Verhandlungen in Kairo: Hamas-Delegation kommt
06.04.2024 - 15:26:19 | dpa.de
Vertreter der islamistischen Hamas wollen morgen nach Kairo reisen, um ĂŒber eine Waffenruhe im Gazastreifen und eine Freilassung weiterer Geiseln zu verhandeln. Die Delegation werde vom ranghohen Hamas-FunktionĂ€r Chalil Al-Haja angefĂŒhrt, teilte die Hamas mit. Der Nachrichtenkanal Al-Dschasira berichtete unter Berufung auf Hamas-Quellen, dass Vermittler in dem Konflikt zuletzt engen Kontakt mit Hamas-Chef Ismail Hanija hielten, um auf eine Fortsetzung der Verhandlungen zu dringen.
Die Hamas werde in den Verhandlungen nicht von ihren Forderungen abweichen, hieĂ es in der Mitteilung. Dazu zĂ€hlen unter anderem ein dauerhafter Waffenstillstand, der Abzug von Israels Armee aus den Gazastreifen sowie die RĂŒckkehr von vertriebenen PalĂ€stinensern in ihre HĂ€user. Israel, das die Zerschlagung der Hamas zum Ziel erklĂ€rt hat, lehnte diese Forderungen bislang ab. Hanija habe klargestellt, dass die Position der Hamas in diesen Punkten unverĂ€ndert sei, berichtete Al-Dschasira.
USA bitten um Druck auf Hamas
US-PrĂ€sident Joe Biden hat Medienberichten zufolge zuvor die Vermittler Katar und Ăgypten persönlich um Druck auf die Hamas im Gazastreifen gebeten, damit die Islamisten einem Abkommen zur Freilassung israelischer Geiseln zustimmen. Auf dem Tisch liege ein Vorschlag, der eine sechswöchige Feuerpause und die Freilassung von 40 Geiseln vorsehe, berichtete das Nachrichtenportal «Axios» unter Berufung auf einen ranghohen US-Beamten.
Laut der Zeitung «Times of Israel» bat Biden den Emir von Katar, Scheich Mosa Nasser Al Missned, und den Àgyptischen StaatsprÀsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Briefen, die Hamas zu drÀngen, einem solchen Abkommen zuzustimmen. Die USA wollen laut «Axios» an diesem Wochenende in Kairo den indirekten Verhandlungen zum Durchbruch verhelfen.
Seit Wochen laufen die Vermittlungen
CIA-Direktor Bill Burns solle zu diesem Zweck in der Ă€gyptischen Hauptstadt mit dem Chef des israelischen Auslandsgeheimdiensts Mossad, David Barnea, sowie Katars MinisterprĂ€sidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani und dem Ă€gyptischen Geheimdienstminister Abbas Kamel zusammentreffen. Seit Wochen vermitteln die USA, Katar und Ăgypten zwischen Israel und der Hamas, um eine Feuerpause und einen Austausch aus Israel verschleppter Geiseln gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge zu erreichen. Knapp 100 EntfĂŒhrte in der Gewalt der Hamas dĂŒrften nach israelischen SchĂ€tzungen noch am Leben sein.
Zu den Geiseln, die gemÀà vorliegendem Abkommen freigelassen werden sollen, gehörten israelische Soldatinnen und andere Frauen, MĂ€nner im Alter von ĂŒber 50 Jahren sowie MĂ€nner in kritischem Gesundheitszustand, schrieb der gewöhnlich gut unterrichtete israelische Journalist Barak Ravid in seinem «Axios»-Bericht.
Auslöser des Krieges war das beispiellose Massaker mit mehr als 1200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer islamistischer Gruppen am 7. Oktober vergangenen Jahres in Israel verĂŒbt hatten. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde kamen dabei schon mehr als 33 000 Menschen in Gaza ums Leben. Bei der unabhĂ€ngig kaum zu ĂŒberprĂŒfenden Zahl wird nicht zwischen KĂ€mpfern und Zivilisten unterschieden.
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