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Trump droht EuropĂ€ern bei EinfĂŒhrung von Digitalsteuern mit Zöllen

26.06.2026 - 19:39:06 | dts-nachrichtenagentur.de

US-PrĂ€sident Donald Trump hat erneut mit Zöllen gedroht, falls europĂ€ische LĂ€nder eine Digitalsteuer einfĂŒhren."Mit dieser ErklĂ€rung möchte ich deutlich machen, dass jedes Land, das eine solche Steuer erhebt, unverzĂŒglich mit einem Zoll von 100 Prozent auf alle in die Vereinigten Staaten von Amerika gelieferten Waren belegt wird", schrieb Trump am Freitag auf seiner persönlichen Plattform.

Trump droht EuropĂ€ern bei EinfĂŒhrung von Digitalsteuern mit Zöllen
EU - Donald Trump (Archiv) 26.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Dieser Zoll hat Vorrang vor allen mit dem betreffenden Land geschlossenen Handelsabkommen, unabhĂ€ngig davon, ob diese bereits in Kraft getreten sind, unterzeichnet wurden oder nicht. DarĂŒber hinaus wird der Zoll von 100 Prozent sofort erhoben, sollte das betreffende Land diesen Schritt vollziehen."

Österreich, Frankreich, Italien und Spanien erheben bereits unterschiedliche Formen von Digitalsteuern. Diese Steuern waren als Übergangslösung gedacht, bis eine koordinierte Neuverteilung der Besteuerungsrechte durch die OECD greift, gegen die sich die USA derzeit verweigern. Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) hatte sich zuletzt ebenfalls offen fĂŒr eine Digitalsteuer fĂŒr KI-Gewinne gezeigt.

Erst am Donnerstag hatten die EU-Staaten die Umsetzung des US-Zollabkommens gebilligt. Auf EU-Seite ist allerdings vorgesehen, die ZollzugestÀndnisse auszusetzen, sollte es zu erneuten Zollerhöhungen vonseiten der USA kommen.

Trump hatte bereits 2025 damit gedroht, mit Zöllen gegen Tech-Regulierung der EU vorzugehen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron hatten die Drohung scharf kritisiert. "Die Frage, wie die EuropÀische Union den gesamten digitalen Markt reguliert und wie sie auch die Unternehmen besteuert, ist Ausdruck der alleinigen SouverÀnitÀt der EuropÀischen Union", sagte der Bundeskanzler damals. "Wir werden es nicht hinnehmen, dass von wem auch immer hier mit entsprechenden Repressalien gegen Europa gearbeitet wird." Man könne "immer gerne in der Sache diskutieren, aber die gesetzgeberische SouverÀnitÀt in Europa und in den Mitgliedstaaten, die lassen wir von niemandem in Frage stellen".

Macron hatte sich damals den Worten des Kanzlers angeschlossen. "Wir lassen niemand anders bei diesen Themen entscheiden", erklĂ€rte er. "Ich kann Ihnen versichern: Wenn solche Maßnahmen auf der anderen Seite des Atlantiks ergriffen werden, dann mĂŒssen wir zurĂŒckschlagen."

Zuletzt hatte die EU gegenĂŒber den USA in Digitalfragen ein Entgegenkommen signalisiert: EU-Kommissionsvize Henna Virkkunen soll laut "Handelsblatt" in Zukunft dafĂŒr verantwortlich sein, Washington in einen Dialog ĂŒber die Digitalverfahren der EU gegen US-Konzerne einzubeziehen.

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