Grönlands Regierungschef: USA bekommen unsere Insel nicht
30.03.2025 - 19:49:47Der neu gewĂ€hlte Regierungschef Grönlands, Jens-Frederik Nielsen, hat den BesitzansprĂŒchen von US-PrĂ€sident Donald Trump eine klare Absage erteilt. Trump sage, er werde Grönland bekommen, schrieb Nielsen auf Facebook und wurde dann seinerseits deutlich: «Lassen Sie mich das klar sagen: Die USA bekommen Grönland nicht. Wir gehören niemand anderem. Wir bestimmen selbst ĂŒber unsere Zukunft.»
Trump selbst legte am Wochenende noch mal nach. «Wir werden Grönland bekommen. Ja, 100 Prozent», sagte Trump in einem NBC-Telefoninterview. Er fĂŒgte hinzu, dass es eine «gute Möglichkeit gibt, dass wir es ohne militĂ€rische Gewalt tun können», aber dass er nichts ausschlieĂe. Auf die Frage, welche Botschaft ein Erwerb Grönlands an Russland und den Rest der Welt senden wĂŒrde, sagte Trump laut NBC: «DarĂŒber denke ich wirklich nicht nach. Es ist mir eigentlich egal.» Grönland sei ein ganz anderes Thema. Es gehe um den internationalen Frieden und um internationale Sicherheit und StĂ€rke.
Nielsen riet den BĂŒrgern Grönlands, gelassen auf Trumps BesitzansprĂŒche zu reagieren. «Wir sollten nicht aus Angst reagieren. Wir sollten mit Ruhe, WĂŒrde und Zusammenhalt reagieren», schrieb der erst vor wenigen Tagen ins Amt gekommene Politiker der sozialliberalen Partei Demokraatit. Nielsen fĂŒhrt eine breite Koalition an, der vier von fĂŒnf Fraktionen im Parlament angehören.
Trump mĂŒsse klar und deutlich gezeigt werden, dass Grönland nur dessen Bewohnern gehöre. «So war es gestern. So ist es heute. Und so wird es auch in Zukunft sein», schrieb der 33-JĂ€hrige.
DÀnemarks MinisterprÀsidentin reist nach Grönland
Der US-PrĂ€sident hatte schon vergangene Woche gesagt: «Wir mĂŒssen Grönland haben.» UngefĂ€hr zeitgleich stattete sein VizeprĂ€sident J.D. Vance einem US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkt auf Grönland einen Besuch ab und kritisierte die dĂ€nische Regierung scharf.
Grönland gehört offiziell zum Königreich DĂ€nemark, genieĂt aber einen weitgehend autonomen Status innerhalb der sogenannten dĂ€nischen Reichsgemeinschaft. Die Insel hat etwa 57.000 Einwohner.
Die dĂ€nische MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen will am Mittwoch nach Grönland reisen. Es gehe nach ihren Worten darum, die Bindung mit DĂ€nemark zu stĂ€rken. Vorgesehen sind unter anderem GesprĂ€che mit Nielsen. Sie habe den gröĂten Respekt davor, wie die GrönlĂ€nder mit dem groĂen Druck auf ihr Land umgingen, sagte Frederiksen einer Mitteilung zufolge. Es sei eine Situation, die nach Einigkeit verlange.
Grönland, die gröĂte Insel der Erde, ist zu vier FĂŒnfteln mit Eis bedeckt, liegt geografisch betrachtet auf dem nordamerikanischen Kontinent und reicht bis in die Arktis. Sie ist bedeutend fĂŒr das Weltklima, aber auch fĂŒr die militĂ€rische Kontrolle der Arktis, in die der russische PrĂ€sident Wladimir Putin weitere Soldaten entsenden will, wie er gerade angekĂŒndigt hat. Grönland ist noch dazu reich an Rohstoffen wie zum Beispiel dringend benötigten seltenen Erden. AuĂerdem verlaufen in der Region wichtige Schifffahrtsrouten.


