Gefangenenaustausch, Biden

Gefangenenaustausch: Biden nennt Namen von Freigelassenen

01.08.2024 - 18:48:49

US-PrĂ€sident Joe Biden hat die Namen von drei US-BĂŒrgern und einem Inhaber der "Green Card" bestĂ€tigt, die am Donnerstag beim grĂ¶ĂŸten Gefangenenaustausch mit Russland seit dem Kalten Krieg freigelassen wurden.

Zu ihnen gehören der ehemalige Marinesoldat Paul Whelan, der mehr als fĂŒnf Jahre im GefĂ€ngnis saß, und der US-Journalist Evan Gershkovich, der ohne öffentlich einsehbare Beweise der Spionage beschuldigt und zu 16 Jahren Haft in einem HochsicherheitsgefĂ€ngnis verurteilt worden war. Zudem wurden die US-Journalistin Also Kurmasheva, die wegen angeblicher Falschmeldungen ĂŒber die Armee zu sechseinhalb Jahren Strafkolonie verurteilt worden war, und der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Politiker und Journalist Wladimir Kara-Murza befreit. Wie die "Bild" berichtet, befindet sich unter den freigelassenen Deutschen auch ein Mann aus Hamburg. Der 38-JĂ€hrige war Anfang des Jahres wegen Cannabis-GummibĂ€rchen am Flughafen von St. Petersburg verhaftet worden.

Er saß seitdem in Russland im GefĂ€ngnis. UrsprĂŒnglich wollte er in Russland seine Freundin treffen und mit ihr das Land bereisen. Der Deal sei eine "diplomatische Meisterleistung", erklĂ€rte US-PrĂ€sident Joe Biden. "Einige dieser Frauen und MĂ€nner werden seit Jahren zu Unrecht festgehalten. Sie alle haben unvorstellbares Leid und Ungewissheit ertragen mĂŒssen. Heute hat ihr Leid ein Ende." Biden dankte den VerbĂŒndeten, mit denen dieses Ergebnis erzielt wurde - darunter Deutschland, Polen, Slowenien, Norwegen und die TĂŒrkei. "Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel dafĂŒr, warum es so wichtig ist, in dieser Welt Freunde zu haben, denen man vertrauen und auf die man sich verlassen kann", so der US-PrĂ€sident. "Ich werde nicht aufhören zu arbeiten, bis jeder Amerikaner, der zu Unrecht inhaftiert ist oder als Geisel gehalten wird, wieder mit seiner Familie vereint ist." Im Gegenzug fĂŒr die westlichen HĂ€ftlingen wurden zehn russische Gefangene aus GefĂ€ngnissen in sieben LĂ€ndern freigelassen und abgeschoben. Die Bundesregierung hatte am Nachmittag die Abschiebung des sogenannten "Tiergarten-Mörders" Wadim Krassikow nach Russland bestĂ€tigt. "Die Bundesregierung hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht", teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in einer schriftlichen ErklĂ€rung mit. "Dem staatlichen Interesse an einer Vollstreckung der Freiheitsstrafe eines verurteilt en Verbrechers standen die Freiheit, das körperliche Wohlergehen und - in einigen FĂ€llen - letztlich auch das Leben unschuldig in Russland inhaftierter Personen und zu Unrecht politisch Inhaftierten gegenĂŒber", so Hebestreit. "Unsere Schutzverpflichtung gegenĂŒber deutschen Staatsangehörigen sowie die SolidaritĂ€t mit den USA waren wichtige BeweggrĂŒnde." Nach Angaben der Bundesregierung wurde durch den Gefangenenaustausch "in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit" mit den Vereinigten Staaten und europĂ€ischen Partnern die Freilassung von 15 Personen erreicht, die unrechtmĂ€ĂŸig in Russland in Haft saßen, sowie des deutschen Staatsangehörigen, der in Weißrussland zum Tode verurteilt worden war.

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