Scholz, Grenzverschiebungen

Scholz warnt erneut vor gewaltsamen Grenzverschiebungen

28.01.2025 - 09:59:55

US-PrĂ€sident Trump will Kontrolle ĂŒber das rohstoffreiche Grönland. DĂ€nemark hĂ€lt auch mit militĂ€rischer AufrĂŒstung dagegen - und sucht RĂŒckendeckung bei den europĂ€ischen VerbĂŒndeten.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei einem Berlin-Besuch der dĂ€nischen MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen erneut alle territorialen Expansionsbestrebungen verurteilt - wer auch immer sie verfolgt. «Grenzen dĂŒrfen nicht mit Gewalt verschoben werden - to whom it may concern (an alle, die es betrifft)», sagte Scholz vor seinem GesprĂ€ch mit Frederiksen im Kanzleramt. 

Der Kanzler hatte sich in den vergangenen Wochen mit Blick auf die von US-PrĂ€sident Donald Trump geĂ€ußerten GebietsansprĂŒche in Panama, Kanada und Grönland bereits mehrfach Ă€hnlich geĂ€ußert. «Die Unverletzlichkeit von Grenzen ist ein Grundprinzip des Völkerrechts», bekrĂ€ftigte er jetzt wieder. «Das Prinzip muss gelten fĂŒr alle.»

Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Königreich DĂ€nemark. Trump hat mehrfach Interesse an der grĂ¶ĂŸten Insel der Welt mit ihren umfangreichen Rohstoffvorkommen und ihrer strategisch wichtigen Lage geĂ€ußert. «Ich glaube, wir werden Grönland bekommen, weil es wirklich mit der Freiheit der Welt zu tun hat», sagte er am Wochenende.

AufrĂŒstung in der Arktis fĂŒr zwei Milliarden Euro

Die dĂ€nische Regierung kĂŒndigte vor diesem Hintergrund am Montag an, die militĂ€rische PrĂ€senz in der Arktis und im Nordatlantik mit drei neuen Schiffe fĂŒr die GewĂ€sser rund um Grönland, weiteren Langstreckendrohnen und Satelliten zu verstĂ€rken - fĂŒr fast zwei Milliarden Euro.

Frederiksen ging in der Pressebegegnung mit Scholz nicht nĂ€her darauf ein. Sie betonte allerdings die wachsende Bedeutung der europĂ€ischen Zusammenarbeit. «Wir brauchen ein stĂ€rkeres und entschlosseneres Europa, das zunehmend auf eigenen FĂŒĂŸen steht und in der Lage ist, die europĂ€ischen Interessen zu verteidigen und zu fördern», sagte sie. «Es liegt an Europa, die Zukunft unseres Kontinents zu definieren, und ich denke, wir mĂŒssen mehr Verantwortung fĂŒr unsere eigene Sicherheit ĂŒbernehmen.» 

Weitere Stationen in Paris und BrĂŒssel

Nach Berlin will die dĂ€nische MinisterprĂ€sidentin auch Paris und BrĂŒssel besuchen, wo sie sich mit Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte treffen will.

@ dpa.de