ZugestÀndnis, Putin

ZugestÀndnis an Putin? Trump degradiert Sondergesandten

16.03.2025 - 04:57:37

US-PrĂ€sident Trump rĂŒhmt sich seines guten VerhĂ€ltnisses zu Kremlchef Putin. Seit er wieder im Amt ist, gibt er hĂ€ufiger Moskaus Sicht auf die Dinge wider. Nun lĂ€sst eine Personalie aufhorchen.

  • Trump und Russland behaupten, ukrainische Soldaten seien im Gebiet Kursk eingekesselt.  - Foto: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

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  • Trump hat seinen Sondergesandten Kellogg degradiert. War er dem Kreml zu proukrainisch? (Archivbild) - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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Trump und Russland behaupten, ukrainische Soldaten seien im Gebiet Kursk eingekesselt.  - Foto: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpaTrump hat seinen Sondergesandten Kellogg degradiert. War er dem Kreml zu proukrainisch? (Archivbild) - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

US-PrĂ€sident Donald Trump hat seinem Gesandten fĂŒr den Ukraine-Krieg die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Russland entzogen. WĂ€hrend US-Medien den ĂŒberraschenden Schritt als ZugestĂ€ndnis an Moskau deuteten, wollten ihn Trump und sein kĂŒnftig nurmehr fĂŒr die Ukraine zustĂ€ndiger Sonderbeauftragter Keith Kellogg nicht als Degradierung verstanden wissen.

«Ich bin erfreut, Ihnen mitteilen zu können, dass General Keith Kellogg zum Sondergesandten fĂŒr die Ukraine ernannt worden ist», schrieb Trump in seinem Netzwerk Truth Social. Er ging mit keinem Wort darauf ein, dass er selbst dem Ex-MilitĂ€r im November die Verhandlungen fĂŒr ein Ende des seit Februar 2022 andauernden Kriegs und damit fĂŒr Russland wie die Ukraine ĂŒbertragen hatte. 

Der Kreml habe Druck gemacht, Kellogg aus dem Spiel zu nehmen, weil er angeblich proukrainisch sei, berichteten der US-Fernsehsender NBC und andere Medien in den vergangenen Tagen. Wie sein Chef ging auch Kellogg nicht auf die Beschneidung seines Portfolios ein. Er schrieb im Netzwerk X bloß, dass er sich zutiefst geehrt fĂŒhle durch das Vertrauen des PrĂ€sidenten, der den Krieg beenden werde. 

Kellogg war an wichtigen GesprÀchen nicht beteiligt

TatsĂ€chlich war Kellogg bei wichtigen, in Russland und Saudi-Arabien gefĂŒhrten GesprĂ€chen zum Ukraine-Konflikt nicht Teil der US-Delegation. Trumps Kontakte nach Moskau liefen ĂŒber seinen Nahost-Gesandten Steve Witkoff. US-Außenminister Marco Rubio sprach am Samstag mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow ĂŒber weitere Schritte nach den jĂŒngsten Treffen in Saudi-Arabien, wie Rubios Ministerium mitteilte. Dabei sei vereinbart worden, weiter auf eine normalisierte Kommunikation zwischen Moskau und Washington hinzuarbeiten.

Kellogg hingegen werde direkt mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj und der ukrainischen FĂŒhrung verhandeln, erklĂ€rte Trump mit. Sein Beauftragter habe eine gute Arbeitsbeziehung zur FĂŒhrung in Kiew. 

Der pensionierte Generalleutnant war wĂ€hrend Trumps erster Amtszeit von 2017 bis 2021 als Stabschef im nationalen Sicherheitsrat tĂ€tig. Kellogg hat die Ukrainer freundlicher behandelt als Trump selbst oder sein VizeprĂ€sident J.D. Vance. Mit Blick auf den zwischenzeitlichen Stopp von US-MilitĂ€rhilfen verglich er sie aber mit einem störrischen Maultier, dem man ein Kantholz auf die Nase schlagen mĂŒsse. «So bekommt man ihre Aufmerksamkeit.»

Trump ĂŒbernimmt Moskauer Sicht auf KĂ€mpfe in Kursk

Trump hat sich immer seines guten VerhĂ€ltnisses zu Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin gerĂŒhmt. Seit er wieder im Amt ist, versucht er anscheinend daran anzuknĂŒpfen. Zuletzt ĂŒbernahm Trump bei den KĂ€mpfen im russischen Gebiet Kursk die Darstellung Moskaus, dass dort Tausende ukrainische Soldaten eingekesselt seien. Der US-PrĂ€sident spielte Putin quasi den Ball zu und bat ihn öffentlich, das Leben dieser Soldaten zu verschonen. Der Kremlchef sagte dies zu - wenn denn die Ukraine ihren Soldaten befehle, die Waffen niederzulegen.

Zwar hat die ukrainische Armee ihren sieben Monate lang verteidigten BrĂŒckenkopf im russischen Gebiet Kursk weitgehend rĂ€umen mĂŒssen, darunter auch die Kreisstadt Sudscha. Der ukrainische Generalstab wie russische MilitĂ€rblogger sind sich aber ausnahmsweise einig, dass keine KrĂ€fte der Ukrainer eingekesselt sind.

Auch PrĂ€sident Selenskyj sprach am Samstag von einer «LĂŒge Putins». Es gebe keine Einkesselung. Er schloss nicht aus, dass Russland versuchen könnte, ukrainische Einheiten nahe der Grenze auf ukrainischem Territorium einzukreisen. Es gebe Hinweise, dass russische Truppen in das nordukrainische Gebiet Sumy vordringen wollten.

Ukraine ernennt UnterhĂ€ndler fĂŒr mögliche FriedensgesprĂ€che

Selenskyj folgte den diplomatischen Initiativen der USA fĂŒr einen Ausweg aus dem Krieg und ernannte ein Verhandlungsteam. Zum ChefunterhĂ€ndler machte er seinen einflussreichen Kanzleichef Andrij Jermak. Außerdem gehören Außenminister Andrij Sybiha, Verteidigungsminister Rustem Umjerow sowie Jermaks Stellvertreter Pawlo Palissa zur Delegation. 

Die vier UnterhĂ€ndler fĂŒhrten bereits vergangene Woche in Saudi-Arabien GesprĂ€che mit den USA. Dies fĂŒhrte zur Wiederaufnahme von Waffenlieferungen der Vereinigten Staaten. Die Ukraine stimmte dem US-Vorschlag einer 30-tĂ€gigen Feuerpause zu - wenn denn auch Moskau mitziehe. 

Russland ist gegen eine bedingungslose Feuerpause. Der Kreml behandelt auch nur die USA als Ansprechpartner, nicht die ukrainische FĂŒhrung und auch nicht die europĂ€ischen Staaten.

Ukraine setzt Neptun-Rakete mit hoher Reichweite ein

Derweil hat die ukrainische Armee nach Angaben Selenskyjs die weiterentwickelte Anti-Schiffs-Rakete Neptun erfolgreich eingesetzt. «Es ist eine neue ukrainische Rakete, ein prÀziser Schlag. Die Reichweite betrÀgt eintausend Kilometer», schrieb der PrÀsident auf Telegram. 

Bei dem erwÀhnten Schlag könnte es sich nach ukrainischen Medienberichten um den Treffer auf die russische Raffinerie in Tuapse am Schwarzen Meer vom Freitagmorgen gehandelt haben. In der Anlage brannte es nach Angaben der regionalen russischen Behörden auch am Samstagabend noch.

Die Nacht auf Sonntag begann fĂŒr die östliche HĂ€lfte der Ukraine erneut mit Luftalarm, weil SchwĂ€rme russischer Kampfdrohnen geortet wurden. Eine Drohne setzte ein fĂŒnfgeschossiges Wohnhaus in der Stadt Tschernihiw nördlich von Kiew in Brand, wie der Rundfunk Suspilne berichtete. Angaben ĂŒber Opfer gab es zunĂ€chst nicht.

@ dpa.de