US-Militärhilfe für Israel, Donald Trump

US-Militärhilfe: Trump stoppt Israels 4-Milliarden-Zahlung

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 18:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-Präsident Donald Trump will die jährlichen Zahlungen zum Jahresende beenden. In Israel löst der Schritt Kritik aus, weil er Sicherheit, Haushalt und das Verhältnis zu Washington berührt.

Folgen für Israels Verteidigungsplanung

  • Donald Trump verkündete die Entscheidung in einem Telefonat mit Fox News.
  • Das Hilfsprogramm für die Jahre 2019 bis 2028 umfasst insgesamt 38 Milliarden US-Dollar.
  • Gadi Eisenkot und Gilad Kariv forderten Aufklärung über die Vereinbarung mit Trump.
Die USA wollen künftig Israel nicht mehr mit milliardenschweren Hilfen unterstützen. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa

Trump beendet US-Militärhilfe für Israel zum Jahresende

US-Präsident Donald Trump hat die Einstellung milliardenschwerer Hilfen an Israel zum Jahresende verkündet. Er sagte, Israel und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seien übereingekommen, dass das Land nicht mehr auf Zuschüsse in Höhe von vier Milliarden US-Dollar angewiesen sei.

Kritik an Netanjahus Vorgehen

Trump erklärte in einem Telefonat mit dem US-Sender Fox News, die Idee zum Ende der Zahlungen sei von Netanjahu gekommen. Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten äußerten sich zunächst nicht zu der angeblichen Übereinkunft.

Gadi Eisenkot, Netanjahus wichtigster Rivale bei der jüngsten Parlamentswahl und Vorsitzender der Mitte-Partei Jaschar, kritisierte den Vorgang scharf. Die besonderen Beziehungen zu den USA seien ein zentraler Bestandteil der nationalen Sicherheit Israels, schrieb der Ex-Militärchef auf der Plattform X.

Eisenkot erklärte, der israelische Sicherheitsapparat und die Bevölkerung hätten erst aus den Medien von der Veränderung erfahren. Dies zeige, dass Netanjahus Vorgehen eine echte Gefahr für Israel darstelle, schrieb er und forderte dessen Ablösung.

Israel plante schrittweisen Ausstieg

Netanjahu hatte in Interviews in diesem Jahr bereits angekündigt, die jährliche US-Militärhilfe von derzeit rund 3,8 Milliarden Dollar innerhalb eines Jahrzehnts vollständig auslaufen lassen zu wollen. Die Zusammenarbeit mit Washington, insbesondere bei der Raketenabwehr, solle jedoch fortgesetzt werden.

Für die Jahre 2019 bis 2028 hatten die USA und Israel 2016 Hilfen von insgesamt 38 Milliarden US-Dollar vereinbart. Daraus ergibt sich eine jährliche Unterstützung von rund 3,8 Milliarden Dollar.

Finanzministerium von Mitteilung überrascht

Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete, das Finanzministerium sei von Trumps Mitteilung überrascht worden. Ein Ende zum Jahreswechsel würde demnach zwei Jahre früher erfolgen als geplant und könnte den israelischen Haushalt erheblich belasten.

Ranghohe Wirtschaftsvertreter bezeichneten den Schritt dem Bericht zufolge als schwerwiegend für die israelische Wirtschaft. Die zusätzlichen Kosten müssten letztlich aus den Steuern der Bürger finanziert werden, hieß es.

Sorge um Sicherheit und Midterms

Der linksliberale Oppositionspolitiker Gilad Kariv warf Netanjahu vor, mit Israels Sicherheit wie an einem feudalen Hof zu handeln. Er kündigte an, Netanjahu müsse voraussichtlich vor einem Ausschuss des neuen Parlaments Einzelheiten der Vereinbarung mit Trump offenlegen.

Auch der frühere Chefredakteur der Jerusalem Post, Yaakov Katz, bewertete Trumps Mitteilung als beunruhigend. Er schrieb, die Veröffentlichung am Tag der Zwischenwahlen in den USA sei kein Zufall und könne den Republikanern bei umkämpften Senatswahlen helfen.

Debatte über mehr Unabhängigkeit

Andere Kommentatoren bewerteten ein Ende der US-Militärhilfe als Chance für mehr Unabhängigkeit. Israel wäre dann weniger verpflichtet, amerikanische Waffensysteme zu kaufen, und könnte bei Bedarf auf andere Anbieter ausweichen.

Die angekündigte Beendigung der Zuschüsse würde einen tiefen Einschnitt in die seit Jahrzehnten enge sicherheits- und rüstungspolitische Beziehung zwischen Washington und Jerusalem markieren. Das bis 2028 vereinbarte Hilfsprogramm sieht jährlich rund 3,8 Milliarden US-Dollar vor; die Unterstützung ist zudem eng mit dem Kauf amerikanischer Waffen verbunden.

Für Israel beträfe die Entscheidung nicht nur den Staatshaushalt. Die US-Hilfe erleichtert die Finanzierung von Munition, Ersatzteilen und militärischer Ausrüstung und stärkt damit die langfristige Planbarkeit der Verteidigung. Besonders sensibel ist die Raketenabwehr, deren Zusammenarbeit nach den bisherigen Plänen fortgesetzt werden soll.

Finanzierung und politische Folgen

Ein vorzeitiges Ende würde Israel zu einer rascheren Anpassung seiner Verteidigungsplanung zwingen. Zusätzliche Ausgaben könnten aus Steuermitteln finanziert, durch andere Beschaffungswege ersetzt oder teilweise über Waffenverkäufe der USA kompensiert werden. Die konkrete Ausgestaltung dieser möglichen Verkäufe bleibt offen.

Politisch verschärft die Ankündigung den Streit über Netanjahus Umgang mit Washington und über die Kosten der Sicherheitsstrategie. Zugleich fällt sie in eine Phase, in der die US-Unterstützung für Israel innenpolitisch umkämpft ist. Für die israelische Regierung stehen deshalb sowohl die militärische Handlungsfähigkeit als auch die Stabilität der besonderen Beziehungen zu den USA auf dem Spiel.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

taz: „USA und Israel: Trump kündigt Ende von Milliarden-Hilfen für Israel an“ (03.11.2026)

Der Artikel bestätigt Trumps Ankündigung und hebt ergänzend hervor, dass die USA Israel weiterhin Waffen verkaufen könnten. Anders als die dpa-Meldung stellt er diese mögliche Ersatzform der Unterstützung stärker heraus; offen bleibt auch dort die Bestätigung durch Netanjahus Regierung.

Deutschlandfunk: „Interview mit Fox News - US-Präsident Trump: Keine Militärhilfe mehr an Israel“ (03.11.2026)

Der Deutschlandfunk berichtet ebenfalls über die Einstellung der jährlichen Zahlungen und verweist auf die fortbestehende Möglichkeit unbegrenzter US-Waffenverkäufe. Als zusätzlichen Schwerpunkt nennt der Beitrag die innenpolitische Debatte in den USA vor den Zwischenwahlen.

Beide Beiträge bestätigen den angekündigten Zahlungsstopp zum Jahresende. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Während die taz mögliche Waffenverkäufe und die Fortsetzung der Raketenabwehr betont, rückt der Deutschlandfunk die US-Innenpolitik in den Vordergrund.

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