US-Midterms: Republikaner verlieren beide Kongresskammern
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 04:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSKongressmehrheiten wechseln im Januar
- Die Demokraten kommen im Senat auf 54 von 100 Sitzen, wÀhrend Alaska und Mississippi noch ausgezÀhlt werden.
- Im ReprĂ€sentantenhaus sind den Demokraten mehr als 240 Sitze sicher, fĂŒr die Mehrheit reichen 218.
- Ab Januar können Demokraten Untersuchungen gegen Trump und seine Regierung einleiten.
Republikaner suchen nach GrĂŒnden fĂŒr Wahlniederlage
FĂŒhrende Republikaner fordern nach dem Debakel bei den US-Midterms eine schonungslose Analyse, wĂ€hrend VizeprĂ€sident JD Vance sich vom Iran-Krieg distanziert. PrĂ€sident Donald Trump rĂ€umte am Mittwoch ein, Vances Darstellung stimme âgröĂtenteilsâ.
Vance fordert offene Debatte
Vance erklĂ€rte, jeder wisse, warum die Republikaner verloren hĂ€tten, und verlangte eine âehrliche Unterhaltungâ ĂŒber den weiteren Kurs. Trump hatte den Krieg gemeinsam mit Israel begonnen; in der Folge stiegen die Spritpreise in den USA deutlich.
Floridas republikanischer Gouverneur Ron DeSantis sprach von nahezu existenzbedrohenden Folgen fĂŒr seine Partei. Die Niederlage komme einem politischen Meteoriteneinschlag gleich, sagte DeSantis, und bezeichnete sie als ZurĂŒckweisung des PrĂ€sidenten und des Kongresses.
Cruz spricht von blauem Tsunami
Der texanische Senator Ted Cruz sprach von einem âBlutbadâ und stellte die Frage nach Konsequenzen. 2026 sei nicht einfach eine blaue Welle, sondern ein blauer Tsunami, schrieb Cruz auf X.
Nach seiner Darstellung hĂ€tten sich die WĂ€hler diesmal bewusst gegen republikanische Kandidaten entschieden. Die Debatte erhĂ€lt zusĂ€tzlich Gewicht, weil mit dem Ende der Midterms der Vorlauf fĂŒr die PrĂ€sidentenwahl 2028 beginnt.
Demokraten gewinnen in republikanischen Hochburgen
Trumps Republikaner verloren die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses sowie mehrere Gouverneursposten. In Kansas gewann Adam Hamilton den ersten demokratischen Senatssitz seit 1932; in Texas wurde James Talarico zum ersten demokratischen US-Senator seit fast 40 Jahren gewÀhlt.
In Michigan setzte sich der Demokrat Abdul El-Sayed durch und wurde damit zum ersten muslimischen Senator in der Parlamentskammer. Dass die Partei des PrÀsidenten bei Midterms beide Kongressmehrheiten verliert, geschah in den vergangenen 70 Jahren erst zum dritten Mal.
Mehrheit erschwert Trumps letzte Amtsjahre
Die Demokraten kommen nach aktuellem Stand auf 54 von 100 Sitzen im Senat, ein Plus von sieben. In Alaska und Mississippi dauert die AuszÀhlung noch an.
Im ReprĂ€sentantenhaus sind den Demokraten mehr als 240 Sitze sicher; fĂŒr eine Mehrheit benötigen sie 218. Ab Januar geben sie bei der Gesetzgebung den Ton an und mĂŒssen zudem Kandidaten fĂŒr wichtige RegierungsĂ€mter und Richterposten bestĂ€tigen.
Die neue Mehrheit kann Untersuchungen gegen Trump und seine Regierung einleiten. Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia warnte den PrĂ€sidenten auf X mit den Worten: âNehmt euch AnwĂ€lte.â
Die Midterm-Wahl markiert fĂŒr Donald Trump einen Machtverlust, der ĂŒber die ĂŒbliche Denkzettel-Funktion von Zwischenwahlen hinausgeht. Nach der dpa-Meldung verlieren die Republikaner beide Kongresskammern und mehrere Gouverneursposten; zugleich gewinnen die Demokraten in Bundesstaaten, die lange als republikanische Bastionen galten.
Entscheidend ist damit nicht nur die Zahl der Sitze, sondern die politische HandlungsfĂ€higkeit des PrĂ€sidenten. Eine demokratische Mehrheit kann Gesetzesvorhaben blockieren, die BestĂ€tigung von Regierungsmitgliedern und Richtern erschweren und Untersuchungen gegen die Regierung anstoĂen. Der Verlust der Mehrheit im Senat wiegt besonders schwer, weil dort Personalentscheidungen und zentrale gesetzgeberische Verfahren gebĂŒndelt werden.
Republikaner vor Richtungsdebatte
Die Reaktionen von JD Vance, Ron DeSantis und Ted Cruz zeigen, dass die Ursachen der Niederlage unmittelbar mit Trumps Kurs verknĂŒpft werden. Vance nennt den Iran-Krieg und die gestiegenen Spritpreise, wĂ€hrend DeSantis und Cruz die GröĂenordnung des Ergebnisses betonen. Damit beginnt zugleich der Wettbewerb um die politische Zukunft der Partei und um die PrĂ€sidentschaftskandidatur 2028.
FĂŒr Trump bleiben die letzten zwei Amtsjahre von Auseinandersetzungen mit dem Kongress geprĂ€gt. Die Demokraten können ihre Mehrheit fĂŒr Kontrolle und öffentliche Anhörungen nutzen; zugleich wird die republikanische Partei entscheiden mĂŒssen, ob sie den PrĂ€sidenten weiterhin geschlossen unterstĂŒtzt oder stĂ€rker auf eigene Themen und mögliche Nachfolger setzt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Beitrag ordne die Niederlage der Republikaner in beiden Kongresskammern ein und lege den Schwerpunkt auf Trumps Reaktion sowie seine Kritik an Parteikollegen und Fox News. Damit ergĂ€nze er die dpa-Perspektive auf die parteiinterne Ursachenforschung um den Konflikt ĂŒber die politische Verantwortung.
ZDFheute: âMidterms in den USA live: Trump verteidigt Iran-Kriegâ (03.11.2026)
Der Beitrag greife die Niederlage der Republikaner und Ron DeSantisâ EinschĂ€tzung nahezu existenzbedrohender Folgen fĂŒr die Partei auf. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich stĂ€rker auf den Wahlverlauf und Trumps öffentliche Verteidigung des Iran-Kriegs.
Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigten den Machtverlust der Republikaner und die wachsende Debatte ĂŒber Trumps Kurs. Unterschiede bestĂŒnden vor allem beim Schwerpunkt: Trumps Reaktion, der Wahlverlauf und die parteipolitischen Folgen wĂŒrden unterschiedlich gewichtet.
