Budget, Friedrich Merz

Neuer EU-Ratsvorsitz warnt Merz und Co vor Extrempositionen

02.07.2026 - 18:36:23 | dpa.de

Unbezahlbar und unausgewogen: Kanzler Merz hĂ€lt die aktuellen PlĂ€ne fĂŒr den nĂ€chsten langfristigen EU-Haushalt fĂŒr inakzeptabel. Sind seine Forderungen nach Nachbesserungen haltbar?

Der irische Regierungschef MicheĂĄl Martin (r) muss in den kommenden Monaten im Haushaltsstreit vermitteln. Kanzler Merz gibt sich bislang allerdings nicht besonders kompromissbereit. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
Der irische Regierungschef MicheĂĄl Martin (r) muss in den kommenden Monaten im Haushaltsstreit vermitteln. Kanzler Merz gibt sich bislang allerdings nicht besonders kompromissbereit. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa

Im Streit ĂŒber den nĂ€chsten langfristigen EU-Haushalt warnt der neue irische EU-Ratsvorsitz Deutschland und andere Staaten vor dem Festhalten an Extrempositionen. «Ohne einen Kompromiss wird es keinen Haushalt geben», sagte der irische Regierungschef MicheĂĄl Martin in einer Pressekonferenz zum Start der sechsmonatigen EU-RatsprĂ€sidentschaft seines Landes in Cork.

Im Ringen um den neuen billionenschweren EU-Haushalt hatte Bundeskanzler Friedrich Merz zuvor deutliche KĂŒrzungen gefordert. «Der Vorschlag, den wir zurzeit haben, ist aus deutscher Sicht unbezahlbar und auch unausgewogen», sagte er beim Juni-Gipfel der europĂ€ischen Staats- und Regierungschefs.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters werden in einem internen Papier der Bundesregierung 400 Milliarden Euro als GrĂ¶ĂŸenordnung fĂŒr notwendige KĂŒrzungen genannt. Dies wĂŒrde einem Minus von etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorschlag der EU-Kommission entsprechen. Dieser sieht in aktuellen Preisen ein Budget in Höhe von 1,98 Billionen Euro fĂŒr die Jahre 2028 bis Ende 2034 vor - inflationsbereinigt sind es rund 1,76 Billionen Euro (zu Preisen von 2025).

Das Geld soll unter anderem in Projekte fĂŒr eine StĂ€rkung der WettbewerbsfĂ€higkeit der europĂ€ischen Wirtschaft fließen und Landwirte und einkommensschwache Regionen unterstĂŒtzen.

Irland erwartet sehr schwierige GesprÀche

Irlands Regierungschef Martin sagte nun in der Pressekonferenz, er erwarte eine «sehr, sehr harte Verhandlung» und sprach von «diametral entgegengesetzten Positionen» einiger grĂ¶ĂŸerer Mitgliedstaaten bei der Frage, ob der Haushalt höher oder niedriger ausfallen solle oder ob Schuldeninstrumente eingesetzt werden sollen. Als offen fĂŒr umfangreiche neue EU-Schulden gelten beispielsweise Frankreich und Italien - Deutschland lehnt sie kategorisch ab.

Irland will eigentlich bis Jahresende eine EU-Einigung ĂŒber den nĂ€chsten langfristigen Haushalt erzielen.

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