Raketen, Iran

Nach Raketen aus Iran: Israels MilitÀr greift Teheran an

18.06.2025 - 05:07:54

WĂ€hrend sich die beiden Erzfeinde mit Angriffen ĂŒberziehen, berĂ€t US-PrĂ€sident Trump mit seinen Sicherheitsberatern. Greifen die USA direkt in den Krieg ein? Das wĂ€re eine neue Eskalationsstufe.

  • Erneut feuerte der Iran mehrere Raketensalven auf Israel ab. - Foto: Leo Correa/AP/dpa

    Leo Correa/AP/dpa

  • Die G7-Staaten einigten sich auf eine gemeinsame Position zum Krieg zwischen Israel und dem Iran. - Foto: Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa

    Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa

  • FĂŒr die Zerstörung der Atomanlage Fordo brĂ€uchte Israel wohl die UnterstĂŒtzung der USA. - Foto: ---/Satellite image ©2019 Maxar Technologies/AP/dpa

    ---/Satellite image ©2019 Maxar Technologies/AP/dpa

  • Vor seinem Angriff in Teheran warnte das israelische MilitĂ€r die Bewohner des betroffenen Bezirks der iranischen Hauptstadt. (Archivbild) - Foto: -/AP/dpa

    -/AP/dpa

  • Irans oberster FĂŒhrer Chamenei droht Israel. - Foto: Uncredited/Office of the Iranian Supreme Leader/dpa

    Uncredited/Office of the Iranian Supreme Leader/dpa

Erneut feuerte der Iran mehrere Raketensalven auf Israel ab. - Foto: Leo Correa/AP/dpaDie G7-Staaten einigten sich auf eine gemeinsame Position zum Krieg zwischen Israel und dem Iran. - Foto: Michael Kappeler/dpa-Pool/dpaFĂŒr die Zerstörung der Atomanlage Fordo brĂ€uchte Israel wohl die UnterstĂŒtzung der USA. - Foto: ---/Satellite image ©2019 Maxar Technologies/AP/dpaVor seinem Angriff in Teheran warnte das israelische MilitĂ€r die Bewohner des betroffenen Bezirks der iranischen Hauptstadt. (Archivbild) - Foto: -/AP/dpaIrans oberster FĂŒhrer Chamenei droht Israel. - Foto: Uncredited/Office of the Iranian Supreme Leader/dpa

Inmitten der Spekulationen ĂŒber einen möglichen Kriegseintritt der USA haben Israel und Iran ihre wechselseitigen Angriffe fortgesetzt. Die israelische Luftwaffe attackierte nach eigenen Angaben erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran. Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - innerhalb von weniger als einer Stunde zwei Raketensalven auf den jĂŒdischen Staat abgefeuert. Berichte ĂŒber Opfer der jĂŒngsten Angriffe gab es aus beiden LĂ€ndern zunĂ€chst nicht.

Wenige Stunden zuvor hatte US-PrĂ€sident Donald Trump mit seinem Team fĂŒr nationale Sicherheit ĂŒber das weitere Vorgehen beraten. FĂŒr den Verlauf des Kriegs zwischen Iran und Israel gilt es als entscheidend, wie sich die USA verhalten. Das US-MilitĂ€r unterstĂŒtzt Israel zwar bei seiner Verteidigung. Bislang aber betonte die US-Regierung stets, dass sie sich nicht an den KĂ€mpfen zwischen Israel und dem Iran beteilige. Falls sich die USA doch entscheiden sollten, aktiv in den Krieg einzusteigen, wĂ€re eine neue dramatische Eskalationsstufe erreicht.

US-MilitÀr zieht offenbar KrÀfte zusammen

Medienberichten zufolge schickt das US-MilitĂ€r einen zweiten FlugzeugtrĂ€ger in den Nahen Osten. Zudem sollen die USA zuletzt Dutzende Tankflugzeuge nach Europa verlegt haben, um sie im Bedarfsfall schnell im Nahen Osten einsetzen zu können. Wegen der angespannten Sicherheitslage bleibt auch die US-Botschaft in Jerusalem bis einschließlich Freitag geschlossen. 

Seit vergangenem Freitag greift Israel Ziele im Iran an – darunter Atomanlagen, fĂŒhrende MilitĂ€rs, Atomwissenschaftler, Verteidigungsstellungen, Öl- und Erdgasfelder sowie Ziele in StĂ€dten. Nach israelischer Darstellung ist das wichtigste Ansinnen dabei, die Islamische Republik an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern - ein Ziel, dass die iranische FĂŒhrung seit Jahren von sich weist. Allerdings gibt es internationale Zweifel am Dementi aus Teheran, da der Iran das einzige Land ohne Kernwaffen ist, das hoch angereichertes Uran produziert, wie es fĂŒr diesen Waffentyp benötigt wird.

Israel könnte Uran-Anlage wohl nur mit US-Hilfe zerstören

Um den unterirdischen Nuklear-Komplex in Fordo - das mutmaßlich wichtigste Ziel des israelischen MilitĂ€rs - auszuschalten, wĂ€re Israel allerdings auf die UnterstĂŒtzung der US-Armee angewiesen. Denn unter den westlichen Staaten verfĂŒgen nur die USA mit ihrem prĂ€zisionsgelenkten «Bunkerbrecher»-Bomben ĂŒber eine geeignete Waffe, um die tief in den Berg eingegrabene Anlage zur Urananreicherung zu zerstören. 

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte in einem ZDF-Interview am Rande des G7-Gipfels, er vermute, dass in Washington derzeit ĂŒber den Einsatz solcher bunkerbrechenden Waffen im Iran beraten wird. «Ob die amerikanische Regierung sich dazu entschließt, das zu tun, vermag ich im Augenblick nicht zu sagen.»

G7 ringen sich zu gemeinsamer Position durch

Trotz aller Konflikte konnte sich die G7-Staaten bei ihrem Treffen in Kanada auf eine gemeinsame Position zum Krieg zwischen Israel und dem Iran einigen. In einer ErklĂ€rung bekannte sich die Gruppe der fĂŒhrenden Industriestaaten zum Selbstverteidigungsrecht Israels, rief zum Schutz von Zivilisten auf und unterstrich, dass der Iran niemals eine Atombombe besitzen dĂŒrfe. Einen möglichen Ausweg aus der Eskalation zeigt der Text allerdings nicht auf. 

Die Atommacht Russland, die 2014 nach der Annexion der ukrainischen Krim aus der damaligen G8-Gruppe ausgeschlossen worden war, wirft Israel vor, die Welt auf eine nukleare Katastrophe zuzusteuern. «Die anhaltenden intensiven Angriffe der israelischen Seite auf friedliche Atomobjekte in der Islamischen Republik Iran sind aus Sicht des Völkerrechts illegal», hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums in Moskau.

Die Angriffe stellten «eine unannehmbare Bedrohung der internationalen Sicherheit dar und treiben die Welt auf eine nukleare Katastrophe zu, deren Folgen ĂŒberall zu spĂŒren sein werden, auch in Israel selbst». Anders als die G7-Staaten pflegt Russland vergleichsweise gute Verbindungen zu Teheran und hat aus dem Iran beispielsweise massenhaft Drohnen fĂŒr seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine bezogen.

Irans oberster FĂŒhrer Chamenei droht Israel

Inmitten der sich weiter zuspitzenden Lage richtete Irans oberster FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei erneut eine Drohung an den Erzfeind Israel. «Wir mĂŒssen dem zionistischen Terror-Regime eine starke Antwort geben», schrieb er auf der Nachrichtenplattform X. «Wir werden gegenĂŒber den Zionisten keine Gnade walten lassen.»

Zuvor hatte sich US-PrĂ€sident Trump mit einer indirekten Drohung an Chamenei gewandt, dem die iranische Verfassung als Staatsoberhaupt in allen strategischen Belangen das letzte Wort gewĂ€hrt. «Wir wissen genau, wo sich der sogenannte "Oberste FĂŒhrer" versteckt hĂ€lt», schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. «Er ist ein leichtes Ziel.» Vorerst sei Chamenei dort aber sicher. «Wir werden ihn nicht ausschalten (töten!), zumindest nicht im Moment.»

@ dpa.de