen erfordern", sagte Guterres vor der UN-Vollversammlung am Dienstag. Der GeneralsekretĂ€r sieht drei zentrale Treiber von unzureichender Nachhaltigkeit. "Eine Welt der Straflosigkeit, in der die Grundlagen des Völkerrechts und der UN-Charta durch VerstĂ¶ĂŸe und MissbrĂ€uche bedroht werden. Eine Welt der Ungleichheit, in der Ungerechtigkeiten und MissstĂ€nde LĂ€nder zu untergraben oder sogar in den Abgrund zu stĂŒrzen drohen. Und eine Welt der Ungewissheit, in der unkontrollierte globale Risiken unsere Zukunft auf unvorhersehbare Weise bedrohen", zĂ€hlte Guterres auf. Ein Zeitalter der Straflosigkeit könne ĂŒberall erlebt werden, so der UN-GeneralsekretĂ€r.

Neben anderen Beispielen, wie der Ukraine, dem Sudan und der Sahelzone, ging er insbesondere auf die sich zuletzt zuspitzende Situation im Libanon ein. "Die Menschen im Libanon, die Menschen in Israel und die Menschen in der Welt können es sich nicht leisten, dass der Libanon zu einem weiteren Gaza wird", sagte Guterres. "Nichts kann die abscheulichen Terrorakte der Hamas vom 7. Oktober oder die Geiselnahme rechtfertigen - beides habe ich wiederholt verurteilt. Und nichts kann die kollektive Bestrafung des palĂ€stinensischen Volkes rechtfertigen. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Tötens und der Zerstörung im Gazastreifen sind beispiellos in meinen Jahren als GeneralsekretĂ€r." Trotz aller Gefahren habe es im Kalten Krieg Regeln gegeben, so Guterres. "Es gab heiße Linien, rote Linien und Leitplanken. Es kann einem so vorkommen, als gĂ€be es das heute nicht mehr", bemĂ€ngelte er. "Wir bewegen uns auf eine multipolare Welt zu, aber wir sind noch nicht am Ziel. Wir befinden uns in einem Fegefeuer der PolaritĂ€t. Und in diesem Fegefeuer fĂŒllen immer mehr LĂ€nder die RĂ€ume der geopolitischen GrĂ€ben und tun, was sie wollen, ohne Rechenschaft abzulegen." Die zunehmende Ungleichheit, die Guterres als zweiten Grund fĂŒr einen unnachhaligen Zustand der Welt verantwortlich hĂ€lt, bezeichnete er als "Schandfleck auf unserem kollektiven Bewusstsein". Ungleichheit sei eine Machtfrage, die historische Wurzeln habe. "Betrachtet man die 75 Ă€rmsten LĂ€nder der Welt, so befindet sich ein Drittel von ihnen heute in einer schlechteren Lage als vor fĂŒnf Jahren", sagte der UN-GeneralsekretĂ€r. "Im gleichen Zeitraum haben die fĂŒnf reichsten MĂ€nner der Welt ihr Vermögen mehr als verdoppelt." Mit Bezug auf den dritten Treiber von Unnachhaltigkeit ging Guterres insbesondere auf die Klimakrise ein. "Extreme Temperaturen, verheerende BrĂ€nde, DĂŒrreperioden und Überschwemmungen sind keine Naturkatastrophen. Es sind menschliche Katastrophen, die zunehmend durch fossile Brennstoffe angeheizt werden", sagte er. "Die Klimagefahren reißen ein Loch in die Haushalte vieler afrikanischer LĂ€nder und kosten bis zu fĂŒnf Prozent des Bruttoinlandsprodukts - jedes Jahr. Und das ist erst der Anfang." Guterres pochte insbesondere auf mehr Investitionen in Wind- und Sonnenenergie. "Erneuerbare Energien erzeugen nicht nur Strom. Sie schaffen ArbeitsplĂ€tze, Wohlstand, Energiesicherheit und fĂŒr Millionen einen Weg aus der Armut", so Guterres. "Eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe ist gewiss. Ein fairer und schneller Übergang dahin ist es nicht. Das liegt in Ihrer Hand", sagte der GeneralsekretĂ€r zu den versammelten Staats- und Regierungschefs der UN-Generalversammlung.

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