Ukraine, Russland

US-Vermittler Witkoff und Kushner erstmals in Kiew

Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 12:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Mehrfach waren die US-UnterhÀndler bereits in Russland, nun haben sie die Ukraine besucht. PrÀsident Selenskyj empfÀngt sie vor historischer Kulisse und verweist auf die lange Geschichte des Landes.

  • Die US-UnterhĂ€ndler Witkoff und Kushner sind erstmals in Kiew. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa
    Die US-UnterhÀndler Witkoff und Kushner sind erstmals in Kiew. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa
  • Die Ukraine erwartete den Besuch der beiden US-Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner seit Monaten. (Archivbild) - Bild: Thomas Padilla/AP/dpa
    Die Ukraine erwartete den Besuch der beiden US-Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner seit Monaten. (Archivbild) - Bild: Thomas Padilla/AP/dpa
  • Bereits mehrfach waren die US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff und Jared Kushner zu GesprĂ€chen in Moskau, hier am Samstag. (Archivbild) - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
    Bereits mehrfach waren die US-UnterhÀndler Steve Witkoff und Jared Kushner zu GesprÀchen in Moskau, hier am Samstag. (Archivbild) - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • Erstmals sind die US-UnterhĂ€ndler Witkoff und Kushner in Kiew. - Bild: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa
    Erstmals sind die US-UnterhÀndler Witkoff und Kushner in Kiew. - Bild: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa
  • die US-Vermittler reisten wie andere auslĂ€ndische GĂ€ste mit der Bahn an. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa
    die US-Vermittler reisten wie andere auslÀndische GÀste mit der Bahn an. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa
  • Bereits mehrfach waren die US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff und Jared Kushner zu GesprĂ€chen in Moskau.  - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
    Bereits mehrfach waren die US-UnterhÀndler Steve Witkoff und Jared Kushner zu GesprÀchen in Moskau. - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • Selenskyj zeigte seinen GĂ€sten die mittelalterliche Sophien-Kathedrale, ein Sinnbild der historischen Tradition der Ukraine. - Bild: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa
    Selenskyj zeigte seinen GĂ€sten die mittelalterliche Sophien-Kathedrale, ein Sinnbild der historischen Tradition der Ukraine. - Bild: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa
Die US-UnterhÀndler Witkoff und Kushner sind erstmals in Kiew. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa Die Ukraine erwartete den Besuch der beiden US-Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner seit Monaten. (Archivbild) - Bild: Thomas Padilla/AP/dpa Bereits mehrfach waren die US-UnterhÀndler Steve Witkoff und Jared Kushner zu GesprÀchen in Moskau, hier am Samstag. (Archivbild) - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa Erstmals sind die US-UnterhÀndler Witkoff und Kushner in Kiew. - Bild: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa die US-Vermittler reisten wie andere auslÀndische GÀste mit der Bahn an. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa Bereits mehrfach waren die US-UnterhÀndler Steve Witkoff und Jared Kushner zu GesprÀchen in Moskau.  - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa Selenskyj zeigte seinen GÀsten die mittelalterliche Sophien-Kathedrale, ein Sinnbild der historischen Tradition der Ukraine. - Bild: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa

Im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs haben die US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff und Jared Kushner erstmals Kiew besucht. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj empfing sie unter freiem Himmel vor der Sophienkathedrale, einem Symbol fĂŒr die lange historische Tradition des Landes. «Wir haben GesprĂ€che begonnen», schrieb Selenskyj auf dem Portal X. 

Nach einer ersten GesprĂ€chsrunde stießen die ebenfalls angereisten die Sicherheitsberater der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien zu den Unterredungen hinzu, wie ukrainische Medien berichteten. Zum Verlauf der GesprĂ€che wurden zunĂ€chst keine Informationen veröffentlicht.

Am Vortag hatten der Sondergesandte Witkoff und Kushner, der Schwiegersohn von US-PrĂ€sident Donald Trump, in Moskau GesprĂ€che ĂŒber ein mögliches Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gefĂŒhrt. Sie sprachen fast drei Stunden mit Kremlchef Wladimir Putin.

Selenskyj erklĂ€rte: «Wir sind daran interessiert, ein Ende des Krieges nĂ€herzubringen.» Die Ukraine brauche Sicherheitsgarantien und eine wĂŒrdige Nachkriegsordnung. Insgesamt waren die Erwartungen in Kiew wie in Moskau an die neuen VermittlungsbemĂŒhungen der USA aber gering. 

 

US-UnterhÀndler waren mehrfach in Moskau

Witkoff und Kushner haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren fĂŒr ihre VermittlungsbemĂŒhungen aber noch nie in Kiew. Damit hatten sie bei Selenskyj fĂŒr Unmut gesorgt. Im April kritisierte er, es sei respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen. 

Trotzdem dĂŒrften auch die jĂŒngsten EindrĂŒcke aus Moskau in Kiew nicht gut angekommen sein. Putin erklĂ€rte, dass Witkoff und Kushner inzwischen das Vertrauen der russischen Seite hĂ€tten. «FĂŒr uns ist die Zusammenarbeit mit ihnen komfortabel», sagte der PrĂ€sident. Witkoff sagte, die Treffen mit Putin gehörten fĂŒr ihn zu den erinnerungswĂŒrdigsten ĂŒberhaupt.

Putin habe seine EinschĂ€tzung der Lage abgegeben, berichtete dessen außenpolitischer Berater Juri Uschakow. «Insbesondere wurden die tatsĂ€chlichen Erfolge der russischen Armee beim Vormarsch im Einsatzgebiet hervorgehoben», sagte er. Allerdings geben Experten ĂŒber die vermeintlichen und realen Fortschritte der Kriegsparteien im Frontgebiet unterschiedliche EinschĂ€tzungen ab. Immer wieder gibt es Zweifel, ob Putin von seinem Generalstab wahrheitsgemĂ€ĂŸ ĂŒber die Lage informiert wird.

Die «New York Times» hatte im Vorfeld unter Berufung auf mit den diplomatischen BemĂŒhungen vertraute Beamte berichtet, dass sich die Verhandlungen ĂŒber die Reise wochenlang zogen. Die USA hĂ€tten darauf bestanden, dass die Ukrainer ihre Drohnenangriffe auf Moskau und die russische Energieinfrastruktur vorĂŒbergehend einstellen, solange sich Witkoff und Kushner in Russland aufhalten. Die russischen StreitkrĂ€fte mĂŒssten ihre Raketenangriffe auf Kiew stoppen, schrieb die Zeitung. 

Anreise mit der Bahn aus Polen

Nach dem Treffen in Moskau flogen die US-UnterhĂ€ndler zurĂŒck auf EU-Gebiet und landeten in Rzeszow in Ostpolen. Von dort nahmen sie wie andere auslĂ€ndische Politiker den Zug fĂŒr den Besuch in Kiew. Vorher hatte es Überlegungen ĂŒber eine Anreise mit dem Flugzeug gegeben. Allerdings ruht der zivile Flugverkehr ĂŒber der Ukraine seit Kriegsbeginn 2022. Selenskyj warf Russland vor, vor dem Besuch gezielt die Kiewer FlughĂ€fen Schuljany und Boryspil beschossen zu haben, um die US-Vermittler abzuschrecken.

Trotzdem galten fĂŒr die Dauer der Vermittlungsmission Zusagen beider Seiten, die HauptstĂ€dte Moskau und Kiew nicht anzugreifen. In Kiew freuten sich viele Menschen, nach Tagen mit Luftalarm fast rund um die Uhr in der Nacht zu Sonntag wieder einmal durchzuschlafen. 

An anderen Orten gab es indes Luftangriffe. In der frontnahen sĂŒdukrainischen Großstadt Saporischschja wurden zwei Frauen durch russische Drohnen verletzt. Am Abend vorher hatte es drei Tote in der Stadt Tschuhujiw im Gebiet Charkiw gegeben. Ukrainische Drohnen verursachten einen Brand in der Raffinerie der russischen Stadt Rjasan sĂŒdöstlich von Moskau. Auch das Gebiet Rostow im SĂŒden wurde angegriffen.

Zeichen stehen auf Eskalation 

Witkoff und Kushner sind in der Trump-Regierung fĂŒr die BemĂŒhungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs zustĂ€ndig. «Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prĂŒfen, ob wir etwas erreichen können», hatte US-PrĂ€sident Trump im Vorfeld gesagt. Er zeigte sich erneut optimistisch, dass dies gelingen könne. Bisher haben die BemĂŒhungen der USA aber noch keinen Durchbruch gebracht. Als Vermittler saß Washington bei direkten GesprĂ€chen Moskaus und Kiews in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Februar in Genf mit am Tisch. Zuletzt lagen die Verhandlungen auf Eis – auch weil die USA durch ihren eigenen Krieg im Iran abgelenkt waren.

Auch im Ukraine-Krieg stehen die Zeichen derzeit eher auf Eskalation. An der Front gibt es kaum Bewegung, gleichzeitig haben beide Seiten ihren Luft- und Seekrieg intensiviert. Moskau setzt vermehrt auf Angriffe mit den besonders schwer abzuwehrenden ballistischen Raketen – auch in dem Wissen, dass es Kiew an Abwehrraketen mangelt. Die Ukraine hat ihre Angriffe vor allem mit Drohnen ins russische Hinterland stark ausgeweitet. RegelmĂ€ĂŸig nimmt sie Raffinerien und Logistikzentren von Online-VersandhĂ€ndlern ins Visier. Im Juli sind Beobachtern der Vereinten Nationen zufolge so viele Zivilisten ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr in einem Monat. 

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