Gemeinsamer, Kampf

Gemeinsamer Kampf gegen russische Desinformation

12.02.2024 - 20:36:20

Von russischen Troll-Kampagnen und Cyberattacken sind Deutschland, Frankreich und Polen gleichermaßen betroffen. Gemeinsam sagen die drei LĂ€nder Moskau nun den Kampf an.

Deutschland, Frankreich und Polen wollen gemeinsam gegen russische Desinformation und Cyberattacken vorgehen. Vereinbart worden sei ein gemeinsamer Warnmechanismus der drei LĂ€nder gegen russische Troll-Angriffe, sagte Frankreichs Außenminister StĂ©phane SĂ©journĂ© in La Celle-Saint-Cloud bei Paris nach einem Treffen mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und seinem polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski.

Die drei LÀnder seien Opfer der gleichen russischen Destabilisierungsstrategie geworden und wollten sich gemeinsam wehren. Insbesondere die Europawahlen und die Olympischen Spiele in Paris seien mögliche nÀchste Ziele solcher Attacken.

«Russland versucht, die europĂ€ische Geschlossenheit zu zerstören», sagte SĂ©journĂ© nach dem Treffen des sogenannten Weimarer Dreiecks. So seien knapp 200 gefĂ€lschte Nachrichtenseiten aufgespĂŒrt worden. Diese Instrumente der Desinformation wolle man kĂŒnftig transparent offenlegen. «Wir sind bereit zu handeln, um unsere Demokratie zu verteidigen.»

Das Weimarer Dreieck war 1991 als GesprĂ€chsformat von den damaligen Außenministern der drei LĂ€nder in Weimar begrĂŒndet worden. Ein Ziel des Treffens am Montag war auch, die außenpolitische Zusammenarbeit Frankreichs und Deutschlands mit der neuen proeuropĂ€ischen Regierung von Regierungschef Donald Tusk wieder anzukurbeln.

«Wir treffen uns in einem dramatischen Moment, denn wir haben wieder Krieg in Europa, wir haben wieder einen Diktator, der sich selbst das Recht gegeben hat zu entscheiden, wer ein Volk sein darf und wer nicht», sagte Polens Außenminister Sikorski. Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin versuche mit LĂŒgen und Demagogie, die Ukraine zu unterwerfen und die EU und die Nato zu zerschlagen. «Wir dĂŒrfen nicht zulassen, dass Putin diesen Krieg gewinnt», sagte Sikorski. «Wir mĂŒssen unsere Verpflichtungen gegenĂŒber der Ukraine erfĂŒllen.»

Baerbock spricht sich fĂŒr Verteidigungsunion aus

Bei dem Dreier-Treffen ging es auch um eine StĂ€rkung der Verteidigungs- und Sicherheitsarchitektur in Europa, auch angesichts eines möglichen Wahlsiegs von Donald Trump in den USA. Es mĂŒssten in der EU nicht nur 27 unterschiedliche nationale Systeme besser miteinander verzahnt werden, sagte Baerbock. In Zukunft mĂŒssten bei der Verteidigung die gemeinsame Beschaffung und gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht und die EinsatzfĂ€higkeiten stĂ€rker als bisher gebĂŒndelt werden, ergĂ€nzte sie vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

«Wenn Putin glaubt, die KrĂ€fte schwinden und unsere UnterstĂŒtzung lĂ€sst nach, hat er sich maximal getĂ€uscht», betonte Baerbock. Die EuropĂ€er stĂ€nden seit zwei Jahren an der Seite der Ukraine und wĂŒrden dies so lange wie nötig auch weiter tun. Auch die Frage, wie die UnterstĂŒtzung der Ukraine noch schlagkrĂ€ftiger werden könne, hĂ€nge davon ab, wie eng Frankreich, Polen und Deutschland in den nĂ€chsten Monaten und wenn es darauf ankomme auch in den nĂ€chsten Jahren gemeinsam militĂ€risch agierten.

@ dpa.de