USA gedenken 25 Jahre nach 9/ 11 der Terroropfer
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 16:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie USA haben 25 Jahre nach den TerroranschlÀgen vom 11. September 2001 mit Schweigeminuten, GlockenschlÀgen und Lichtinstallationen der Opfer gedacht.
Gedenken an den Anschlagsorten
Im Zentrum der Zeremonien standen erneut das World Trade Center in New York, das Pentagon bei Washington und ein Feld in Pennsylvania, auf das ein Flugzeug abgestĂŒrzt war. Am Ground Zero lasen Angehörige die Namen der Getöteten vor, und mehrere Schweigeminuten markierten die entscheidenden Momente der AnschlĂ€ge.
Erstmals war danach eine siebte Schweigeminute fĂŒr Menschen vorgesehen, die spĂ€ter an Krankheiten oder Verletzungen infolge der AnschlĂ€ge starben. Auch frĂŒhere US-PrĂ€sidenten nahmen an der Gedenkveranstaltung in New York teil, wĂ€hrend Donald Trump der Opfer am Pentagon gedachte.
SpĂ€tfolgen ĂŒberdauern die AnschlĂ€ge
Bei den Attentaten starben fast 3.000 Menschen, nachdem Terroristen des islamistischen Netzwerks Al-Kaida vier Passagierflugzeuge entfĂŒhrt hatten. Zwei Maschinen wurden in die TĂŒrme des World Trade Centers gesteuert, eine traf das Pentagon, eine vierte stĂŒrzte nach Widerstand der Passagiere in Pennsylvania ab.
25 Jahre danach wÀchst weiter die Zahl der Menschen, die an gesundheitlichen Folgen des Staubs und Rauchs aus Lower Manhattan leiden. Das staatliche World Trade Center Health Program betreut inzwischen mehr als 150.000 Betroffene.
Politische Spannungen in New York
Begleitet wurde das Gedenken in New York von einem Streit um BĂŒrgermeister Zohran Mamdani. Angehörige einiger Opfer hatten zuvor gefordert, dass er der Veranstaltung fernbleiben solle.
Gleichzeitig war das JubilÀum auch ein Hinweis darauf, wie tief 9/11 in die amerikanische Erinnerung eingreift. Rund 100 Millionen heute lebende Amerikaner waren damals zu jung, um sich an die AnschlÀge erinnern zu können, oder noch nicht geboren.
Gedenken mit aktueller politischer Reibung
Der 25. Jahrestag von 9/11 zeigt, wie sehr die AnschlĂ€ge weiterhin Teil der amerikanischen Gegenwart sind. Das Gedenken richtet den Blick nicht nur auf die fast 3.000 Toten des 11. September 2001, sondern auch auf die SpĂ€tfolgen fĂŒr EinsatzkrĂ€fte, Anwohner und BeschĂ€ftigte, die bis heute an Krankheiten und Verletzungen leiden.
Besonders deutlich wird das an den Zahlen rund um das World Trade Center Health Program, das inzwischen mehr als 150.000 Menschen betreut. Damit verschiebt sich der Blick vom einmaligen Terrorakt hin zu einer langfristigen gesundheitlichen und sozialen Folgekrise, die auch nach einem Vierteljahrhundert nicht abgeschlossen ist.
Erinnerung zwischen Staatsakt und Stadtdebatte
Das Gedenken in New York und Washington hat zugleich eine politische Dimension. Wenn frĂŒhere PrĂ€sidenten, der amtierende PrĂ€sident und Angehörige der Opfer an getrennten Orten teilnehmen, bleibt 9/11 ein nationaler Bezugspunkt ĂŒber Parteigrenzen hinweg.
Der Streit um die Teilnahme des New Yorker BĂŒrgermeisters zeigt aber auch, dass Erinnerungspolitik in den USA lĂ€ngst von IdentitĂ€tsfragen, Sicherheitsdebatten und Kulturkonflikten ĂŒberlagert wird. FĂŒr Leser ist das relevant, weil 9/11 nicht nur historisches Datum ist, sondern bis heute Debatten ĂŒber Terrorabwehr, öffentliche Verantwortung und den Umgang mit muslimfeindlichen Zuschreibungen prĂ€gt.
Die langfristige Bedeutung
Dass heute rund 100 Millionen Amerikaner keine eigene Erinnerung an die AnschlÀge haben, verÀndert die Form des Gedenkens. Mit jedem Jahr wÀchst der Abstand zum Ereignis, wÀhrend die institutionalisierte Erinnerung durch Zeremonien, Museen und offizielle Gedenktage stabilisiert wird.
FĂŒr die politische Kultur der USA bleibt 9/11 deshalb ein PrĂŒfstein: fĂŒr den Umgang mit Opfererinnerung, fĂŒr die Anerkennung von Langzeitfolgen und fĂŒr die Frage, wie ein Land ein Ereignis bewahrt, das lĂ€ngst Geschichte ist und dennoch fortwirkt.
