Maduro, Amtszeit

Maduro vor dritter Amtszeit - PrÀsidentenwahl im Juli

06.03.2024 - 05:24:25

Venezuelas autoritĂ€r regierender Staatschef Maduro dĂŒrfte eine weitere Amtszeit anstreben. Offen ist, wer bei der Wahl gegen ihn antritt. FĂŒhrende Kandidaten der Opposition sind nicht zugelassen.

Am Geburtstag des verstorbenen Ex-PrĂ€sidenten Hugo ChĂĄvez wird in Venezuela ĂŒber das kĂŒnftige Staatsoberhaupt des sĂŒdamerikanischen Landes entschieden. Als Termin fĂŒr die PrĂ€sidentenwahl sei «einstimmig» der 28. Juli festgelegt worden, teilte der Nationale Wahlrat (CNE) auf einer Pressekonferenz mit. Auch wenn er seine Kandidatur nicht ausdrĂŒcklich erklĂ€rt hat, wird weithin erwartet, dass der seit 2013 autoritĂ€r regierende PrĂ€sident NicolĂĄs Maduro eine dritte Amtszeit anstrebt. «Lasst uns in die Schlacht ziehen und lasst uns gewinnen», schrieb Maduro nach der Bekanntgabe des Datums auf der Plattform X (ehemals Twitter).

MarĂ­a Corina Machado von der Partei Vente Venezuela war bei internen Vorwahlen im Oktober mit großer Mehrheit zur PrĂ€sidentschaftskandidatin der Opposition gekĂŒrt worden. Allerdings ist ihr wegen angeblicher UnregelmĂ€ĂŸigkeiten aus ihrer Zeit als Abgeordnete die AusĂŒbung öffentlicher Ämter fĂŒr 15 Jahre untersagt. Ende Januar bestĂ€tigte der Oberste Gerichtshof die Entscheidung. «Sie haben Angst, weil sie wissen, dass wir sie bei einer Wahl hinwegfegen werden», sagte Machado bei einem Auftritt am Dienstag.

Im Oktober vergangenen Jahres hatten sich Maduro und Teile der Opposition in einem im Karibikstaat Barbados unterzeichneten Abkommen auf eine PrĂ€sidentenwahl im zweiten Halbjahr 2024 verstĂ€ndigt, fĂŒr die beide Lager ihre Kandidaten frei bestimmen dĂŒrfen. Die USA hatten «zur UnterstĂŒtzung des Abkommens» damals Sanktionen gelockert. Nach der Verhaftung von Oppositionsvertretern und dem Ausschluss regierungskritischer Kandidaten von den Wahlen wurden die Sanktionen wieder in Kraft gesetzt.

Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Maduro geht hart gegen Regierungsgegner vor und hat mehreren fĂŒhrenden Oppositionellen die politische BetĂ€tigung untersagen lassen. Die Wirtschaft des einst wohlhabenden Landes mit reichen Erdölvorkommen leidet unter Missmanagement, Korruption und Sanktionen. Mehr als sieben Millionen Menschen haben Venezuela nach UN-Angaben in den vergangenen Jahren wegen Armut und Gewalt verlassen.

@ dpa.de