Trumps, Sieg

Trumps Sieg wird von US-Kongress bestÀtigt

06.01.2025 - 05:00:44

Vor vier Jahren spielten sich dĂŒstere Szenen im US-Kapitol ab. Heute dĂŒrfte die BestĂ€tigung des Wahlergebnisses unspektakulĂ€r werden: Trumps Sieg ist unbestritten. Doch fĂŒr eine Person wird es bitter.

  • Randalierer hatten vor vier Jahren das Kapitol gestĂŒrmt, um zu verhindern, dass Bidens Wahlsieg bestĂ€tigt wird. (Archivbild) - Foto: Essdras M. Suarez/ZUMA Wire/dpa

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  • Die Demokraten nutzen die Gelegenheit, um zu zeigen, dass sie den demokratischen Prozess anerkennen - auch wenn er Niederlagen beschert. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

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  • ZĂ€une und Betonelemente sperren das GebĂ€ude weitrĂ€umig ab.  - Foto: Lena Klimkeit/dpa

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  • AnhĂ€nger von Trump waren nach einer Rede des Republikaners vor das US-Kapitol gezogen. (Archivbild) - Foto: Essdras M. Suarez/ZUMA Wire/dpa

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  • Trump wird am 20. Januar als PrĂ€sident vereidigt. (Archivbild) - Foto: Allison Robbert/AFP Pool via AP/dpa

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  • FĂŒr Kamala Harris dĂŒrfte es ein schwerer Tag werden. (Archivbild) - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa

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Randalierer hatten vor vier Jahren das Kapitol gestĂŒrmt, um zu verhindern, dass Bidens Wahlsieg bestĂ€tigt wird. (Archivbild) - Foto: Essdras M. Suarez/ZUMA Wire/dpaDie Demokraten nutzen die Gelegenheit, um zu zeigen, dass sie den demokratischen Prozess anerkennen - auch wenn er Niederlagen beschert. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpaZĂ€une und Betonelemente sperren das GebĂ€ude weitrĂ€umig ab.  - Foto: Lena Klimkeit/dpaAnhĂ€nger von Trump waren nach einer Rede des Republikaners vor das US-Kapitol gezogen. (Archivbild) - Foto: Essdras M. Suarez/ZUMA Wire/dpaTrump wird am 20. Januar als PrĂ€sident vereidigt. (Archivbild) - Foto: Allison Robbert/AFP Pool via AP/dpaFĂŒr Kamala Harris dĂŒrfte es ein schwerer Tag werden. (Archivbild) - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa

Im US-Kongress in Washington steht die BestĂ€tigung des Sieges von Donald Trump bei der PrĂ€sidentenwahl an. Was normalerweise ein unspektakulĂ€rer, formeller Akt ist, wurde vor vier Jahren von einem beispiellosen Gewaltexzess durchkreuzt. Damals war Trump der Verlierer - und wĂŒtende AnhĂ€nger stĂŒrmten das Kapitol, um zu verhindern, dass der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden besiegelt wird. 

Trumps Triumph im November zieht niemand in Zweifel. Er setzte sich klar gegen seine demokratische Kontrahentin Kamala Harris durch, die als noch amtierende VizeprĂ€sidentin seinen Wahlsieg amtlich machen muss. FĂŒr Komplikationen könnte eher auch fĂŒr die US-Hauptstadt angesagtes Winterwetter mit Schnee und Eis sorgen. Doch obwohl sich ansonsten ein geordneter Tag im Kongress abzeichnet: Die Erinnerungen an damals wirken nach. 

Randalierer hatten - aufgewiegelt durch eine Rede von Trump - in Scharen Sicherheitsbarrikaden durchbrochen und Fensterscheiben zerschlagen. Sie waren gewaltsam in SitzungssĂ€le und BĂŒros eingedrungen. Polizisten versuchten verzweifelt, sich gegen die Übermacht der Eindringlinge zur Wehr zu setzen. Abgeordnete mussten sich vor den Angreifern in Sicherheit bringen - und mit sich auch die Urkunden mit den Wahlergebnissen. Als Folge der Krawalle kamen fĂŒnf Menschen ums Leben. Zahlreiche Angreifer wurden spĂ€ter verurteilt.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

WĂ€hrend im ParlamentsgebĂ€ude selbst kaum noch Spuren der Gewalt zu sehen sind, werden die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen außerhalb eine Erinnerung daran sein, was damals passierte. Das GelĂ€nde ist weitrĂ€umig mit Betonelementen und ZĂ€unen abgesperrt. Es soll mehr Patrouillen geben und mehr Beamte als ĂŒblich werden im Einsatz sein. 

Der Chef der fĂŒr das Kapitol zustĂ€ndigen Polizei, Thomas Manager, sagte: «Die Augen der Welt werden am 6. Januar auf das US-Kapitol gerichtet sein. Das Umfeld fĂŒr gewĂ€hlte Beamte im ganzen Land ist in den letzten Jahren zunehmend bedrohlich geworden, sodass wir kein Risiko eingehen dĂŒrfen, wenn es um den Schutz der Kongressabgeordneten geht.» 

Harris kommt bittere Aufgabe zu

Zur Zertifizierung des Wahlergebnisses kommen beide Parlamentskammern zusammen: der Senat und das ReprĂ€sentantenhaus. Beginnen soll die Sitzung um 19.00 Uhr deutscher Zeit. Die Resultate aus den einzelnen US-Bundesstaaten werden zunĂ€chst verlesen und gezĂ€hlt. Theoretisch ist möglich, dass Kongressabgeordnete Einspruch einlegen. Das ist dieses Jahr aber nicht absehbar. Am Ende wird das Ergebnis verkĂŒndet und ist damit amtlich. 

FĂŒr die Demokratin Harris dĂŒrfte das Prozedere nach der Niederlage gegen Trump einen bitteren Beigeschmack haben. In ihrer Rolle als VizeprĂ€sidentin - und damit auch SenatsprĂ€sidentin - leitet sie die Sitzung und verkĂŒndet das Endergebnis. Seit der Wahlschlappe war sie selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Trump hatte sich bei der Wahl 312 Stimmen der Wahlleute gesichert, Harris kam auf 226.

FĂŒr die Demokraten ist der Nachgang der Wahl eine Gelegenheit, sich einmal mehr als Gegenentwurf zu den Republikanern zu prĂ€sentieren: zu beweisen, dass sie gute Verlierer sind, dem demokratischen Prozess vertrauen und ihn anerkennen. Amtsinhaber Biden verwies am Sonntag noch einmal darauf, dass er sich um einen reibungslosen Machtwechsel bemĂŒht habe - anders als Trump vor vier Jahren. «Ich denke, was er getan hat, war eine echte Bedrohung der Demokratie und ich hoffe, dass wir das ĂŒberwunden haben», sagte Biden. Den 6. Januar nannte er vor neugewĂ€hlten demokratischen Kongressmitgliedern im Weißen Haus einen der schwierigsten Tage der amerikanischen Geschichte.

Trump könnte Angreifer begnadigen

Trump wird am 20. Januar als PrĂ€sident vereidigt. Die Folgen des 6. Januar 2021 könnte er dann versuchen, rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Im Wahlkampf hat er versprochen, AnhĂ€nger zu begnadigen, die sich an dem gewaltsamen Sturm beteiligt hatten und deshalb verurteilt wurden. «In dem Moment, in dem wir gewinnen, werden wir die FĂ€lle aller politischen Gefangenen, die zu Unrecht Opfer des Harris-Regimes geworden sind, rasch ĂŒberprĂŒfen. Und ich werde ihre Begnadigungen am ersten Tag unterschreiben», sagte Trump etwa. 

Die frĂŒhere Vorsitzende des US-ReprĂ€sentantenhauses, Nancy Pelosi, sagte am Sonntag mit Blick auf die Ereignisse vor vier Jahren: «Es war eine Tragödie und wir können nicht leugnen, was es war.» Es sei traurig, dass Trump seine Niederlage von 2020 noch immer nicht akzeptiere. «Er hat die Wahl jetzt gewonnen (...), darĂŒber sollte er triumphieren.»

@ dpa.de