Irans PrÀsident: Streben keinen Krieg an
01.02.2026 - 04:48:30Irans PrĂ€sident Massud Peseschkian hat sich nach erneuten militĂ€rischen Drohungen von US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr eine friedliche Lösung des Konflikts mit Washington ausgesprochen. In einem Telefonat mit Ăgyptens PrĂ€sidenten Abdel Fattah al-Sisi habe Peseschkian die «Notwendigkeit betont, diplomatische Prozesse einzuleiten», berichtete Irans staatliche Nachrichtenagentur Irna. Der Iran habe «niemals einen Krieg angestrebt» und strebe auch jetzt keinen Krieg an, sagte Peseschkian. Die Islamische Republik sei «zutiefst davon ĂŒberzeugt, dass ein Krieg weder dem Iran noch den Vereinigten Staaten oder der Region nĂŒtzen wĂŒrde», hieĂ es.
Iran stellt sich auf Verhandlungen einÂ
Teheran bereitet nach Angaben des obersten Sicherheitsbeamten des Landes Verhandlungen vor. Der GeneralsekretĂ€r des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, schrieb auf X, entgegen der «kĂŒnstlich geschĂŒrten Kriegsrhetorik» der Medien wĂŒrden «strukturelle Vorbereitungen fĂŒr Verhandlungen voranschreiten». Die GesprĂ€che ĂŒber Irans Atomprogramm nĂ€hmen «trotz der verschĂ€rften Drohungen einer militĂ€rischen Konfrontation» Gestalt an, schrieb dazu die Nachrichtenagentur Irna unter Bezugnahme auf Laridschanis X-Post.Â
Das US-Nachrichtenportal «Axios» berichtete in diesem Zusammenhang, Laridschani habe sich am Samstag in der iranischen Hauptstadt Teheran mit Katars MinisterprĂ€sidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani getroffen. Al Thani versuche, zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln, hieĂ es.Â
Trump erhöht Druck
Trump hatte den Druck auf Teheran mit neuen Drohungen verstĂ€rkt. Es seien weitere Kriegsschiffe Richtung Iran unterwegs - «und hoffentlich werden wir einen Deal machen», sagte Trump im WeiĂen Haus. Auf einem Flug nach Florida sagte er zu Journalisten: «Ich hoffe, sie verhandeln etwas, das akzeptabel ist.» Dabei soll es neben der Einstellung von Irans umstrittenem Atomprogramm auch um eine Begrenzung der Entwicklung ballistischer Raketen im Iran gehen.Â
Irans AuĂenminister Abbas Araghtschi hatte am Freitag erklĂ€rt, sein Land sei sowohl fĂŒr Verhandlungen als auch fĂŒr Krieg bereit. Verteidigungsstrategien und Raketensysteme wĂŒrden niemals Gegenstand von Verhandlungen sein. Er warnte die USA davor, dass ein militĂ€rischer Konflikt diesmal ĂŒber einen bilateralen Krieg hinausgehen könnte. Im vergangenen Juni hatte das US-MilitĂ€r im Iran - flankierend zu israelischen Angriffen - Atomanlagen bombardiert.
Israel hatte zwölf Tage lang Krieg gegen den Erzfeind gefĂŒhrt. Die USA sind der engste VerbĂŒndete Israels. Trump hat der FĂŒhrung in Teheran mehrfach mit MilitĂ€rschlĂ€gen gedroht, auch im Zusammenhang mit dem brutalen Vorgehen staatlicher RepressionskrĂ€fte gegen Demonstranten bei den jĂŒngsten regierungskritischen Protesten im Iran. Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-MilitĂ€r hat seine PrĂ€senz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem FlugzeugtrĂ€ger «USS Abraham Lincoln» und dessen Begleitschiffen.
Irans ElitestreitkrĂ€fte halten Manöver abÂ
Die iranischen Revolutionsgarden, die als ElitestreitkrĂ€fte der Islamischen Republik gelten und dem obersten FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei unterstellt sind, wollen heute vor dem Hintergrund der militĂ€rischen Spannungen ein dreitĂ€giges Manöver im Persischen Golf beginnen. Daran sollen auch China und Russland teilnehmen.
Die Ăbung in der StraĂe von Hormus, bei der mit scharfer Munition geschossen werden solle, dĂŒrfe die Freiheit der Schifffahrt und die internationale Handelsschifffahrt in der wichtigen Meeresenge nicht beeintrĂ€chtigen, hatte zuvor das fĂŒr Nahost zustĂ€ndige US-Regionalkommando (Centcom) gewarnt.
US-MilitÀr warnt vor Provokationen
Die rund 55 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten fĂŒr den weltweiten Ălexport. Irans Einheiten hĂ€tten zwar das Recht, in internationalen GewĂ€ssern und im internationalen Luftraum zu operieren, erklĂ€rte das US-MilitĂ€r in einer Mitteilung. Man werde aber keine «unsicheren» Manöver wie etwa FlĂŒge ĂŒber US-Kriegsschiffe oder StĂŒtzpunkte in niedriger Höhe tolerieren, hieĂ es weiter. Das gelte auch fĂŒr das AnnĂ€hern iranischer Schnellboote auf Kollisionskurs mit US-Schiffen.Â
Dazu schrieb Irans AuĂenminister Araghtschi auf X: «Das US-MilitĂ€r, das vor unseren KĂŒsten operiert, versucht nun, unseren mĂ€chtigen StreitkrĂ€ften vorzuschreiben, wie sie auf ihrem eigenen Territorium ZielĂŒbungen durchfĂŒhren sollen.» Die PrĂ€senz fremder KrĂ€fte «in unserer Region hat immer das Gegenteil von dem bewirkt, was verkĂŒndet wird: Eskalation fördern statt Deeskalation.»
Die EU hatte sich zuvor darauf geeinigt, Irans Revolutionsgarden wegen ihres grausamen Vorgehens gegen die regierungskritischen Proteste als Terrororganisation einzustufen. Der jahrelang kontrovers diskutierte Schritt erfolge vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Wochen, hatte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach einem AuĂenministertreffen in BrĂŒssel gesagt. Irans AuĂenminister Araghtschi warf der EU auf X vor, das Feuer in der Region weiter anzufachen und einen groĂen strategischen Fehler zu begehen.











