Donald Trump, Susie Wiles

US-Midterms: Trump ersetzt Wiles durch Stephen Miller

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 20:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Donald Trump reagiert wenige Tage nach dem Verlust der republikanischen Mehrheiten in beiden Kongresskammern mit einem Wechsel an der Spitze seines Stabs. Stephen Miller übernimmt den Posten, während Susie Wiles im politischen Umfeld des Präsidenten bleiben soll.

Trumps Machtzirkel nach der Wahlniederlage

  • Donald Trump teilte den Wechsel der Stabschefin auf Truth Social mit.
  • Stephen Miller übernimmt den Posten ab Montag als bisheriger Vizestabschef.
  • Susie Wiles soll dem politischen Umfeld des Präsidenten erhalten bleiben.
  • Trumps Stabschefin Susie Wiles geht. (Archivbild) - Bild: Evan Vucci/AP/dpa
  • Miller fiel vor allem durch aggressive Rhetorik auf. (Archivfoto) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Trumps Stabschefin Susie Wiles geht. (Archivbild) - Bild: Evan Vucci/AP/dpa Miller fiel vor allem durch aggressive Rhetorik auf. (Archivfoto) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Trump ersetzt Stabschefin Wiles durch Miller

US-Präsident Donald Trump baut wenige Tage nach dem Wahldebakel der Republikaner seinen engsten Machtzirkel um: Stabschefin Susie Wiles gibt ihren Posten ab. Auf die Stelle setzt Trump ab Montag den bisherigen Vizestabschef Stephen Miller.

Erste Konsequenz nach den Midterms

Trump teilte den Wechsel auf der Plattform Truth Social mit. Bei den Kongresswahlen verloren die Republikaner ihre Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus an die Demokraten.

Trump hatte die Wahlen zu einer Abstimmung über seine Politik gemacht. Seither gibt es in der Republikanischen Partei Positionskämpfe über die künftige Ausrichtung; zugleich waren Spekulationen über einen Umbau des Kabinetts und des Machtzirkels aufgekommen.

Wiles bleibt Trump politisch verbunden

Wiles reichte ihren Rücktritt nach Angaben aus Trumps politischem Umfeld bereits am Donnerstagabend ein. Sie soll im politischen Umfeld des Präsidenten bleiben.

Die 69-jährige Strategin war zuvor unter anderem Trumps Wahlkampfmanagerin. Als Stabschefin organisierte sie den Regierungsalltag und galt als loyal und diskret; sie war die erste Frau in diesem Amt.

Miller steht für harte Migrationspolitik

Der 41-jährige Miller ist für Hardliner-Positionen bekannt und gehört zu den wenigen Beratern, die Trumps erste Amtszeit vollständig überstanden haben. Während der Präsidentschaft Joe Bidens bereitete er Trumps neuen politischen Anlauf mit vor.

Miller schrieb als enger Vertrauter Trumps viele Reden und gilt als intellektuelle Wurzel von dessen Politik. In Trumps zweiter Amtszeit fiel er vor allem mit umstrittenen Aussagen zur Migration und zum Geburtsrecht auf.

Wiles war an Brustkrebs erkrankt

Im Frühjahr war bekanntgeworden, dass Wiles an Brustkrebs erkrankt war. Im September gab sie bekannt, den Kampf gegen die Krankheit gewonnen zu haben.

Im Dezember des vergangenen Jahres war Wiles wegen eines Artikels des Magazins Vanity Fair in den Fokus geraten. Darin hatte sie sich kritisch über Trump geäußert und später erklärt, ihre Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Der Wechsel markiert einen frühen personellen Einschnitt nach den US-Zwischenwahlen. Trump hatte die Abstimmung ausdrücklich mit seiner Politik verknüpft; der Verlust der Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus erhöht damit den politischen Druck auf das Weiße Haus.

Susie Wiles stand als Stabschefin vor allem für Organisation, Loyalität und einen kontrollierten Regierungsalltag. Dass sie im politischen Umfeld Trumps bleiben soll, deutet zugleich darauf hin, dass ihr Abgang nicht zwingend einen Bruch mit dem bisherigen Machtzentrum bedeutet.

Migration rückt ins Zentrum

Mit Stephen Miller übernimmt ab Montag ein enger Vertrauter, der besonders für harte migrationspolitische Positionen und aggressive Rhetorik bekannt ist. Seine Beförderung kann deshalb als Signal verstanden werden, dass Trump auf die Wahlniederlage nicht nur mit organisatorischer Neuaufstellung, sondern auch mit einer stärkeren Profilierung zentraler politischer Themen reagiert.

Für die Republikanische Partei steht nun die Ausrichtung nach dem Verlust beider Kongressmehrheiten im Mittelpunkt. Der Wechsel könnte die Debatte über Trumps Strategie verschärfen und zugleich weitere Veränderungen im Kabinett oder im engsten Beraterkreis auslösen.

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