Tausende bei pro-palÀstinensischen Demos
13.10.2023 - 18:26:37In arabischen und muslimischen LĂ€ndern versammelten sich am Freitag Tausende Menschen, um ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die PalĂ€stinenser zu zeigen und gegen die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen zu demonstrieren. In Ăgypten etwa protestierten GlĂ€ubige nach dem Freitagmittagsgebet in der Al-Azhar-Moschee, einer wichtigen islamischen StĂ€tte in Kairo, berichtete die Zeitung «al-Shorouk» online.
Die Zeitung veröffentlichte Bilder von einigen Demonstranten, die im Hof der Moschee die palĂ€stinensische Flagge entfalteten und zitierte sie mit den Rufen «Mit Seele und Blut opfern wir fĂŒr al-Aksa», eine Anspielung auf die drittheiligste StĂ€tte des Islam in Jerusalem. Ăgypten schloss 1979 als erstes arabisches Land einen Friedensvertrag mit Israel. Kairo hat in frĂŒheren Konflikten zwischen PalĂ€stinensern und Israel vermittelt.
Einsatz von TrÀnengas
In Jordanien, das ebenfalls diplomatische Beziehungen zu Israel unterhĂ€lt, gingen Tausende Demonstranten auf die StraĂe. SicherheitskrĂ€fte zerstreuten Demonstranten, die versuchten, das Grenzgebiet zum palĂ€stinensischen Gebiet im Westjordanland zu erreichen. Ein im Regionalfernsehen Al-Arabiya ausgestrahltes Video zeigte, wie TrĂ€nengas eingesetzt wurde, um Demonstranten zurĂŒckzudrĂ€ngen. Demonstranten versammelten sich am Freitag auch im Zentrum von Amman und anderen Provinzen des Königreichs, um ihre SolidaritĂ€t mit Gaza auszudrĂŒcken.
Die libanesische Schiitenorganisation Hisbollah bekrĂ€ftigte unterdessen ihre Kampfbereitschaft. Vor Hunderten AnhĂ€ngern sprach der stellvertretende GeneralsekretĂ€r der Organisation, Naim Ghassem, der islamistischen Hamas am Freitag seine UnterstĂŒtzung aus. «Wenn die Zeit zum Handeln gekommen ist, werden wir sie ergreifen», sagte Ghassem. «Wir befinden uns in einer Zeit der Siege und nicht in einer Zeit der Niederlagen.»
Die Schiitenorganisation Hisbollah (Partei Gottes) entstand 1982 mit iranischer UnterstĂŒtzung als Antwort auf die israelische Invasion im Libanon. Seitdem kĂ€mpft sie politisch, aber auch mit Gewalt gegen Israel.
Parolen gegen Israel und die USA
Auch in der irakischen Hauptstadt Bagdad gingen Tausende Menschen aus SolidaritĂ€t mit den PalĂ€stinensern auf die StraĂe. Sie protestierten zugleich gegen israelische Luftangriffe auf den Gazastreifen, wie Augenzeugen berichteten. AnhĂ€nger des einflussreichen schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr waren seit Donnerstagabend auf einem zentralen Platz der Stadt zu einer Kundgebung fĂŒr das palĂ€stinensische Volk zusammengekommen. Sie schwenkten irakische sowie palĂ€stinensische Flaggen und skandierten Parolen gegen Israel und die USA. «Wir schĂ€tzen Jerusalem, und PalĂ€stina ist in unseren Herzen», hieĂ es in einer Botschaft an die Demonstrierenden, die im Namen des SchiitenfĂŒhrers verlesen wurde.
Laut Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana fand in der Hauptstadt Damaskus eine pro-palÀstinensische Kundgebung statt. Die Regierung des syrischen PrÀsidenten Baschar al-Assad, die seit zwölf Jahren mit einem bewaffneten Aufstand konfrontiert ist, unterhÀlt enge Beziehungen zu Israels Erzfeinden: dem Iran und der Hisbollah.
Auch in Pakistan zogen Zehntausende auf die StraĂen. Bei landesweiten Kundgebungen schwenkten Demonstranten palĂ€stinensische Flaggen und skandierten Protestslogans gegen Israel, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Der Vorsitzende der einflussreichen islamistischen Partei Jamaat-e-Islami, Sirajul Haq, sagte vor aufgebrachten AnhĂ€ngern in der Millionenstadt Lahore: «Wir sind zu jedem Opfer bereit und werden weiterhin die muslimischen BrĂŒder und Schwestern in PalĂ€stina unterstĂŒtzen.»
Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Islamistenorganisation Hamas hatten am Samstag ein Massaker unter israelischen Zivilisten in Grenzorten und auf einem Musikfestival angerichtet. Mehr als 1300 Menschen starben, weitere rund 150 Menschen wurden offiziellen Angaben zufolge in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte mit Luftangriffen, bei denen es bisher mindestens 1799 palĂ€stinensische Todesopfer gab. Israel hat zudem die Einfuhr von Nahrungsmitteln, Treibstoff und Medikamenten nach Gaza blockiert. Die Hamas wird von der EuropĂ€ischen Union, den Vereinigten Staaten und Israel als Terrororganisation eingestuft. FĂŒr diesen Freitag hat die Hamas Muslime weltweit zu Aktionen und UnterstĂŒtzung aufgerufen.


