VerbĂŒndete, Ukraine

VerbĂŒndete der Ukraine drohen Russland mit neuen Sanktionen

19.05.2025 - 05:06:30

US-PrÀsident Trump will heute erneut mit Kremlchef Putin telefonieren. Bisher zeigte der Russe wenig Bereitschaft zum Einlenken Richtung einer friedlichen Lösung in der Ukraine. Im Gegenteil.

  • Seit seinem Amtsantritt telefonierte Trump bereits zwei Male mit Putin. (Archivbild) - Foto: Pavel Bednyakov/AP/Pool via AP/dpa

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  • Merz setzt Ukraine-Diplomatie fort. - Foto: Michael Kappeler/dpa

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  • Selenskyj trifft US-VizeprĂ€sident Vance.  - Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa

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  • Trump will mit Kremlchef Putin telefonieren. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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Seit seinem Amtsantritt telefonierte Trump bereits zwei Male mit Putin. (Archivbild) - Foto: Pavel Bednyakov/AP/Pool via AP/dpaMerz setzt Ukraine-Diplomatie fort. - Foto: Michael Kappeler/dpaSelenskyj trifft US-VizeprÀsident Vance.  - Foto: Gregorio Borgia/AP/dpaTrump will mit Kremlchef Putin telefonieren. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Unmittelbar vor dem geplanten Telefonat von US-PrĂ€sident Donald Trump mit Kremlchef Wladimir Putin haben Deutschland, die USA und weitere VerbĂŒndete der Ukraine den Druck auf Russland erhöht. Die Staats- und Regierungschefs aus Großbritannien, den USA, Deutschland, Frankreich und Italien hĂ€tten in einem Telefonat «auch die Anwendung von Sanktionen erörtert (...), falls Russland sich nicht ernsthaft auf eine Waffenruhe und FriedensgesprĂ€che einlĂ€sst», teilte eine Sprecherin der britischen Regierung in der Nacht mit. 

An dem GesprĂ€ch nahmen laut britischer Nachrichtenagentur PA Kanzler Friedrich Merz, der britische Premier Keir Starmer, der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron, Trump und Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni teil. Trump will heute (10.00 Uhr Ortszeit; 16.00 Uhr MESZ) erneut mit Putin telefonieren, um ĂŒber eine Waffenruhe in dem seit mehr als drei Jahren tobenden Ukraine-Krieg zu sprechen. Der US-PrĂ€sident hat das Ziel ausgerufen, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine möglichst schnell zu beenden. 

Macron schrieb nach dem GesprĂ€ch am Sonntagabend auf der Plattform X, Putin mĂŒsse nun zeigen, dass er Frieden wolle, indem er die von Trump vorgeschlagene und von der Ukraine und Europa unterstĂŒtzte 30-tĂ€gige bedingungslose Waffenruhe akzeptiere. Die Sprecherin der britischen Regierung teilte weiter mit, die VerbĂŒndeten der Ukraine hĂ€tten mit Blick auf das GesprĂ€ch von Trump und Putin die Notwendigkeit erörtert, dass der Kremlchef die FriedensgesprĂ€che ernst nehmen mĂŒsse. 

Trump will auch mit Nato-Mitgliedstaaten sprechen 

Bei dem GesprĂ€ch mit Putin plant Trump eigenen Angaben zufolge auch, Handelsfragen anzusprechen. Im Anschluss will er mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj und Vertretern der Nato-Mitgliedstaaten sprechen. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher UnterstĂŒtzung gegen die Invasion, geriet zuletzt aber unter Druck – auch weil die US-Regierung unter Trump ihre militĂ€rische Hilfe fĂŒr Kiew deutlich reduzierte. 

Unter Trumps AmtsvorgĂ€nger Joe Biden hatte zwischen Washington und Moskau ĂŒber lĂ€ngere Zeit weitgehend Funkstille geherrscht. Der Republikaner sucht nun wieder verstĂ€rkt den direkten Draht. Seit seinem Amtsantritt im Januar telefonierte Trump bereits zwei Mal mit Putin – zuletzt Mitte MĂ€rz.

Putin zeigte auf die BemĂŒhungen der USA wenig Entgegenkommen, einziges ZugestĂ€ndnis war bisher die Entsendung einer rangniedrigen Delegation zu Verhandlungen mit einer ukrainischen Vertretung in Istanbul. Einzig konkretes Ergebnis dieses Treffens unter tĂŒrkischer Vermittlung am Freitag war die Vereinbarung zu einem baldigen Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen. Ein genauer Zeitpunkt dafĂŒr wurde nicht genannt.

GesprĂ€che am Rande der AmtseinfĂŒhrung von Leo XIV.

Bereits am Sonntag hatten sich europĂ€ische und amerikanische Politiker untereinander sowie mit Selenskyj ausgetauscht, um mögliche Chancen zur schnellen Beendigung des Blutvergießens auszuloten. Am Rande der AmtseinfĂŒhrung von Papst Leo XIV. sprach Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem Selenskyj und mit US-Außenminister Marco Rubio. Davor hatte er sich mit dem kanadischen MinisterprĂ€sidenten Mark Carney getroffen. 

Nach einer Audienz bei Papst Leo XIV. kam Selenskyj mit US-VizeprĂ€sident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio zusammen. Bei ihrem Treffen habe er die Amerikaner ĂŒber die «unrealistischen Bedingungen» informiert, die von der russischen Delegation bei den FriedensgesprĂ€chen in Istanbul gestellt worden seien, berichtete der ukrainische Staatschef auf der Plattform X.

«Ich habe bekrĂ€ftigt, dass die Ukraine an echter Diplomatie festhalten will und habe die Bedeutung einer vollstĂ€ndigen und bedingungslosen Waffenruhe unterstrichen», schrieb Selenskyj. Bei dem Treffen mit Vance und Rubio sei auch die Notwendigkeit neuer Sanktionen gegen Russland und die Lage in den Kampfgebieten erörtert worden. «Gegen Russland wird Druck benötigt, bis sie bereit sind, den Krieg zu beenden», betonte Selenskyj. «Und natĂŒrlich haben wir ĂŒber gemeinsame Schritte zu einem gerechten und dauerhaften Frieden gesprochen.»

KĂ€mpfe in der Ukraine dauern an

Im Osten der Ukraine setzten russische und ukrainische Truppen ihre erbitterten KÀmpfe fort. Bis zum Abend gab es rund 70 Angriffe russischer Einheiten, wie der Generalstab in Kiew in seinem Lagebericht mitteilte. Allein rund um den Brennpunkt Pokrowsk am Rande der Region Donezk traten russische Einheiten nach diesen Angaben zu 25 Sturmangriffen an. 

Auch aus der Umgebung von Nowopawliwka wurden mehrere russische Angriffe gemeldet. Russische Berichte ĂŒber neue Gebietseroberungen in diesen Bereichen wurden weder von ukrainischer Seite noch aus unabhĂ€ngiger Quelle bestĂ€tigt.

@ dpa.de