Halbleiter

US-Börsen pendeln unentschlossen – Chip-Aktien unter Druck

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 22:26 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Am Montag verhielten sich die Märkte an der Wall Street widersprüchlich – die Chip-Industrie wurde besonders hart getroffen.

US-Börsen ohne klare Richtung - Ausverkauf bei Chip-Herstellern
New York Stock Exchange (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Irgendwie passte das Bild: Während der Dow Jones mit leichten 0,3 Prozent Zuwachs auf 53.417 Punkte immerhin eine kleine Steigerung hinlegte, sah es an der Technologiebörse Nasdaq ziemlich trüb aus – rund ein Prozent minus, was einen Endstand von 29.023 Punkten bedeutete. Der S&P 500, das große Börsenbarometer, war ebenfalls schwächer und ging mit 7.653 Zählern 0,3 Prozent tiefer aus dem Rennen als noch am Freitag. Besonders ungut: Die Chip-Branche stand gehörig neben den Schuhen. Viele der bekannten Halbleiterwerte ließen ordentlich Federn – Intel und Nvidia mit 3 Prozent Verlusten, doch Micron Technology, Sandisk und Seagate wurden geradezu abverkauft und verzeichneten satte sechs Prozent Abschlag. Interessanterweise hat sich neben der Börse noch etwas anderes getan: Die Renditen von US-Staatsanleihen sind zurückgegangen, wohl befeuert durch Spekulationen über eine mögliche neue Vorgehensweise des Finanzministeriums bei Rückkäufen. Der Euro zeigte sich am Abend gegenüber dem Dollar etwas schlapper (1,1663 USD je Euro), was umgerechnet 0,8574 Euro pro US-Dollar waren. Wer auf Gold setzte, durfte sich freuen – 4.651 Dollar für die Feinunze, das machte ein Plus von einem Prozent und entsprach ziemlich genau 128,21 Euro pro Gramm. Ganz anders beim Öl: Der Preis fiel spürbar um 2,5 Prozent auf 92,02 Dollar je Fass (Nordsee Brent), was einem satten Minus von 2,37 Dollar zum letzten Handelstag entsprach.

Die US-Börsen starteten die Woche mit uneinheitlicher Tendenz. Der Industriesektor konnte ein leichtes Plus verbuchen, aber Technikwerte – allen voran die Halbleiterbranche – zogen die Märkte insgesamt nach unten. Erhöhte Unsicherheit rund um die Finanzierungspolitik des US-Finanzministeriums und Gewinnmitnahmen bei Chipaktien sorgten für Bewegungen, auch abseits der klassischen Indizes; dazu kam, dass Unsicherheiten bei Lieferketten und globale Handelskonflikte weiterhin Einfluss haben. Im Laufe des Tages zeigten sich Rohstoffmärkte (besonders Gold) als Zufluchtsort für Anleger, wohingegen Energiepreise absackten. Nach neuesten Recherchen gab es Berichte, dass das US-Finanzministerium tatsächlich an alternativen Rückkaufprogrammen bastelt. Im Tech-Sektor wird gemunkelt, dass unter anderem geopolitische Spannungen und die KI-Spekulationen die Volatilität anfachen. Aus Europa schwappt neben dem Wechselkurs zum Dollar auch die Unsicherheit, wie sich konjunkturelle Schwächen auf das Börsenklima auswirken, in die Diskussionen.

  • Der SPIEGEL berichtet, dass die Entwicklungen an den US-Börsen von einer generellen Skepsis in Bezug auf die KI-Euphorie und die Bewertung vieler Tech-Unternehmen begleitet wurden. Besonders Halbleiterwerte litten unter dem Eindruck, dass sich die Nachfrage nach Chips zwar rasant entwickelt hatte, aber die Prognosen teils als zu optimistisch bewertet wurden. Analysten warnen davor, dass weitere Kurskorrekturen und Volatilität zu erwarten sind Quelle: Der Spiegel.
  • Die FAZ hebt hervor, dass steigende Anlegerbewegungen in sogenannte 'sichere Häfen' wie Gold das Vertrauen in riskantere Anlageklassen schwächen. Auch die veränderte Zins- und Renditesituation in den USA spiele eine erhebliche Rolle, weil sie die Attraktivität von Aktien relativ zu Anleihen beeinflusst. Gleichzeitig sorgt die Erwartung von Veränderungen bei den US-Anleiheaufkäufen für Unsicherheit Quelle: FAZ.
  • Die Süddeutsche Zeitung erklärt, dass der aktuelle Ausverkauf bei den Chipherstellern auch eine Konsequenz von globalen Handelskonflikten und einer teils gestörten Versorgungskette ist. Weiterhin wird die unterschiedliche Entwicklung der großen Indizes wie Dow und Nasdaq als Zeichen gewertet, dass die bisherige Rally am US-Markt durchaus brüchig sein könnte. Bemerkenswert sei auch, dass Gold und der US-Dollar als Gegenspieler auf dem Weltmarkt von der Unsicherheit profitieren Quelle: Süddeutsche Zeitung.

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