Ukraine, Russland

«Welle personeller VerÀnderungen» in Kiew vor Verhandlungen

03.01.2026 - 04:47:04

Die Verhandlungen zum Ukraine-Krieg gehen in Kiew weiter. PrÀsident Selenskyj stellt vor wichtigen Terminen seinen Sicherheits- und Verteidigungsapparat neu auf.

  • Im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sollen sich am Samstag Sicherheitsberater aus EU- und Nato-Staaten treffen, wie der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj angekĂŒndigt hat. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa

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  • Kyrylo Budanow wird neuer Chef des PrĂ€sidentenamtes. (Archivbild) - Foto: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa

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  • Der Vizeregierungschef und Minister fĂŒr digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, soll nach dem Willen Selenskyjs neuer Verteidigungsminister werden. (Archivbild) - Foto: Hanna Arhirova/AP/dpa

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Im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sollen sich am Samstag Sicherheitsberater aus EU- und Nato-Staaten treffen, wie der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj angekĂŒndigt hat. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpaKyrylo Budanow wird neuer Chef des PrĂ€sidentenamtes. (Archivbild) - Foto: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpaDer Vizeregierungschef und Minister fĂŒr digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, soll nach dem Willen Selenskyjs neuer Verteidigungsminister werden. (Archivbild) - Foto: Hanna Arhirova/AP/dpa

Vor heute in Kiew geplanten Verhandlungen ĂŒber ein Ende des Ukraine-Kriegs hat PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj seinen Verteidigungs- und Sicherheitsapparat teils neu aufgestellt. Er ernannte den bisherigen MilitĂ€rgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zum Chef seines PrĂ€sidentenamtes. Der 39 Jahre alte Budanow war schon bisher in die FriedensgesprĂ€che eingebunden. Zudem kĂŒndigt Selenskyj erneut einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums an. 

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew kommen heute nationale Sicherheitsberater zusammen, um ĂŒber die weitere UnterstĂŒtzung des von Russland angegriffenen Landes zu beraten. Selenskyj zufolge haben 15 LĂ€nder sowie Vertreter von EU und Nato ihre Teilnahme zugesagt. Das US-Team wird demnach online zugeschaltet. 

Ukraine verlangt robuste Sicherheitsgarantien

Selenskyj erwartet Fortschritte beim schwierigen Thema Sicherheitsgarantien fĂŒr sein Land. Diese gelten als zentral in einem möglichen kĂŒnftigen Friedensabkommen, um Kiew einen zuverlĂ€ssigen Schutz vor neuen russischen Angriffen zu gewĂ€hrleisten. Dazu mĂŒssten noch Details geklĂ€rt werden, sagte Selenskyj. Die GesprĂ€che gelten als wichtige Vorbereitung fĂŒr ein geplantes Gipfeltreffen der UnterstĂŒtzerstaaten der Ukraine aus der sogenannten Koalition der Willigen am Dienstag in Paris. 

Seit Wochen laufen die von US-PrĂ€sident Donald Trump angestoßenen Friedensverhandlungen intensiv. Ein Ende des seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs zeichnet sich aber nicht ab. FĂŒr eine Friedensvereinbarung ist vor allem auch weiter die Kernfrage um die von Russland geforderten Gebietsabtretungen offen. Einen solchen Verzicht lehnt Kiew ab. Zudem sitzt Russland nicht mit am Verhandlungstisch.

Selenskyj setzt auf weitere personelle VerÀnderungen

Selenskyj kĂŒndigte zudem an, einmal mehr auch den Posten des Verteidigungsministers neu zu besetzen. Der Vizeregierungschef und Minister fĂŒr digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, soll das Amt von Denys Schmyhal ĂŒbernehmen, wie er sagte. Der 34 Jahre alte Fedorow ist Spezialist fĂŒr Drohnen und Digitalisierung. Das Parlament muss der Personalie zustimmen.

Schmyhal war erst im Sommer als Regierungschefs entlassen und anstelle von Rustem Umjerow als Verteidigungsminister eingesetzt worden. Umjerow ist ChefunterhĂ€ndler bei den FriedensgesprĂ€chen. Schmyhal solle eine andere, fĂŒr die StabilitĂ€t des Landes nicht weniger wichtige Aufgabe ĂŒbernehmen, sagte Selenskyj. 

«Ich habe beschlossen, die Arbeitsweise des Verteidigungsministeriums zu Ă€ndern», sagte Selenskyj. Fedorow beschĂ€ftige sich intensiv mit dem Einsatz von Drohnen in dem Krieg und arbeite sehr effektiv an der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und Prozesse. Selenskyj sagte weiter, hilfreiche VerĂ€nderungen mĂŒssten umgesetzt werden. Auch die militĂ€rische Ausbildung solle erneuert werden gemĂ€ĂŸ der an der Front gesammelten Erfahrungen.

PrÀsident rÀumt Probleme in der Vergangenheit ein

Die Personalien sind Teil einer von Selenskyj angestoßenen Neuaufstellung des Verteidigungs- und Sicherheitsapparats in der Ukraine. «Heute haben wir einen grundlegenden Neustart begonnen – interne VerĂ€nderungen, damit die Ukraine stabiler wird», sagte Selenskyj. Wegen Problemen in der Vergangenheit gebe es eine «Welle personeller VerĂ€nderungen». Weitere sollen demnach folgen, darunter auch ein neuer Leiter der Grenztruppen.

Selenskyj machte Budanow zum neuen Chef seiner PrĂ€sidialkanzlei, nachdem seine bisherige rechte Hand auf dem Posten, Andrij Jermak, im Zuge eines Korruptionsskandals zurĂŒckgetreten war. Russland betrachtet Budanow nach einer Vielzahl tödlicher Bombenattentate auf GenerĂ€le als Terroristen, als einen der wichtigsten Feinde. 

Budanows Nachfolge beim MilitĂ€rgeheimdienst HUR ĂŒbernimmt Auslandsgeheimdienstchef Oleh Iwaschtschenko. Der 56 Jahre alte Generalleutnant solle in der neuen Aufgabe weiter an der wirtschaftlichen SchwĂ€chung Russlands und an der EinschrĂ€nkung von Moskaus MilitĂ€rpotenzial arbeiten, teilte Selenskyj mit.

@ dpa.de

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