Trump, Deal

Trump glaubt an Deal mit Moskau und macht Selenskyj VorwĂŒrfe

24.04.2025 - 04:14:14

US-PrĂ€sident Trump wirft PrĂ€sident Selenskyj in Kiew vor, den Krieg mit Moskau unnötig zu verlĂ€ngern. Der Ukrainer wehrt sich - und tritt eine Reise nach SĂŒdafrika an.

  • Zwischen Kiew und Washington geht der Streit um die Zukunft der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim weiter. (Archivbild) - Foto: Mystyslav Chernov/AP/dpa

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  • Selenskyjs BĂŒrochef Andrij Jermak schrieb nach den GesprĂ€chen in London vom Austausch mit dem US-Gesandten Keith Kellog. (Archivbild) - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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  • Der US-Sondergesandte Steve Witkoff ist schon mehrfach zu persönlichen GesprĂ€chen mit Kremlchef Wladimir Putin nach Russland gereist. (Archibild) - Foto: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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  • Russland greift in der Nacht auch wieder Kiew an. BĂŒrgermeister Klitschko berichtet von zahlreichen EinschlĂ€gen.  - Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

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Zwischen Kiew und Washington geht der Streit um die Zukunft der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim weiter. (Archivbild) - Foto: Mystyslav Chernov/AP/dpaSelenskyjs BĂŒrochef Andrij Jermak schrieb nach den GesprĂ€chen in London vom Austausch mit dem US-Gesandten Keith Kellog. (Archivbild) - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpaDer US-Sondergesandte Steve Witkoff ist schon mehrfach zu persönlichen GesprĂ€chen mit Kremlchef Wladimir Putin nach Russland gereist. (Archibild) - Foto: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpaRussland greift in der Nacht auch wieder Kiew an. BĂŒrgermeister Klitschko berichtet von zahlreichen EinschlĂ€gen.  - Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

US-PrĂ€sident Donald Trump sieht einen Deal mit Russland zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine in greifbarer NĂ€he und macht dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj schwere VorwĂŒrfe. «Ich glaube, wir haben einen Deal mit Russland», sagte Trump in Washington. «Wir mĂŒssen eine Vereinbarung mit Selenskyj treffen.» 

Kurz zuvor hatte der US-PrĂ€sident Selenskyj vorgeworfen, den Krieg mit aufhetzenden Äußerungen zu verlĂ€ngern. Der ukrainische PrĂ€sident dagegen wies die Linie von Trump erneut zurĂŒck, sein Land könne fĂŒr einen Frieden auf die von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim verzichten. 

«Die Ukraine wird immer im Einklang mit ihrer Verfassung handeln, und wir sind absolut sicher, dass unsere Partner – insbesondere die USA – sich an ihre starken Entscheidungen halten werden», sagte Selenskyj in einer bei Telegram und auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung. Dazu heftete er die Krim-ErklĂ€rung der USA von 2018 an, in der Russland zum RĂŒckzug von der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Krim aufgefordert wird.

Der US-PrĂ€sident hatte Selenskyj vorgeworfen, mit seiner Weigerung den Krieg zu verlĂ€ngern. «Wenn er die Krim haben will, warum haben sie dann nicht schon vor elf Jahren um sie gekĂ€mpft, als sie ohne einen Schuss an Russland ĂŒbergeben wurde?», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Es seien solche aufhetzende Äußerungen, die es schwierig machten, diesen Krieg beizulegen. «Diese Aussage ist sehr schĂ€dlich fĂŒr die Friedensverhandlungen mit Russland», schrieb der US-PrĂ€sident.

SpĂ€ter sagte Trump, er habe gedacht, es sei einfacher, mit Selenskyj zu verhandeln. «Bis jetzt war es schwieriger, aber das ist okay.» Trump ließ offen, ob er den ukrainischen PrĂ€sidenten bei den Trauerfeierlichkeiten fĂŒr Papst Franziskus in Rom am Samstag sehen wird. 

Trump: Selenskyj riskiert Verlust der ganzen Ukraine

Trump warnte Selenskyj, dass er angesichts der schlimmen Lage noch mehr Gebiete verlieren könne. «Der kann Frieden haben, oder er kann noch weitere drei Jahren kÀmpfen, bevor er das ganze Land verliert», meinte der US-PrÀsident. Selenskyj sei ein Mann ohne Karten und sollte sich auf einen Friedensdeal einlassen, sagte Trump.

Russland fordert einen Verzicht der Ukraine auf die Krim und vier weitere Regionen - als einen Weg, um Frieden zu schließen in dem Krieg, den Moskau seit mehr als drei Jahren gegen das Nachbarland fĂŒhrt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte im Interview des französischen Magazins «Le Point», dass sich die ukrainischen Truppen aus den von Russland einverleibten Gebieten zurĂŒckziehen mĂŒssten, wenn Kiew Frieden mit Moskau wolle.

Selenskyj reist nach SĂŒdafrika

Selenskyj will heute in SĂŒdafrika ĂŒber Möglichkeiten fĂŒr einen Frieden sprechen. Nach Angaben aus Pretoria ist der Besuch eine Fortsetzung laufender VermittlungsgesprĂ€che. SĂŒdafrika ist seit Juni 2023 die fĂŒhrende Kraft hinter einer afrikanischen Friedensinitiative zum Ukraine-Krieg. Außerdem soll es um die bilateralen Beziehungen der beiden LĂ€nder gehen. Selenskyj veröffentlichte bei Telegram Fotos von seiner Ankunft am Flughafen.

Kiew erneut Ziel russischer Angriffe

Russland griff derweil ukrainischen Angaben zufolge in der Nacht erneut mit Drohnen die ukrainische Hauptstadt Kiew an. BĂŒrgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram, in mehreren Bezirken seien WohnhĂ€user und Autos getroffen worden und in Brand geraten. Ein Wohnhaus sei zerstört worden, unter den TrĂŒmmern befĂ€nden sich Menschen. Bei den Attacken seien mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, 54 weitere seien verletzt worden. 38 seien in KrankenhĂ€user gebracht worden, unter ihnen seien sechs Kinder. Klitschko rief die Anwohner auf, in den SchutzrĂ€umen zu bleiben. 

Ukrainische Medien berichteten von russischen LuftschlÀgen auch in anderen Teilen des Landes. So meldete die «Ukrajinska Prawda», die Ukraine stehe unter massivem russischen Beschuss. In mehreren StÀdten seien Explosionen gemeldet worden. «Sehr laut im ganzen Land.» Die Ukraine wehrt sich seit mehr als drei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.

Londoner Treffen nur auf Beraterebene

Am Mittwoch hatte es in London auf Beraterebene GesprĂ€che ĂŒber einen möglichen Frieden in der Ukraine gegeben. Konkrete Ergebnisse wurden anschließend nicht verkĂŒndet. Selenskyj rĂ€umte auch mit Blick auf den Streit ĂŒber die Krim ein, dass es ein Tag gewesen sei, an dem die Emotionen hochschlugen. Zugleich lobte er, dass es die GesprĂ€che zwischen Vertretern der Ukraine, der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands gegeben hat, um einen Frieden nĂ€herzubringen. «Wir sind unseren Partnern dankbar», sagte Selenskyj. 

Selenskyjs BĂŒrochef Andrij Jermak schrieb im Anschluss an den Austausch mit dem US-Gesandten Keith Kellogg in London. «Wir haben unsere Position mitgeteilt und festgehalten, dass eine umgehende, vollstĂ€ndige und bedingungslose Feuerpause der erste Schritt zum Beginn von Verhandlungen ĂŒber das Erreichen eines gerechten und dauerhaften Friedens sein muss», teilte er bei Telegram mit. Die Ukraine werde unter allen UmstĂ€nden ihre grundsĂ€tzliche Position wĂ€hrend der Verhandlungen verteidigen.

Indes soll der US-Sondergesandte Steve Witkoff, der nicht in London an den GesprĂ€chen teilgenommen hatte, diese Woche erneut nach Moskau reisen, um mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin ĂŒber eine Beendigung des Angriffskrieges zu beraten. Die US-Nachrichtenseite «Axios» schrieb, dass Witkoff voraussichtlich am Freitag den Kremlchef treffen werde. Witkoff war schon mehrfach fĂŒr persönliche GesprĂ€che mit Putin nach Russland gereist. Zuletzt sprach er am 11. April in St. Petersburg mit dem Kremlchef.

@ dpa.de