Ex-Vize Pence stellt sich im Wahlkampf nicht hinter Trump
16.03.2024 - 00:48:39Der frĂŒhere US-VizeprĂ€sident Mike Pence stellt sich im Rennen um das WeiĂe Haus nicht hinter seinen ehemaligen Chef Donald Trump. «Es sollte keine Ăberraschung sein, dass ich Donald Trump dieses Jahr nicht unterstĂŒtzen werde», sagte der Republikaner in einem TV-Interview. Der ehemalige US-PrĂ€sident verfolge eine Agenda, die im Widerspruch zu dem stehe, wofĂŒr er stehe.
Er habe bereits zuvor deutlich gemacht, dass es zwischen ihm und Trump tiefgreifende Unterschiede in einer Reihe von Fragen gebe, so Pence. Das gelte nicht nur fĂŒr die Rolle des VizeprĂ€sidenten bei der Zertifizierung der Ergebnisse der PrĂ€sidentenwahl 2020, sondern auch mit Blick auf die Staatsverschuldung oder mit Blick auf das Thema Abtreibung die «Bekenntnis zur Unantastbarkeit des menschlichen Lebens».
Trump erreichte vor wenigen Tagen die nötige Zahl an Delegierten fĂŒr die Nominierung zum PrĂ€sidentschaftskandidaten der Republikaner. Da Trump in seiner Partei zuletzt keine ernstzunehmende Konkurrenz mehr hatte, ist dem 77-JĂ€hrigen die Kandidatur fĂŒr die Republikaner faktisch nicht mehr zu nehmen. Offiziell kĂŒren die Republikaner ihren Kandidaten bei einem Parteitag im Sommer. Damit lĂ€uft es bei der PrĂ€sidentenwahl im November auf ein Duell zwischen Trump und dem demokratischen Amtsinhaber Joe Biden hinaus.
Trump hetzte seine AnhÀnger gegen Pence auf
Auch Pence hatte sich fĂŒr die Kandidatur seiner Partei beworben, aber bereits im Oktober hingeworfen. Pence war von 2017 bis 2021 unter Trump Vize-PrĂ€sident. Der 64 Jahre alte erzkonservative Pence ist nicht der einzige ehemalige prominente Konkurrent Trumps, der sich im Wahlkampf nicht hinter den Ex-PrĂ€sidenten stellen will. Auch Nikki Haley, die unter Trump US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen war und vor rund anderthalb Wochen hinwarf, unterstĂŒtzt Trump bisher nicht.
Pence hatte sich am 6. Januar 2021 geweigert, Trumps Druck nachzugeben und die Zertifizierung der Ergebnisse der PrÀsidentenwahl vom 3. November im Kongress zu verhindern. Trump wollte so Joe Bidens Wahlsieg in letzter Minute noch kippen. Pence leitete damals die Kongresssitzung in seiner Rolle als VizeprÀsident. Trump hetzte seine AnhÀnger gegen seinen Stellvertreter auf. Der Mob johlte an jenem Tag des Kapitol-Sturms Rufe wie «HÀngt Pence». Daraufhin begann Pence, sich öffentlich von Trump zu distanzieren.


