Schrille, Republikaner-Debatte

Schrille Republikaner-Debatte - mit Stöckelschuh-Attacke

09.11.2023 - 06:39:58

Wer bei TV-Debatten der PrĂ€sidentschaftsanwĂ€rter Ziel der meisten Angriffe wird, fĂŒr den lĂ€uft es politisch eher gut. Aber wer kassierte bei der neuen Runde der Republikaner besonders viele Attacken?

  • Nikki Haley (l-r), Ron DeSantis und Vivek Ramaswamy sind PrĂ€sidentschaftsanwĂ€rter. - Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa

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  • Ron DeSantis - derzeit Floridas Gouverneur - versuchte, sich in der Fernsehdebatte zu profilieren. - Foto: Rebecca Blackwell/AP

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  • Vivek Ramaswamy ist GeschĂ€ftsmann. Ihm werden keine echten Chancen in dem Rennen eingerĂ€umt. - Foto: Rebecca Blackwell/AP

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  • Nikki Haley, ehemalige UN-Botschafterin der USA, musste wĂ€hrend einer republikanischen Vorwahldebatte viele Attacken einstecken. - Foto: Rebecca Blackwell/AP

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  • Nikki Haley, ehemalige UN-Botschafterin der USA, musste wĂ€hrend der republikanischen Vorwahldebatte viele Attacken einstecken. - Foto: Rebecca Blackwell/AP

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  • Ron DeSantis - derzeit Floridas Gouverneur - versuchte, sich in der Fernsehdebatte zu profilieren. - Foto: Rebecca Blackwell/AP

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  • Vivek Ramaswamy ist GeschĂ€ftsmann. Ihm werden keine echten Chancen in dem Rennen eingerĂ€umt. - Foto: Rebecca Blackwell/AP

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Nikki Haley (l-r), Ron DeSantis und Vivek Ramaswamy sind PrÀsidentschaftsanwÀrter. - Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpaRon DeSantis - derzeit Floridas Gouverneur - versuchte, sich in der Fernsehdebatte zu profilieren. - Foto: Rebecca Blackwell/APVivek Ramaswamy ist GeschÀftsmann. Ihm werden keine echten Chancen in dem Rennen eingerÀumt. - Foto: Rebecca Blackwell/APNikki Haley, ehemalige UN-Botschafterin der USA, musste wÀhrend einer republikanischen Vorwahldebatte viele Attacken einstecken. - Foto: Rebecca Blackwell/APNikki Haley, ehemalige UN-Botschafterin der USA, musste wÀhrend der republikanischen Vorwahldebatte viele Attacken einstecken. - Foto: Rebecca Blackwell/APRon DeSantis - derzeit Floridas Gouverneur - versuchte, sich in der Fernsehdebatte zu profilieren. - Foto: Rebecca Blackwell/APVivek Ramaswamy ist GeschÀftsmann. Ihm werden keine echten Chancen in dem Rennen eingerÀumt. - Foto: Rebecca Blackwell/AP

Mit Botschaften politischer HÀrte und gegenseitigen Attacken haben PrÀsidentschaftsanwÀrter der Republikaner versucht, sich in einer weiteren Fernsehdebatte zu profilieren.

In Miami standen am Abend fĂŒnf Republikaner auf der BĂŒhne, die in Umfragen allerdings alle weit abgeschlagen hinter ihrem parteiinternen Konkurrenten, Donald Trump, liegen. Der Ex-US-PrĂ€sident blieb auch der dritten Debatte fern und trat stattdessen zeitgleich nicht mal 20 Kilometer entfernt in Hialeah, ebenfalls im Bundesstaat Florida, vor AnhĂ€ngern auf.

Ziel verbaler Attacken bei der TV-Debatte war besonders oft die frĂŒhere UN-Botschafterin Nikki Haley, die zuletzt in Umfragen zu Floridas Gouverneur Ron DeSantis aufgeschlossen hatte.

FĂŒr DeSantis, der zum Start des Rennens noch als aussichtsreichster Konkurrent fĂŒr Trump gegolten hatte, ging es in den vergangenen Monaten dagegen steil bergab. DeSantis griff die 51 Jahre alte Haley auf der TV-BĂŒhne mehrfach offen an. Vor allem aber der Unternehmer Vivek Ramaswamy nahm sie bei fast jedem Wortbeitrag ins Visier.

Die schrillen Attacken

Der 38-JĂ€hrige bezeichnete Haley in Bezug auf den frĂŒheren US-VizeprĂ€sidenten spöttisch als «Dick Cheney in sieben Zentimeter hohen Stöckelschuhen». Sie konterte, ihre Schuhe seien zwölf Zentimeter hoch und sie nutze sie nicht aus ModegrĂŒnden, sondern als Munition.

Als Ramaswamy beim Streitthema rund um die Videoplattform TikTok anmerkte, Haley habe ihre eigene Familie nicht im Griff, weil sie TikTok verteufele, wĂ€hrend ihre Tochter den Dienst nutze, gab die Republikanerin unwirsch zurĂŒck: «Du bist einfach Abschaum.»

Ramaswamy, dem keine echten Chancen in dem Rennen eingerĂ€umt werden, gab sich erneut auffallend angriffslustig. Schon die erste Frage nutzte er, um die Ausrichter der Debatte, die Spitze der Republikanischen Partei und den Fernsehsender NBC zu diskreditieren und die Parteivorsitzende Ronna McDaniel zum RĂŒcktritt aufzufordern. Den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj bezeichnete er spĂ€ter als «Nazi», den US-PrĂ€sidenten Joe Biden als politische «Marionette».

Die großen Themen

Neben vielen persönlichen ScharmĂŒtzeln und Provokationen ging es um gewichtige Themen: die Kriege im Gazastreifen und in der Ukraine, die Konflikte mit China und dem Iran, Migration, Abtreibung und Drogen. South Carolinas Senator Tim Scott und der ehemalige Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, blieben dabei eher blass.

Vereint beklagten die republikanischen Bewerber, unter dem demokratischen PrĂ€sidenten Joe Biden gehe das Land den Bach herunter. Geschlossen gaben sich alle auch mit Blick auf UnterstĂŒtzung Israels im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas. Bei der Frage nach weiterer UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland zeigte sich dagegen die Spaltung in der Republikanischen Partei.

WĂ€hrend Haley und Christie fĂŒr weitere MilitĂ€rhilfen an Kiew plĂ€dierten, zeigten sich DeSantis, Scott und Ramaswamy skeptisch. «Wir mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass die EuropĂ€er ihren gerechten Teil beitragen», sagte etwa DeSantis.

Die kernigen Ansagen

Alle fĂŒnf versuchten bei vielen Themen mit Botschaften der HĂ€rte zu punkten - vor allem gegenĂŒber China, dem Iran oder Drogen-Kartellen aus Mexiko. Scott plĂ€dierte dafĂŒr, dass das US-MilitĂ€r nicht nur proiranische Milizen in Syrien angreifen solle, sondern Ziele im Iran selbst. Auch Haley forderte mehr HĂ€rte gegenĂŒber Teheran. «Du schlĂ€gst sie einmal, und zwar krĂ€ftig, und dann hören sie auf.»

Überraschend versöhnliche Töne schlug Haley beim Thema Abtreibung an, bei dem die Fronten im Land ĂŒblicherweise sehr verhĂ€rtet sind. Sie sagte, auch wenn sie Abtreibungen eher ablehne, respektiere sie die Position von AbtreibungsbefĂŒrwortern. Ein generelles Verbot von SchwangerschaftsabbrĂŒchen lasse sich auf Bundesebene absehbar nicht durchsetzen. Daher warb sie dafĂŒr, an einzelnen Punkten parteiĂŒbergreifend nach Kompromissen zu suchen.

Ramaswamy dagegen tat sich neben persönlichen Attacken mit populistischen Positionen, Verschwörungstheorien und extremen Aussagen hervor, um sich in Szene zu setzen. Unter anderem plĂ€dierte er dafĂŒr, nicht nur die Mauer an der sĂŒdlichen Grenze zu Mexiko fertigzustellen, sondern auch an der nördlichen Grenze zu Kanada eine neue Mauer zu bauen, um Drogenschmuggel auch von dort zu unterbinden.

Der weitere Weg

Ex-VizeprĂ€sident Mike Pence, der bei der vorherigen Debatte noch mit auf der BĂŒhne gestanden hatte, ist inzwischen aus dem Rennen ausgestiegen. Wer PrĂ€sidentschaftskandidat der Republikaner werden will, muss sich zunĂ€chst in Vorwahlen in den einzelnen Bundesstaaten durchsetzen. Bei den Republikanern werden als erstes die WĂ€hler in Iowa Mitte Januar ĂŒber ihren bevorzugten Bewerber entscheiden.

Der in Umfragen bei den Republikanern fĂŒhrende Trump wird im Wahljahr gleich mit mehreren Gerichtsverfahren konfrontiert sein. WĂ€hrend seine Parteikollegen auf der FernsehbĂŒhne nur sanfte Kritik an ihm Ă€ußerten, spulte Trump vor AnhĂ€ngern in Hialeah sein ĂŒbliches Programm ab und beklagte, die juristischen Verfahren gegen ihn seien nichts als politische Verfolgung. Auch bei den vorherigen TV-Debatten seiner Parteikollegen war er nicht erschienen und hatte argumentiert, dass er es wegen seiner Umfragewerte nicht nötig habe teilzunehmen.

@ dpa.de