US-Zwischenwahlen: Demokraten brauchen vier Senatssitze
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 05:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Kräfteverhältnisse im US-Kongress
- Bei den Zwischenwahlen werden 35 der 100 Sitze im Senat neu vergeben.
- Die Republikaner halten im Repräsentantenhaus 218 Sitze, die Demokraten 214.
- Für eine demokratische Mehrheit im Senat wären netto vier Sitzgewinne nötig.
US-Zwischenwahlen entscheiden über Kongressmehrheiten
Bei den US-Zwischenwahlen am Dienstag werden Hunderte Abgeordnete, 35 Senatoren und zahlreiche Gouverneure neu bestimmt. Im Mittelpunkt stehen die knappen Rennen, die entscheiden können, ob Donald Trumps Republikaner ihre Mehrheiten im Kongress behalten.
Senat mit mehreren Schlüsselrennen
Im Senat verfügen die Republikaner derzeit über 53 der 100 Sitze, die Demokraten über 45; zwei Parteilose stimmen mit ihnen. Gewinnen die Demokraten netto vier Sitze, verliert Trumps Partei ihre Mehrheit.
Nach Einschätzung des Cook Political Report zeichnen sich sieben Kopf-an-Kopf-Rennen ab, überwiegend in republikanisch besetzten Staaten. In Michigan tritt der Demokrat Abdul El-Sayed gegen den Republikaner Mike Rogers an; der demokratische Amtsinhaber Gary Peters kandidiert nicht erneut.
In Texas bewirbt sich der Demokrat James Talarico gegen den republikanischen Generalstaatsanwalt Ken Paxton. Ein demokratischer Sieg wäre der erste Erfolg der Partei bei einem Senatsrennen in dem Bundesstaat seit fast 40 Jahren.
Namensgleichheit prägt Rennen in Alaska
In Alaska tritt der republikanische Amtsinhaber Dan S. Sullivan gegen den politischen Neuling Dan J. Sullivan und die Demokratin Mary Peltola an. Die Namensgleichheit hat eine politische und juristische Auseinandersetzung ausgelöst; eine Klage wurde inzwischen abgewiesen.
Gouverneursämter im Fokus
Die Gouverneure haben in ihren Bundesstaaten weitreichenden Einfluss. Holen die Demokraten mindestens zwei zusätzliche Ämter, hätten sie erstmals seit 2010 wieder mehr Gouverneure als die Republikaner.
In Ohio stehen der Republikaner Vivek Ramaswamy und die Demokratin Amy Acton im Mittelpunkt. Ein Wahlkampfvideo mit Actons Mutter löste parteiübergreifend Kritik aus. In Wisconsin tritt der moderate Demokrat David Crowley gegen den Republikaner Tom Tiffany an.
Demokraten hoffen auf das Repräsentantenhaus
Alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus werden neu gewählt. Die Republikaner halten 218 Sitze, die Demokraten 214; drei Sitze sind vakant oder parteilos besetzt.
Umfragen sehen die Demokraten im Vorteil. Besonders umkämpfte Wahlkreise können früh anzeigen, welche Partei am Ende die Mehrheit der Kammer gewinnt.
Die Zwischenwahlen bestimmen, welche Partei die Gesetzgebung in Washington kontrollieren kann. Im Senat verfügen die Republikaner laut der Meldung über 53 von 100 Sitzen; vier zusätzliche demokratische Sitze würden daher die republikanische Mehrheit beenden. Wegen der unterschiedlichen Wahlzyklen steht allerdings nur ein Teil des Senats zur Wahl.
Im Repräsentantenhaus ist die Ausgangslage noch knapper. Die Republikaner halten 218 der 435 Sitze, die Demokraten 214; drei Sitze sind vakant oder unabhängig besetzt. Schon wenige umkämpfte Wahlkreise können deshalb entscheiden, ob Präsident Donald Trump seine Vorhaben mit einer Parteimehrheit unterstützen kann.
Die entscheidenden Bundesstaaten
Besondere Bedeutung haben Michigan, Texas und Alaska im Senat sowie Ohio und Wisconsin bei den Gouverneurswahlen. Texas wäre für die Demokraten besonders wichtig, weil ein Sieg dort einen Senatssitz in einem traditionell republikanischen Bundesstaat beträfe. In Michigan steht zugleich die Frage im Raum, wie gut ein Kandidat des linken Parteiflügels in einem Swing State abschneiden kann.
Die Gouverneurswahlen wirken vor allem auf Ebene der Bundesstaaten. Sie entscheiden über politische Schwerpunkte und können das Kräfteverhältnis zwischen Demokraten und Republikanern bei den Gouverneursämtern verschieben. Im Repräsentantenhaus werden nach aktuellen Einschätzungen besonders knappe Wahlkreise in mehreren Bundesstaaten den Ausschlag geben.
Folgen für Trumps zweite Amtszeit
Ein Verlust einer Kongresskammer würde die innenpolitische Handlungsfreiheit des Präsidenten begrenzen, weil Gesetzesvorhaben dann nicht mehr auf eine republikanische Mehrheit in beiden Kammern zählen könnten. Zugleich bliebe die Präsidentschaft selbst unverändert; die Midterms sind keine Wahl über das Präsidentenamt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR: „Trump absolviert letzte Wahlkampfauftritte“ (01.11.2026)
Der Beitrag habe die letzten Wahlkampfauftritte von Donald Trump vor den Zwischenwahlen thematisiert und die Abstimmung am Dienstag als Entscheidung über alle Sitze im Repräsentantenhaus und 35 Senatssitze eingeordnet. Einen zusätzlichen Schwerpunkt habe er auf die hohe Zahl vorzeitig abgegebener Stimmen und den überraschend umkämpften Bundesstaat Kansas gelegt.
ZDFheute: „Midterms 2026: Wie sie ablaufen und wann die Ergebnisse kommen“ (01.11.2026)
Der Artikel habe den Ablauf des Wahltags, mögliche Zeitpunkte erster Ergebnisse und die knappen Mehrheiten im Kongress erläutert. Anders als die dpa-Meldung habe er zusätzlich die Gouverneurswahlen in 36 Bundesstaaten sowie die erwarteten Auszählungszeiten in Deutschland hervorgehoben.
Beide Beiträge hätten die Bedeutung der knappen Mehrheiten und der umkämpften Einzelrennen bestätigt. Unterschiede lägen vor allem bei der Perspektive: Der BR habe Trumps Mobilisierung und die frühe Stimmabgabe betont, während ZDFheute den Wahlablauf und mögliche Szenarien in den Mittelpunkt gestellt habe.
