Ausland, Afghanistan

US-TruppenabzugsplÀne aus Afghanistan beunruhigen Unionspolitiker Wadephul

18.11.2020 - 17:35:55 | ad-hoc-news.de

Die PlĂ€ne von US-PrĂ€sident Trump fĂŒr den kurzfristig geplanten Abzug weiterer Truppen aus dem Irak und Afghanistan beunruhigen deutsche Politiker.

Afghanistan - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Afghanistan - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
„Es ist eine bittere Nachricht fĂŒr die NATO-BĂŒndnispartner, dass die amtierende amerikanische Regierung beschlossen hat, den Abzug der US-Truppen aus den Gebieten des Irak und Afghanistan noch zu beschleunigen“. Das sagte der Vorsitzende der Unionsfraktion, Johann Wadephul dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Weiter Ă€ußerte sich Wadephul mit den Worten: „Es ist ein Bruch mit den bisher bekannten Konventionen amerikanischer Innenpolitik. Dieser PrĂ€sident trifft strategische Entscheidungen noch wĂ€hrend der Übergangsphase. Gleichzeitig ist es ein Bruch mit den Gepflogenheiten der NATO, denn die Allianz steht fĂŒr gemeinsame Kommunikation und gemeinsame Entscheidungen“. Diese Handlungen des amtierenden US-PrĂ€sidenten beklagt der Politiker der CDU.

Die Forderung Wadephuls lautet, dass die US-Regierung kurzfristig innerhalb der NATO ĂŒber die konkreten AbzugsplĂ€ne seine Partner informiert. Seine Forderung begrĂŒndet er damit, „dass sich der MehrheitsfĂŒhrer der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnel klar zur BĂŒndnistreue innerhalb der NATO bekannt hat. Zu diesen BĂŒndnisabsprachen zĂ€hlt unter anderem eine gemeinsame Planung der zukĂŒnftigen EinsĂ€tze in Afghanistan“, so die Aussage von Wadephul. Auch die deutsche Bundeswehr beschĂ€ftigt sich mit AbzugsplĂ€nen aus Afghanistan. „Aber unser Signal ist ein anderes an die NATO, denn wir sind ein verlĂ€sslicher Partner“, bekrĂ€ftigt Wadephul. „Ein ĂŒbereilter Abzug aus Afghanistan könnte den Erfolg des gemeinsamen Einsatzes ĂŒber mehrere Jahre gefĂ€hrden“, so seine deutliche Mahnung. Aus Sicht des SPD-Verteidigungspolitikers Fritz Felgentreu sollte das Bundesverteidigungsministerium sich bei der Ausarbeitung der eigenen PlĂ€ne fĂŒr einen Truppenabzug aus Afghanistan beeilen. Er sagte in diesem Zusammenhang: „Dass es gut ist, wenn sich die Bundeswehr auf verschiedene Szenarien beim Truppenabzug mit unterschiedlicher Geschwindigkeit vorbereitet. Von der amerikanischen UnterstĂŒtzung zur GewĂ€hrleistung der Sicherheit der Resolute-Support-KrĂ€fte im Nordirak hĂ€ngt vieles ab. Wenn diese Sicherheit nicht mehr vollstĂ€ndig gewĂ€hrleistet ist, muss der Abzug der internationalen Allianz aus den Gebieten umMasar-e Scharif und Kundus unter UmstĂ€nden schneller erfolgen als bisher geplant“, so die Aussage des SPD-Politikers gegenĂŒber dem RND. Die Bundeswehr ist nach seinen AusfĂŒhrungen eine „Anlehnungsstreitmacht“ fĂŒr die kleineren Kontingente der VerbĂŒndeten aus der NATO vor Ort. Nach den Äußerungen von Felgentreu steht aus seiner Sicht das Ende der Afghanistan-Mission der deutschen Bundeswehr bevor. Bei einer erneuten VerlĂ€ngerung des Mandates fĂŒr den Einsatz in Afghanistan sollte es sich bei den dann anstehenden Entscheidungen aufgrund der aktuellen Lage nur noch um die Organisation fĂŒr den Abschluss des Einsatzes handeln. Felgentreu vertritt die Meinung, dass „der Einsatz in Afghanistan schon sehr bald ein Teil der MilitĂ€rgeschichte Deutschlands sein wird“. Wenig ĂŒberrascht von den AnkĂŒndigungen aus der amerikanischen Hauptstadt zeigt sich der Außenpolitiker JĂŒrgen Trittin von den GrĂŒnen. Nach seiner Ansicht „kommt der Abzug der Amerikaner aus Afghanistan nicht ĂŒberraschend. Vielmehr haben die VerbĂŒndeten in der NATO viel zu lange vor diesem neuen möglichen Szenario die Augen verschlossen. Jetzt rĂ€cht sich die bisher von den BĂŒndnispartnern durchgefĂŒhrte Vogel-Strauß-Politik“. Dies sagte er dem RND gegenĂŒber in seinem Interview. Gleichzeitig warf Trittin der Bundesregierung eine gewisse Planlosigkeit vor. „Außenminister Maas und die Kabinettskollegin Kramp-Karrenbauer als Verteidigungsministerin haben anstatt einen geordneten Abzug der Truppen vorzubereiten, die Bundeswehr einfach an ihren Standorten stehen lassen. Diese Planung erfolgt nach dem Motto: Der Letzte macht das Licht aus“, so Trittin in seinen Äußerungen. Weiterhin sagte Trittin, dass die Bundeswehr schon seit lĂ€ngerer Zeit nichts mehr zur Lösung des Konfliktes beigetragen hĂ€tte und der deutsche Abzug lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig ist. Aus Sicht der USA ist die Taliban an der Regierung mit beteiligt und das sei „bittere RealitĂ€t“. Die Stabilisierung des Landes von außen kann nur noch ĂŒber die Vergabe von Hilfsmitteln und internationalen Geldern aus seiner Sicht erfolgen.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, Adlerflug

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