Venezuelas Oberstes Gericht bestÀtigt Maduros Wahlsieg
Veröffentlicht am: 22.08.2024 um 19:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNach der von BetrugsvorwĂŒrfen ĂŒberschatteten PrĂ€sidentenwahl in Venezuela hat der regierungstreue Oberste Gerichtshof den Sieg des autoritĂ€ren Staatschefs NicolĂĄs Maduro bestĂ€tigt. Das erklĂ€rte die PrĂ€sidentin des Gerichtshofs, Caryslia RodrĂguez. Wegen einer Cyber-Attacke auf das Wahlsystem sei es nicht möglich gewesen, die Resultate der einzelnen Stimmbezirke zu veröffentlichen. Der Oppositionskandidat Edmundo GonzĂĄlez Urrutia bezeichnete den Gerichtsbeschluss auf der Plattform X als ungĂŒltig.Â
Die linientreue Wahlbehörde hatte den seit 2013 regierenden PrĂ€sidenten Maduro zum Wahlsieger des Urnengangs Ende Juli erklĂ€rt. Allerdings veröffentlichte sie bislang nicht die aufgeschlĂŒsselten Resultate. Die Opposition wirft der Regierung WahlfĂ€lschung vor und reklamiert den Sieg fĂŒr ihren Kandidaten GonzĂĄlez. Die USA und mehrere lateinamerikanische LĂ€nder haben den Wahlsieg des Ex-Diplomaten bereits anerkannt. Auch die EuropĂ€ische Union und die Organisation Amerikanischer Staaten zweifeln das offizielle Wahlergebnis an.
Kein Beschluss des Obersten Gerichtshofs werde die SouverĂ€nitĂ€t des Volkes ersetzen, schrieb GonzĂĄlez in einem X-Beitrag noch vor der VerkĂŒndung der Entscheidung. Die Venezolaner seien nicht bereit, ihre Freiheit und das Recht auf eine VerĂ€nderung in Frieden aufzugeben, um besser zu leben. Die PrĂ€sidentin des Obersten Gerichts teilte mit, sie werde die Unterlagen an die Staatsanwaltschaft weiterleiten, die unter anderem gegen die Opposition wegen der Verbreitung verfĂ€lschter Wahlunterlagen auf einer Internetseite ermittle.Â
Die UN-Ermittlungskommission zu Venezuela warnte in sozialen Medien, sowohl der Oberste Gerichtshof als auch die Wahlbehörde seien weder unabhĂ€ngig noch unparteiisch. Beide Institutionen wĂŒrden von Vertretern der Regierungspartei geleitet und seien an staatlicher Repression beteiligt gewesen. Die Regierung habe ungebĂŒhrenden Einfluss ĂŒber den Gerichtshof ausgeĂŒbt.
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