Hamas stimmt Geiselfreilassung zu - Noch kein Durchbruch
10.07.2025 - 05:27:44Die islamistische Hamas stimmt der Freilassung von zehn Geiseln zu, sieht bei den Verhandlungen ĂŒber eine Waffenruhe im Gaza-Krieg aber weiter ungelöste Streitpunkte. Man habe sich bei den laufenden indirekten Verhandlungen bereit erklĂ€rt, zehn Geiseln freizulassen, teilte die Terrororganisation mit. Weiter verhandelt wĂŒrden jedoch noch die Frage der Bereitstellung von HilfsgĂŒtern, der Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen und «echte Garantien fĂŒr einen dauerhaften Waffenstillstand».Â
Trump zu Gaza-Deal: vielleicht auch nÀchste Woche
Die US-Regierung hatte zuletzt ihre Hoffnung auf eine Waffenruhe bis Ende dieser Woche geĂ€uĂert â PrĂ€sident Donald Trump hĂ€lt nun aber auch die nĂ€chste Woche fĂŒr möglich. Auf die Frage eines Journalisten, fĂŒr wie realistisch er eine Waffenruhe im Gazastreifen halte, sagte der Republikaner: «Ich glaube, wir haben diese Woche eine Chance â oder nĂ€chste Woche.» Trump hatte sich in den vergangenen Tagen zwei Mal mit dem israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu in Washington getroffen und ĂŒber Gaza gesprochen.Â
Wieder Raketenalarm in IsraelÂ
Unterdessen gab es am frĂŒhen Morgen in Israel wieder Raketenalarm. Es sei erneut eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete abgefangen worden, teilte die israelische Armee mit. Die Huthi-Miliz im Jemen greift seit Beginn des Gaza-Kriegs immer wieder Israel sowie Handelsschiffe mit angeblichem Bezug zu Israel an. ErklĂ€rtes Ziel ist dabei die UnterstĂŒtzung der Hamas im Gazastreifen.Â
Huthi im Jemen versenkt weiteres SchiffÂ
Nach US-Angaben versenkte die Miliz im Roten Meer das Handelsschiff «Eternity C» und tötete dabei Menschen. Die genaue Zahl ist unklar. Zudem seien «viele ĂŒberlebende Crewmitglieder» festgenommen worden, hieĂ es in einer Nachricht der diplomatischen Vertretung der USA im Jemen auf X. «Wir fordern ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.» Die wie die Hamas mit dem Iran verbĂŒndete Huthi teilten mit, mehrere Besatzungsmitglieder des Schiffes seien «gerettet» und an einen «sicheren Ort» gebracht worden.Â
Unterdessen geht der Krieg im abgeriegelten Gazastreifen weiter. Bei israelischen Luftangriffen wurden palĂ€stinensischen Angaben zufolge erneut mehrere Menschen getötet. Vier PalĂ€stinenser seien ums Leben gekommen und rund 20 verletzt worden, als ein Wohnhaus in der Stadt Gaza im Norden des KĂŒstengebiets getroffen worden sei, hieĂ es aus medizinischen Kreisen. Laut der palĂ€stinensischen Nachrichtenagentur Wafa ist unter den Toten auch ein Kleinkind. Israels Armee Ă€uĂerte sich auf Anfrage zunĂ€chst nicht dazu.
Berichte ĂŒber weitere Tote in GazaÂ
Laut Wafa wurden bei einem weiteren Angriff in der Stadt zudem elf Menschen getötet und weitere verletzt. Erneut sei das Haus einer Familie getroffen worden. Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, sie habe bei dem Angriff in der Nacht Mitglieder der Hamas in der Gegend getroffen. Das MilitĂ€r habe vor dem Angriff MaĂnahmen getroffen, um die Zivilbevölkerung zu schonen. Wafa meldete darĂŒber hinaus weitere tödliche Angriffe in dem KĂŒstenstreifen. Die Angaben lieĂen sich zunĂ€chst allesamt nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.
BundesauĂenminister Johann Wadephul will heute in Wien mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar sowie Ăsterreichs AuĂenministerin Beate Meinl-Reisinger ĂŒber Gaza und das iranische Nuklearprogramm sprechen.
Israels Armee teilte derweil mit, sie habe mit der Umstellung der Stadt Beit Hanun im Norden Gazas begonnen. «Die Truppen sind im Einsatz, um Terroristen auszuschalten und die terroristische Infrastruktur sowie die militĂ€rischen KapazitĂ€ten der Hamas in dem Gebiet zu zerstören.» Auch dies lieĂ sich nicht ĂŒberprĂŒfen. In Beit Hanun waren am Montag fĂŒnf israelische Soldaten durch eine am StraĂenrand platzierte Bombe getötet worden.
Angeblich Fortschritte bei VerhandlungenÂ
Angesprochen auf einen Bericht der US-Nachrichtenseite «Axios», demzufolge es bei GesprĂ€chen zwischen ranghohen Vertretern der USA, Israels und Katars im WeiĂen Haus am Dienstag Fortschritte mit Blick auf ein Abkommen fĂŒr eine 60-tĂ€gige Waffenruhe in Gaza gegeben habe, sagte US-PrĂ€sident Trump: «Wir wollen eine Waffenruhe haben, wir wollen Frieden haben, wir wollen die Geiseln zurĂŒckholen. Und ich glaube, wir sind nah dran, das zu erreichen.» Laut «Axios» ging es bei dem Treffen im WeiĂen Haus um den teilweisen RĂŒckzug der israelischen Truppen wĂ€hrend der Waffenruhe, der fĂŒr Unstimmigkeiten sorge.Â
Als Folge des Treffens habe Israel spĂ€ter eine Lagekarte vorgelegt, in die ein weitergehender RĂŒckzug seiner Truppe eingezeichnet sei als in einer zuvor prĂ€sentierten Karte. Dadurch sei ein bedeutender Fortschritt in den GesprĂ€chen erzielt und die Chance auf einen Deal erhöht worden, berichtete «Axios» unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle.Â
Hamas will «ernsthaft» weiterverhandelnÂ
Trotz der derzeitigen Schwierigkeiten bei den Verhandlungen «aufgrund der Unnachgiebigkeit» Israels arbeite man «weiter ernsthaft und positiv mit den Vermittlern zusammen, um die Hindernisse zu ĂŒberwinden», erklĂ€rte die Hamas in einer Mitteilung auf Telegram. Israels Regierungschef Netanjahu sagte unterdessen laut der «Times of Israel» in Washington, dass weder er noch US-PrĂ€sident Trump einem Abkommen «um jeden Preis» zustimmen wĂŒrden.Â
Er und Trump hĂ€tten ein gemeinsames Ziel, sagte Netanjahu. «Ich möchte die Freilassung unserer Geiseln erreichen. Wir wollen die Herrschaft der Hamas in Gaza beenden. Wir wollen sicherstellen, dass Gaza keine Bedrohung mehr fĂŒr Israel darstellt», sagte der israelische Regierungschef demnach im US-Kapitol. Nach israelischem Erkenntnisstand sind noch mindestens 20 Geiseln in Gaza am Leben. Hinzu kommen die Leichen von 28 Verschleppten.









