Putin, Ukraine

Putin will Ukraine befristet unter UN-Verwaltung stellen

27.03.2025 - 23:11:58

Weil er mit dem ukrainischen PrÀsidenten Selenskyj nicht verhandeln will, schlÀgt Kremlchef Putin eine Fremdverwaltung und Neuwahlen in der Ukraine vor. Verhandeln will Putin nicht um jeden Preis.

Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hat vorgeschlagen, die von ihm angegriffene Ukraine unter Verwaltung der Vereinten Nationen zu stellen, um Wahlen durchzufĂŒhren. «So eine Praxis gibt es und im Prinzip kann man natĂŒrlich die Möglichkeit einer zeitweisen UN-Verwaltung mit den USA, den europĂ€ischen Staaten und - versteht sich - auch mit unseren Partnern und Freunden erörtern», sagte Putin bei einem GesprĂ€ch mit Matrosen eines Atom-U-Boots. Ziel sei die DurchfĂŒhrung demokratischer Wahlen, bei der eine handlungsfĂ€hige Regierung fĂŒr einen Friedensschluss an die Macht komme.

«Mit dieser beginnen wir dann Verhandlungen ĂŒber einen Friedensvertrag, unterzeichnen legitime Dokumente, die weltweit anerkannt werden und sicher und stabil sind», sagte Putin. 

Die Forderung nach einer Fremdverwaltung fĂŒr die Ukraine bedient gleich zwei Argumentationsmuster des Kremls. So behauptet Moskau, dass die Ukraine ein gescheiterter Staat sei, in dem nationalsozialistische Gruppierungen die Macht ergriffen hĂ€tten. Die zweite These geht dahin, dass der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj nach Ablauf seiner Amtszeit im vergangenen Jahr kein Mandat mehr besitze. Ukrainischen Juristen zufolge ist die VerlĂ€ngerung der Vollmachten aber durch das Kriegsrecht gedeckt. International wird er ebenso weiterhin als PrĂ€sident anerkannt - auch weil Neuwahlen im Land wegen der Besetzung großer Gebiete durch Russland nicht durchfĂŒhrbar sind.

Putin: Diplomatie nicht um jeden Preis, Russland gewinnt auch so

Putin betonte erneut, dass Russland eine friedliche Lösung bevorzuge - «allerdings nicht auf unsere Kosten». Er sei bereit zu verhandeln - auch mit den EuropĂ€ern. Russland werde sich aber nicht betrĂŒgen lassen. 

MilitĂ€risch gab sich der Kremlchef einmal mehr siegesgewiss. Schon jetzt hĂ€tten die russischen StreitkrĂ€fte 99 Prozent des Gebiets Luhansk und jeweils mehr als 70 Prozent der ebenfalls von Moskau annektierten Gebiete Donezk, Cherson und Saporischschja erobert. Die ukrainischen Truppen stĂ€nden kurz vor der totalen Niederlage, behauptete Putin «Es gibt Grund anzunehmen, dass wir ihnen den Gnadenstoß geben.»

@ dpa.de