Texas, Gouverneur

Texas: Gouverneur will Nationalgarde bei Protesten einsetzen

11.06.2025 - 09:40:04

Wegen der Proteste in Los Angeles hatte Trump die Nationalgarde mobilisiert. Nun kommen die Soldaten auch in einem anderen Bundesstaat zum Einsatz. LA verhÀngt derweil eine nÀchtliche Ausgangssperre.

  • Ein Demonstrant wird festgenommen. In der Nacht hat erneut mehrere Festnahmen gegeben. - Foto: Eric Thayer/AP/dpa

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  • In Texas entschied sich Gouverneur Greg Abbott selbst, die Nationalgarde einzusetzen. (Archivbild) - Foto: Peter Nicholls/Pool Getty Images Europe/AP/dpa

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  • Eine Frau legt Blumen vor der Nationalgarde nieder.  - Foto: Damian Dovarganes/AP/dpa

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Ein Demonstrant wird festgenommen. In der Nacht hat erneut mehrere Festnahmen gegeben. - Foto: Eric Thayer/AP/dpaIn Texas entschied sich Gouverneur Greg Abbott selbst, die Nationalgarde einzusetzen. (Archivbild) - Foto: Peter Nicholls/Pool Getty Images Europe/AP/dpaEine Frau legt Blumen vor der Nationalgarde nieder.  - Foto: Damian Dovarganes/AP/dpa

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, will die Nationalgarde an mehreren Orten im Bundesstaat bei Protesten einsetzen. Das kĂŒndigte er auf der Plattform X an. Zuvor hatten sich die Demonstrationen in Los Angeles gegen die Migrationspolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump auf andere StĂ€dte in den USA ausgeweitet. 

Wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen die fĂŒr ein kleines Gebiet im Zentrum von LA verhĂ€ngten nĂ€chtlichen Ausgangssperre gab es nach Polizeiangaben am Dienstagabend (Ortszeit) mehrere Festnahmen. Im politischen Machtkampf rund um die Demonstrationen verschĂ€rft sich derweil der Ton zwischen Trump und Kaliforniens Gouverneur, Gavin Newsom.

Die Tageszeitung «San Antonio Express-News» berichtete unter Berufung auf einen Sprecher des Gouverneurs von Texas, dass die Soldaten mit Blick auf geplante Proteste in dem Bundesstaat in Bereitschaft seien. Abbott nannte zu dem Einsatz zunĂ€chst keine weiteren Details. An diesem Mittwoch und Samstag wollen Menschen in der Metropole San Antonio demnach auf die Straßen gehen. 

In den vergangenen Tagen war es Medienberichten zufolge bereits im Bundesstaat Texas zu grĂ¶ĂŸtenteils friedlichen Protesten gekommen, unter anderem in der Hauptstadt Austin sowie Dallas und San Antonio.

Einsatz von Nationalgarde - mit und ohne Zustimmung von Gouverneur

Vorangegangen waren Demonstrationen in Los Angeles gegen den harten Migrationskurs von Trump und Abschieberazzien der Einwanderungsbehörde ICE. Die US-Regierung mobilisierte deshalb 4.000 Soldaten der Nationalgarde und 700 Marineinfanteristen der regulĂ€ren StreitkrĂ€fte fĂŒr den Einsatz in Los Angeles - gegen den Willen des Gouverneurs Newsom. Die Soldaten treffen nach und nach ein und sollen nach Trumps Willen so lange in der Stadt bleiben, bis es keine Gefahr mehr gebe. Bisher ist ein Einsatz fĂŒr maximal 60 Tage anberaumt. 

Trumps Entscheidung ist eine bedeutsame Eskalation und Machtdemonstration des PrÀsidenten. Sein Vorgehen ist höchst ungewöhnlich und umstritten. In Texas wiederum entschied sich der dortige Gouverneur selbst zu dem Schritt. Die Nationalgarde wird wegen der Proteste derzeit nur in Kalifornien und Texas eingesetzt.

BĂŒrgermeisterin von LA verhĂ€ngt Ausgangssperre

Als Reaktion auf die Demonstrationen in Los Angeles verhĂ€ngte die Stadt eine nĂ€chtliche Ausgangssperre fĂŒr ein kleines Gebiet im Zentrum. Die Regelung gelte zunĂ€chst fĂŒr die Nacht auf Mittwoch (Ortszeit), teilte die BĂŒrgermeisterin von LA, Karen Bass, mit. Sie rechne aber damit, dass die nĂ€chtliche Ausgangssperre ĂŒber mehrere Tage aufrechterhalten werde. 

Daran hielten sich einige wenige jedoch nicht: 25 Menschen seien wegen möglichen Verstoßes gegen die geltende Ausgangssperre festgenommen worden, berichtete die «Los Angeles Times» unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Nach eigenen Angaben hatte die Polizei kurz nach 21 Uhr am Dienstag (Ortszeit) mit «Massen-Festnahmen» begonnen, eine Stunde nach Inkrafttreten der nĂ€chtlichen Ausgangssperre.

Machtkampf zwischen Trump und Newsom

Unterdessen verschĂ€rft sich der Ton zwischen Trump und Kaliforniens Gouverneur Newsom. Der US-PrĂ€sident beschuldigte Newsom und Bass der Komplizenschaft mit radikalen Demonstranten in LA. Die beiden hĂ€tten «Unruhestifter, Aufwiegler und AufrĂŒhrer bezahlt», behauptete Trump. «Sie sind an diesem vorsĂ€tzlichen Versuch beteiligt, das Bundesgesetz außer Kraft zu setzen und die Besetzung der Stadt durch kriminelle Eindringlinge zu unterstĂŒtzen.» Wie oft bei derlei Anschuldigungen nannte Trump keine Belege.

Der kalifornische Gouverneur wiederum wandte sich ĂŒberraschend in einer abendlichen Ansprache an die BĂŒrger und nutzte diese fĂŒr einen Rundumschlag gegen Trumps Politik - auch jenseits der Auseinandersetzung um LA. Der PrĂ€sident hebele die Gewaltenteilung in den USA aus, habe Aufseher geschasst, die ihn wegen Korruption und Betrug zur Rechenschaft ziehen könnten. Er habe der Kultur und der Wissenschaft den Krieg erklĂ€rt, wolle UniversitĂ€ten vorschreiben, was sie lehren dĂŒrfen, und nehme Medien und Meinungsfreiheit ins Visier. «Die Demokratie wird vor unseren Augen angegriffen», sagte Newsom. 

Newsom kritisierte, Trump militarisiere die Straßen von LA, traumatisiere amerikanische Gemeinden mit seiner Abschiebepolitik und spalte die Gesellschaft. Er lasse TellerwĂ€scher, GĂ€rtner, Tagelöhner und NĂ€herinnen festnehmen. «AutoritĂ€re Regime beginnen damit, Menschen ins Visier zu nehmen, die am wenigsten in der Lage sind, sich selbst zu verteidigen.»

@ dpa.de