Trumps rechtliche Probleme
02.08.2023 - 15:59:40Mitgenommene Geheimdokumente, Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin, mögliche Wahlbeeinflussung im Bundesstaat Georgia: Kein amerikanischer Ex-PrÀsident hatte jemals so weitreichende juristische Probleme wie Donald Trump.
Ein Blick auf die derzeit wichtigsten Verfahren zusÀtzlich zur Anklage Trumps im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol.
New Yorker Anklage im Zusammenhang mit Schweigegeld an Pornostar
Die Staatsanwaltschaft in New York legt Trump die FĂ€lschung von GeschĂ€ftsunterlagen zur Last. Er soll damit versucht haben, schĂ€dliche Informationen und rechtswidrige AktivitĂ€ten vor und nach der PrĂ€sidentenwahl 2016, aus der er als Sieger hervorging, zu verbergen. Im Zentrum der VorwĂŒrfe steht die Zahlung von Schweigegeld an eine Pornodarstellerin. Trump plĂ€dierte auf «nicht schuldig». Der Prozess in dem Fall soll im MĂ€rz 2024 beginnen.
Anklage in der AffÀre um Mitnahme geheimer Regierungsdokumente
Die Staatsanwaltschaft wirft Trump die gesetzeswidrige Aufbewahrung höchstsensibler Informationen aus seiner Zeit als US-PrÀsident vor. Laut Anklageschrift handelt es sich unter anderem um Dokumente mit Informationen zu nuklearen FÀhigkeiten der USA und militÀrischen NotfallplÀnen der Vereinigten Staaten.
Die Bundespolizei FBI hatte im vergangenen August sein Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida durchsucht und dort verschiedene Verschlusssachen beschlagnahmt. Auch hier plĂ€dierte Trump bei der Vorstellung der Anklage in Miami im Juni auf «nicht schuldig». Es ist die erste Anklage auf Bundesebene fĂŒr Trump. Der Prozess soll am 20. Mai 2024 starten.
Strafrechtliche Ermittlungen wegen möglicher Wahlmanipulation
Im Bundesstaat Georgia ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Trump wegen möglicher Wahlmanipulation bei der PrĂ€sidentenwahl 2020. Georgia gehörte zu jenen Bundesstaaten, die fĂŒr den Wahlausgang eine SchlĂŒsselrolle spielten. Biden gewann dort nur ganz knapp mit etwa 12.000 Stimmen Vorsprung.
Trump bemĂŒhte sich, seine dortige Wahlniederlage, wie auch in anderen Bundesstaaten, nachtrĂ€glich Ă€ndern zu lassen. Unter anderem forderte er damals den obersten Wahlaufseher in Georgia in einem Telefonat unverblĂŒmt auf, genĂŒgend Stimmen fĂŒr ihn «zu finden», um das Ergebnis «nachzuberechnen». Eine Anklage könnte kurz bevorstehen.
Trump wegen sexuellen Ăbergriffs in Zivilverfahren verurteilt
Neben den strafrechtlichen Verfahren ist Trump auch in eine Reihe von zivilrechtlichen Streitigkeiten verwickelt. Im Mai wurde Trump in einem Zivilverfahren wegen eines sexuellen Ăbergriffs und Verleumdung zu einer Geldstrafe in Millionenhöhe verurteilt.
Eine New Yorker Geschworenenjury sah es als erwiesen an, dass Trump die Schriftstellerin E. Jean Carroll Mitte der 1990er Jahre in einem New Yorker Nobelkaufhaus sexuell missbraucht und spĂ€ter verleumdet hatte. Den Vorwurf der Vergewaltigung wiesen die Geschworenen zurĂŒck. Trump kĂŒndigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen. Einen entsprechenden Versuch seiner AnwĂ€lte, die Geldstrafe von fĂŒnf Millionen Dollar als ĂŒbertrieben darzustellen, wies der Richter zurĂŒck.


