Polens Regierung plant MilitĂ€r-Training fĂŒr alle MĂ€nner
07.03.2025 - 16:54:53In Polen soll angesichts Russlands Angriffskriegs gegen die Ukraine kĂŒnftig jeder erwachsene Mann ein militĂ€risches Training erhalten. «Wir werden versuchen, bis Ende des Jahres ein fertiges Modell zu haben, damit jeder erwachsene Mann in Polen fĂŒr den Kriegsfall ausgebildet ist», sagte Regierungschef Donald Tusk in einer Rede im Parlament im Warschau. In Reaktion auf die verĂ€nderte Sicherheitslage solle damit eine Reserve geschaffen werden, die potenziellen Bedrohungen angemessen sei.Â
NĂ€here Angaben zu der geplanten militĂ€rischen Ausbildung machte Tusk zunĂ€chst nicht. Demnach soll es sich dabei aber nicht um eine RĂŒckkehr zur Wehrpflicht handeln. Auch Frauen sollen die Möglichkeit haben, an der militĂ€rischen Ausbildung teilzunehmen. Krieg sei aber immer noch in gröĂerem MaĂe eine DomĂ€ne der MĂ€nner, sagte der polnische Regierungschef.Â
Das EU- und Nato-Land Polen, das an Russlands VerbĂŒndeten Belarus, die angegriffene Ukraine und an die russische Exklave Kaliningrad grenzt, fĂŒhlt sich von Moskau bedroht und rĂŒstet massiv auf. Die Regierung in Warschau gab 2024 geschĂ€tzt 4,2 Prozent seines BIP fĂŒr Verteidigung aus - ein Spitzenwert in der EU und Nato.
Mehr Truppen und mehr Geld fĂŒr Verteidigung
Tusk sprach im Parlament von der Notwendigkeit, die GröĂe von Polens Armee, einschlieĂlich Reservisten, auf 500.000 Mann zu erhöhen. Die StreitkrĂ€fte des deutschen Nachbarlandes zĂ€hlen derzeit fast 200.000 Soldatinnen und Soldaten. Auch sollten die polnischen Verteidigungsausgaben nach EinschĂ€tzung von Tusk auf 5 Prozent steigen.Â
Auch StaatsprĂ€sident Andrej Duda plĂ€diert fĂŒr mehr Investitionen in die Sicherheit. Er legte dem Parlament den Entwurf fĂŒr eine VerfassungsĂ€nderung vor, durch die eine Untergrenze fĂŒr Verteidigungsausgaben in Höhe von 4 Prozent gesetzlich festgeschrieben werden soll.


