US-Börsen: Nasdaq 100 verliert 6,3 Prozent nach Midterms
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 22:23 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSWahlfolgen für Wall Street und Rohstoffe
- Die Demokraten gewannen die US-Zwischenwahlen und verloren dadurch ausgelöste Börsengewinne am Donnerstag wieder.
- In mindestens 40 Wahlbezirken aus 10 Bundesstaaten standen Moratorien oder Beschränkungen für Rechenzentren zur Abstimmung.
- Eine Feinunze Gold kostete am Abend 4.084 US-Dollar, während Brent-Öl bei 98,55 US-Dollar je Fass lag.
US-Indizes verlieren nach Zwischenwahlen deutlich
Die US-Börsen haben am Donnerstag kräftig nachgelassen. Der Dow wurde zum Handelsende in New York mit 51.523 Punkten berechnet und verlor 3,4 Prozent.
Technologiewerte besonders stark unter Druck
Der S&P 500 lag wenige Minuten zuvor mit rund 7.354 Punkten 4,4 Prozent im Minus. Der Nasdaq 100 wurde zu diesem Zeitpunkt mit rund 26.630 Punkten berechnet und verlor 6,3 Prozent.
Damit gingen die Zugewinne nach dem Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen wieder verloren. Besonders stark standen Aktien von Unternehmen unter Druck, die zuvor vom Hype um KĂĽnstliche Intelligenz profitiert hatten.
Widerstand gegen neue Rechenzentren
Bei den Wahlen erwies sich KI nach einer CNBC-Umfrage für die Mehrheit der Befragten als entscheidender Faktor für die Wahlentscheidung. In mindestens 40 Wahlbezirken in zehn Bundesstaaten stimmten die Wähler über konkrete Moratorien für Rechenzentren ab.
Fast überall votierten sie für Beschränkungen oder gegen Erleichterungen beim Bau solcher Anlagen. Am Freitag sprachen sich mehrere Abgeordnete, darunter Bernie Sanders, für ein nationales Moratorium für KI-Rechenzentren aus.
Gold und Ă–l steigen
Die europäische Gemeinschaftswährung gab am Donnerstagabend etwas nach. Ein Euro kostete 1,1217 US-Dollar, ein Dollar war entsprechend für 0,8915 Euro erhältlich.
Der Goldpreis stieg um 0,5 Prozent auf 4.084 US-Dollar je Feinunze. Das entsprach einem Preis von 117,06 Euro je Gramm.
Auch der Ă–lpreis legte zu: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 22 Uhr deutscher Zeit 98,55 US-Dollar und damit 4,2 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Kursrutsch an den US-Börsen markiert eine Neubewertung von Technologieaktien, die zuvor stark von den Erwartungen an den KI-Ausbau profitiert hatten. Im Zentrum steht nicht nur die Bewertung einzelner Unternehmen, sondern auch die Frage, ob geplante Rechenzentren politisch, infrastrukturell und gesellschaftlich noch im bisherigen Tempo genehmigt werden.
Die Abstimmungen über Beschränkungen in zahlreichen Wahlbezirken geben lokalen Konflikten über Stromverbrauch, Wasserbedarf, Lärm und Flächennutzung zusätzliches Gewicht. Für Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter, Rechenleistung und Infrastruktur können solche Entscheidungen längere Genehmigungsverfahren, höhere Kosten oder verschobene Investitionen bedeuten.
Folgen fĂĽr Anleger und Verbraucher
Die Bewegung erfasst mehrere Märkte: Während Technologieaktien unter Druck stehen, können Gold und andere Anlageklassen von einer vorsichtigeren Risikobereitschaft profitieren. Der stärkere Ölpreis wirkt dagegen unmittelbar auf Transport- und Energiekosten und kann die Erwartungen an die Inflation beeinflussen.
Für Anleger steigt damit die Bedeutung politischer Signale zur KI-Regulierung und zum Ausbau der Energieinfrastruktur. Für Verbraucher bleibt entscheidend, ob zusätzliche Rechenzentren den Strombedarf und damit Netzentgelte oder Energiepreise erhöhen. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, ob aus lokalen Moratorien ein breiterer politischer Kurs gegen neue Projekte entsteht oder ob Genehmigungen lediglich strengeren Auflagen unterliegen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „KI-Unternehmen unter Druck: Neue Sorgen belasten Tech, andere Märkte steigen“ (05.11.2026)
Der Beitrag bestätigt den Druck auf KI-nahe Technologiewerte nach dem Wahlerfolg der Demokraten und stellt die Sorgen über Rechenzentren sowie mögliche Regulierung heraus. Anders als die dts-Meldung betont er zusätzlich Umschichtungen in andere Branchen und die Entwicklung an asiatischen und europäischen Märkten.
n-tv: „Reaktion auf Midterms: "Echte Panik": KI-Blutbad hält Wall Street in Atem“ (05.11.2026)
Der Artikel legt den Schwerpunkt auf die Kursverluste bei Chip- und Infrastrukturunternehmen sowie auf mögliche Verzögerungen beim Bau von Rechenzentren. Er ergänzt die politische Perspektive um Belastungen durch Strombedarf, Wasserverbrauch und lokale Widerstände.
Beide Beiträge ordnen den Börsenrückgang als Reaktion auf wachsende Regulierungs- und Investitionsrisiken im KI-Sektor ein. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung regionaler Marktbewegungen und der konkreten Folgen für einzelne Unternehmen.
