Slowakei hebt höhere Treibstoffpreise fĂŒr AuslĂ€nder auf
06.05.2026 - 17:10:02 | dpa.de
AuslĂ€nder mĂŒssen ab Freitag in der Slowakei nicht mehr höhere Treibstoffpreise bezahlen als InlĂ€nder. Das gab die sozialdemokratische Wirtschaftsministerin Denisa Sakova bekannt. Zugleich wĂŒrden auch die derzeit geltenden Treibstoffrationierungen aufgehoben, sagte Sakova.
Nach mehreren Wochen hat die vom Linkspopulisten Robert Fico gefĂŒhrte Regierung der Slowakei damit dem Druck der EU-Kommission nachgegeben und ihre umstrittene Preisverordnung aufgehoben. Die Kommission hatte der Slowakei mit einem Vertragsverletzungsverfahren gedroht, weil die unterschiedlichen Preise im Widerspruch zu EU-Recht stĂŒnden.
Die fĂŒr AuslĂ€nder geltenden Preise wurden als Durchschnitt der Preise in den NachbarlĂ€ndern Ăsterreich, Tschechien und Polen berechnet. Mit dortigen Preiseingriffen verringerte sich die Differenz zum InlĂ€nderpreis allmĂ€hlich. Im Vergleich zu Deutschland blieben die slowakischen Preise auch fĂŒr AuslĂ€nder deutlich niedriger.Â
Aktuell seien die slowakischen Preise annĂ€hernd gleich wie in Tschechien, rechnete Sakova am Mittwoch vor: «Der durchschnittliche Dieselpreis liegt in der Slowakei bei 1,86 Euro pro Liter, bei Benzin bei 1,79 Euro.» Damit sei Diesel in Tschechien nur um drei Cent billiger, dafĂŒr koste Benzin in der Slowakei drei Cent weniger.
«Erdöl-Notstand» als BegrĂŒndung fĂŒr höhere AuslĂ€nderpreise
Die Regierung in Bratislava hatte Mitte MĂ€rz Diesel und Benzin rationiert und zugleich die unterschiedlichen Preise beschlossen. Das begrĂŒndete sie mit einem schon vor Beginn des Iran-Kriegs ausgerufenen «Erdöl-Notstand». Weil seit Ende Januar kein Erdöl mehr durch die Druschba-Pipeline ĂŒber die Ukraine aus Russland floss, habe man die Versorgung nur dank staatlicher Notreserven ĂŒberhaupt aufrechterhalten können.Â
Von den russischen Ăllieferungen ist die Slowakei noch immer weitgehend abhĂ€ngig und hat daher eine auch mit Kiew vereinbarte Ausnahme von den EU-Sanktionen gegen Russland zugestanden bekommen.
Nach ukrainischer Darstellung war die Druschba-Pipeline durch russische Drohnenangriffe beschĂ€digt. Das bezweifelten Ungarn und die Slowakei und verlangten vergeblich eine unabhĂ€ngige Inspektion der Pipeline. Nachdem der als Ukraine-Kritiker geltende Noch-Premier Viktor Orban die Parlamentswahl in Ungarn verlor, nahm die Ukraine ihre Erdöl-Lieferungen ĂŒber die Druschba-Pipeline wieder auf. Damit entschĂ€rfte sich auch der Treibstoffmangel in der Slowakei.
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