EU, USA

Röttgen sieht neue US-Außenpolitik als zweite Zeitenwende

07.12.2025 - 14:58:42 | dts-nachrichtenagentur.de

US-PrĂ€sident Donald Trump kĂŒndigt Europa mit seiner neuen Sicherheitsstrategie nach EinschĂ€tzung des CDU-Außenpolitikers Norbert Röttgen die jahrzehntelange UnterstĂŒtzung auf und bedroht zugleich die Existenz der EU.

Norbert Röttgen (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die neue außenpolitische Positionierung der USA ist eine zweite Zeitenwende", sagte der Vize-Unionsfraktionschef am Sonntag am Rande des Doha-Forums, einer diplomatischen Konferenz in Katars Hauptstadt, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs stehen die USA nicht mehr an der Seite der EuropĂ€er. Sie stehen nicht mehr an der Seite der Ukraine, einem Land, gegen das ein völkerrechtswidriger, brutaler Vernichtungskrieg gefĂŒhrt wird." Mit der Strategie wĂŒrden die USA aber nicht nur die Ukraine und die EuropĂ€er im Stich lassen, sagte Röttgen weiter.

"Die Strategie drĂŒckt auch aus, dass die USA es als ihr außenpolitisches Ziel definieren, sich in die inneren Angelegenheiten der europĂ€ischen Staaten einzumischen. Ziel ist, unsere innere Verfassung nach den gegenwĂ€rtigen ideologischen Vorgaben der MAGA-Bewegung zu beeinflussen und zu diesem Zweck mit den inneren Feinden der liberalen Demokratie in Europa zusammenzuarbeiten - in Deutschland ist das die AfD." Es sei eine grundlegende VerĂ€nderung der politischen PrĂ€missen fĂŒr Europa, die 80 Jahre gegolten hĂ€tten. "Wenn diese Strategie Erfolg hĂ€tte, wĂŒrde es die EU nicht mehr geben." Das Wort "EnttĂ€uschung" greife zu kurz angesichts der außenpolitischen Positionierung Trumps, sagte der CDU-Politiker. "Die transatlantische Allianz, der Aufbau der liberalen Demokratie, die soziale Marktwirtschaft, die Wiedervereinigung - all das hĂ€tte es ohne eine amerikanische Politik fĂŒr ein liberales Europa nicht gegeben. Das ist unsere politische Lebensbasis. Die jetzige US-Regierung verkehrt das ins Gegenteil." Röttgen sagte: "Wir werden in die Zange genommen: Auf der einen Seite wird die SouverĂ€nitĂ€t Europas durch Krieg von Russland angegriffen, auf der anderen Seite wird unsere Demokratie im Inneren von den USA unter Druck gesetzt." Europa mĂŒsse nun die eigene SouverĂ€nitĂ€t behaupten. "Die SouverĂ€nitĂ€t Europas hĂ€ngt nun davon ab, dass der EU-Rat am 18. Dezember beschließt, die russischen eingefrorenen Staatsgelder wirtschaftlich zu nutzen. Diese Entscheidung ist ein notwendiger Ausdruck unseres Willens zur Selbstbehauptung, adressiert an Moskau und Washington. Und sie beinhaltet die notwendige Finanzierung der Ukraine fĂŒr die nĂ€chsten Jahre, um sich verteidigen zu können, um auf dieser Basis zu einer politischen Lösung zu kommen."

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