Generaldebatte, UN-Vollversammlung

Generaldebatte der UN-Vollversammlung beginnt

24.09.2024 - 03:59:37

US-PrĂ€sident Biden wird sich zum letzten Mal an die UN-Mitgliedstaaten wenden. Auch im Sicherheitsrat soll es zu einem hochkarĂ€tig besetzten Treffen kommen. Ein Konflikt droht alles zu ĂŒberschatten.

 Der Abschied von US-PrĂ€sident Joe Biden von der großen BĂŒhne der Vereinten Nationen wird heute der erste Höhepunkt zum Start der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Neben dem US-PrĂ€sidenten zĂ€hlen auch der brasilianische PrĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva und sein Kollege Recep Tayyip Erdogan aus der TĂŒrkei zu den frĂŒhen Sprechern zum Auftakt der 79. Generaldebatte in New York (ab 15.00 Uhr MESZ).

Bei den Vereinten Nationen hat Biden als Verfechter internationaler Zusammenarbeit einen deutlich besseren Ruf als sein UN-kritischer VorgĂ€nger Donald Trump - es wird erwartet, dass Biden bei seiner Rede die RĂŒckkehr der USA in internationale Abkommen und sein BemĂŒhen um den Multilateralismus betonen wird. 

Doch viele Zuhörer werden dem mĂ€chtigsten Mann der Welt auch eine Mitschuld fĂŒr das humanitĂ€re Desaster im Gazastreifen geben. Die USA hatten ihren VerbĂŒndeten Israel immer wieder geschĂŒtzt - zum Beispiel mit ihrem Veto im UN-Sicherheitsrat.

Selenskyj kommt mit «Siegesplan» im GepÀck

Am Nachmittag plant zudem der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj an einer Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zu Russlands Angriffskrieg teilzunehmen. Vor seiner USA-Reise hatte Selenskyj Erwartungen an einen seit Wochen angekĂŒndigten «Siegesplan» geweckt, dessen Details er zuerst US-PrĂ€sident Biden vorstellen will. 

Einem Bericht der britischen «The Times» nach enthÀlt er die Forderung nach westlichen Sicherheitsgarantien Àhnlich denen einer Nato-Mitgliedschaft. Zudem sollen nicht nÀher genannte spezifische Waffen und weitere Finanzhilfen angefordert werden. Vor der Vollversammlung soll Selenskyj Mittwochvormittag (Ortszeit) sprechen.

Brennpunkt Libanon

Der Auftakt der UN-Generaldebatte wird dabei von der Eskalation in Nahost ĂŒberschattet. TĂ€gliche neue schwere Angriffe von Israel auf die Schiitenorganisation Hisbollah im Libanon mit vielen zivilen Opfern lassen die Sorge vor einem großen regionalen Krieg aufkommen. Es wird davon ausgegangen, dass UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres in seiner Rede mit deutlichen Äußerungen in Richtung Israel und seiner VerbĂŒndeten zur MĂ€ĂŸigung aufrufen wird.

In den kommenden Tagen sollen bei der Generaldebatte etwa 120 Staats- und Regierungschefs Reden halten. Bei vielen Reden dĂŒrften der Nahost-Konflikt und der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine eine wichtige Rolle spielen. Deutschland wird von Außenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) vertreten, die am Montag in New York gelandet war und spĂ€ter in der Woche Deutschlands Rede vor dem grĂ¶ĂŸten UN-Gremium halten wird. 

@ dpa.de