Lawrow hĂ€lt Vatikan nicht fĂŒr passenden Verhandlungsort
23.05.2025 - 12:40:18Der russische AuĂenminister Sergej Lawrow sieht den Vatikan nicht als passenden Ort fĂŒr neue Verhandlungen ĂŒber eine Beendigung des Moskauer Angriffskriegs gegen die Ukraine. Diese Variante sei nicht realistisch, sagte Lawrow auf einer Konferenz in Moskau. «Stellen Sie sich den Vatikan als Verhandlungsort vor. Es ist etwas unelegant, wenn orthodoxe LĂ€nder auf einer katholischen Plattform Fragen diskutieren, die die Beseitigung der Ursachen des Konflikts betreffen», sagte Lawrow.Â
US-PrÀsident Donald Trump hatte den Vatikan am Montag nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin als Verhandlungsort ins GesprÀch gebracht, was in Moskau bisher kaum öffentlich kommentiert wurde. Es werde jetzt viel «fantasiert», wann und wo ein neues Treffen von Vertretern Russlands und der Ukraine organisiert werden könne, sagte Lawrow.
Der Minister warf Kiew vor, die ukrainisch-orthodoxe Kirche vernichten zu wollen. «Ich denke, es wĂ€re fĂŒr den Vatikan selbst nicht sehr angenehm, unter diesen UmstĂ€nden Delegationen aus zwei orthodoxen LĂ€ndern zu empfangen», sagte der Minister.
Kreml: Bisher kein Ort oder Termin fĂŒr Ukraine-Verhandlungen
Vergangene Woche hatte es erstmals seit 2022 wieder direkten Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew gegeben. Bei den GesprĂ€chen in Istanbul wurde auch eine neue Verhandlungsrunde vereinbart â allerdings ohne Zeitrahmen und ohne Einigung auf einen Ort. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte nun, dass bisher weder Ort noch Termin festgelegt seien fĂŒr die nĂ€chsten GesprĂ€che.Â
Nach russischen Angaben wird in Moskau an dem von Putin vorgeschlagenen Memorandum fĂŒr eine mögliche Beilegung des Konflikts gearbeitet. Die AbsichtserklĂ€rung, in der auch die Ursachen des Konflikts benannt werden sollen, sei in einem fortgeschrittenen Stadium und werde dann der Ukraine ĂŒbergeben, sagte Lawrow.
Putin hat erklĂ€rt, dass das Memorandum Grundlage fĂŒr ein mögliches spĂ€teres Friedensabkommen zwischen Moskau und Kiew werden könne. Dazu sagte Lawrow, fĂŒr Russland sei eine wichtige Frage, wer auf ukrainischer Seite unterschreibe. Aus Moskauer Sicht seien Wahlen in der Ukraine die «optimale Variante» fĂŒr eine Legitimation einer solchen Vereinbarung. In der Ukraine darf nach geltendem Recht unter Kriegsbedingungen aber nicht gewĂ€hlt werden.


