«NĂŒtzlich und konstruktiv»: Putin trifft Trumps UnterhĂ€ndler
06.08.2025 - 15:16:15Kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-PrĂ€sident Donald Trump an Russland wegen des Ukraine-Kriegs hat sein Sondergesandter Steve Witkoff noch einmal in Moskau GesprĂ€che gefĂŒhrt. Der russische Staatschef Wladimir Putin empfing den UnterhĂ€ndler fĂŒr etwa drei Stunden im Kreml.Â
Es sei ein nĂŒtzliches und konstruktives GesprĂ€ch gewesen, sagte Putins auĂenpolitischer Berater Juri Uschakow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Moskau habe ĂŒber Witkoff Signale aus den USA zum Ukraine-Krieg bekommen und umgekehrt Signale an Trump ĂŒbermittelt. Zum Inhalt machten beide Seiten keine Angaben.Â
Zölle gegen Russland und seine Partner angedrohtÂ
In Washington wurde fĂŒr den Abend (22.30 Uhr MESZ) eine ĂuĂerung von Trump zu Wirtschaftsfragen angekĂŒndigt. Hintergrund: In wenigen Tagen lĂ€uft eine Frist ab, die der US-PrĂ€sident Putin gesetzt hat. Bis dahin soll eine Waffenruhe zwischen Russland und der von Moskau angegriffenen Ukraine erreicht werden. Seit 29. Juli lĂ€uft die 10-Tages-Frist - danach will Trump Sanktionen gegen Russlands Handelspartner verhĂ€ngen.Â
Mit seiner Zoll-Drohung will der US-PrĂ€sident die wirtschaftliche Basis des Kremls weiter schwĂ€chen, indem vor allem groĂe Abnehmer von Ăl und Gas â darunter China und Indien â stĂ€rker unter Druck gesetzt werden.Â
Bereits am Montag hatte Trump angekĂŒndigt, Indien als russischen ĂlkĂ€ufer mit höheren Zöllen belegen zu wollen. Er schrieb nichts ĂŒber die Höhe. Ende Juli hatte er mit Blick auf Indien von mindestens 25 Prozent Zöllen und einer nicht nĂ€her benannten Strafe gesprochen.
Kreml setzt auf weiteren Dialog
Unklar ist allerdings, ob Trump, der sich stets seines guten Drahts zu Putin gerĂŒhmt hat, tatsĂ€chlich stĂ€rker gegen den Kreml vorgehen wird. Der Kreml-Sondergesandte fĂŒr AuĂenwirtschaftsbeziehungen, Kirill Dmitrijew, schrieb nach dem Treffen mit Witkoff, der russisch-amerikanische Dialog gehe weiter und sei wichtig fĂŒr Sicherheit und Frieden in der Welt.Â
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Nachdem es zwischen den USA und Russland wegen des Ukraine-Krieges jahrelang kaum Kontakt gegeben hatte, war Witkoff mittlerweile zum fĂŒnften Mal in diesem Jahr Moskau.
Tote bei Bomben auf FerienlagerÂ
Der von Putin vor fast dreieinhalb Jahre befohlene Krieg gegen das Nachbarland ging unterdessen mit unverminderter HĂ€rte weiter. Bei einem russischen Bombenangriff auf ein Ferienlager im SĂŒden der Ukraine wurden nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet. Weitere zwölf Personen seien bei dem Angriff nahe der GroĂstadt Saporischschja verletzt worden, teilte Gouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mit.
MilitĂ€risch sei der Sinn dieses Angriffs gleich null, erklĂ€rte der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj. «Es ist nur Grausamkeit, die Furcht einflöĂen soll.» Durch russische Angriffe mit Drohnen und Artillerie in der Nacht wurden ukrainischen Angaben zufolge auch Gewerbebetriebe und ein Haus im Nachbargebiet Dnipropetrowsk beschĂ€digt.
Beschuss auf Gaspipeline, die auch US-Gas transportiertÂ
Zudem beschoss russische MilitĂ€r ukrainischen Angaben nach gezielt eine Gasverdichterstation in der sĂŒdukrainischen Region Odessa. «Der massive russische Drohnenangriff auf eine SchlĂŒsselverdichtungsstation der Transbalkanroute zeugt davon, dass Moskau alle verfĂŒgbaren Mittel und Hebel fĂŒr die Vernichtung der EnergieunabhĂ€ngigkeit der EuropĂ€er nutzt», sagte Energieministerin Switlana Hryntschuk gemÀà einer Mitteilung.Â
Durch diese Pipeline sind FlĂŒssiggas aus den USA, geliefert ĂŒber griechische Terminals, und eine erste Testmenge an aserbaidschanischem Erdgas in die Ukraine gepumpt worden. Die Gaspipeline verlĂ€uft ĂŒber Bulgarien und RumĂ€nien. Ein ukrainischer Drohnenangriff am frĂŒhen Morgen richtete sich nach russischen Medienberichten gegen ein Tanklager in der Stadt Brjansk.





