Umfrage, Trump

Umfrage sieht Trump in wichtigen US-Bundesstaaten vorn

06.11.2023 - 16:14:33

Wer ins Weiße Haus einzieht, wird insbesondere in den wichtigen «Swing States» entschieden. Nun sieht es ein Jahr vor der US-Wahl fĂŒr Amtsinhaber Biden nicht rosig aus.

Ein Jahr vor der US-PrĂ€sidentschaftswahl sieht es fĂŒr den amtierenden PrĂ€sidenten Joe Biden einer Umfrage zufolge nicht gut aus. Die «New York Times» berichtete ĂŒber eine Umfrage zusammen mit dem Siena College, wonach Biden in fĂŒnf der sechs wichtigsten umkĂ€mpften Staaten hinter Donald Trump, dem Bewerber fĂŒr die Kandidatur der Republikaner, liegt. Die Fehlertoleranzen liegen allerdings zwischen 1,8 und 4,8 Prozentpunkten.

FĂŒr die Umfrage wurden insgesamt 3662 WĂ€hler in den sechs Bundesstaaten Wisconsin, Arizona, Georgia, Nevada, Michigan und Pennsylvania im Zeitraum zwischen dem 22. Oktober und dem 3. November befragt. Die Umfrage habe ergeben, dass beide Kandidaten unbeliebt seien, WĂ€hler ihren Frust aber eher am PrĂ€sidenten ausließen, schreibt die «New York Times».

Der Umfrage zufolge fĂŒhrt nur im Bundesstaat Wisconsin der Demokrat Biden. In den «Swing States» Arizona, Georgia, Nevada, Michigan und Pennsylvania - allesamt Staaten, die zwischen Demokraten und Republikanern besonders umkĂ€mpft sind - fĂŒhrte Trump jeweils mit vier bis zehn Prozentpunkten, schrieb die «New York Times». Bei der US-PrĂ€sidentschaftswahl 2020 hatte Biden in allen sechs Staaten gegen Trump gewonnen, so das Blatt weiter.

Mehr Vertrauen in Trump in Wirtschaftsfragen

Besonders Bidens Alter stellte sich in der Umfrage als Nachteil heraus, wie die Zeitung schreibt - und das, obwohl er nur etwa vier Jahre Àlter ist als sein wahrscheinlichster Gegner Trump. Eine Mehrheit von 71 Prozent waren der Meinung, dass der bald 81-JÀhrige Biden zu alt sei, um ein kompetenter PrÀsident zu sein. Bei Trump hingegen stimmten 39 Prozent der Befragten zu oder eher zu, dass er zu alt sei.

Mit 59 zu 37 Prozent gaben die Befragten an, dass sie Trump in Bezug auf die Wirtschaft mehr vertrauten als Biden. Auch in Fragen der Einwanderungspolitik und der nationalen Sicherheit bevorzugten die Befragten Trump. Bidens stÀrkstes Thema war Abtreibung. Hier schenkten ihm die WÀhler neun Prozentpunkte mehr Vertrauen als Trump.

Bei den Demokraten bewirbt sich PrÀsident Biden um eine zweite Amtszeit - ohne ernstzunehmende Konkurrenz. Bei den Republikanern liegt Ex-PrÀsident Trump unter den AnwÀrtern seiner Partei in Umfragen derzeit mit weitem Abstand vorne. Damit lÀuft es womöglich auf ein erneutes Rennen zwischen den beiden hinaus. Wer am Ende als offizieller Kandidat einer Partei antritt, wird in den Monaten vor der Wahl in parteiinternen Vorwahlen bestimmt.

Trump zu Aussage unter Eid in Betrugsprozess erschienen

Unterdessen ist Trump im Betrugsprozess in New York persönlich zu einer Aussage unter Eid erschienen. Schon vor seiner Aussage sprach Trump vor Journalisten von einer «unfairen Situation». GeneralstaatsanwÀltin Letitia James sagte vor Beginn des Gerichtstermins, sie erwarte, dass Trump sich wieder daneben benehmen werde. «Aber letztendlich sind die Fakten und die Zahlen alles was zÀhlt.»

Aussagen von Trump haben zu Spannungen mit dem Gericht gefĂŒhrt. Richter Arthur Engoron wies Trump und sein Team im Gerichtssaal mehrmals an, Fragen der Staatsanwaltschaft direkt zu beantworten, statt «Reden» zu halten: «Das ist keine politische Kundgebung, das ist ein Gerichtssaal». Zuvor hatte der 77-JĂ€hrige seine Antworten vor Gericht unter Eid dafĂŒr genutzt, den Demokraten vorzuwerfen, die Justiz als Waffe zu benutzen. Die Gerichte und Staatsanwaltschaften seien ihm gegenĂŒber voreingenommen. 

In dem Prozess geht es um die Zukunft des Firmenimperiums des 77-JĂ€hrigen. Die Staatsanwaltschaft wirft Trump, seinen Söhnen und Mitarbeitern vor, den Wert der Trump Organization jahrelang manipuliert zu haben, um an gĂŒnstigere Kredite und VersicherungsvertrĂ€ge zu kommen. Richter Engoron hatte dies vor dem Prozess bereits bestĂ€tigt - in dem Verfahren geht es nun vor allem um die Festlegung möglicher Strafen.

Trump soll 250 Millionen US-Dollar zahlen

Eine GefĂ€ngnisstrafe oder direkte Auswirkungen auf seine Bewerbung um das PrĂ€sidentenamt drohen Trump zwar nicht, doch geschĂ€ftlich könnte ihm eine Verurteilung großen Schaden zufĂŒgen. GeneralstaatsanwĂ€ltin James will erreichen, dass Trump 250 Millionen US-Dollar (rund 239 Millionen Euro) zahlen muss und in New York keine GeschĂ€fte mehr machen darf. Unklar ist, ob er bei einer Verurteilung auch Immobilien wie seinen berĂŒhmten New Yorker Trump Tower abgeben mĂŒsste.

Die Verhandlung hatte in den vergangenen Wochen zu wĂŒtenden Tiraden Trumps gegen den Richter, Gerichtsmitarbeitende und die Staatsanwaltschaft gefĂŒhrt. Richter Engoron hatte ihm bereits mit ernsthaften Konsequenzen gedroht, eine Geldstrafe und ein Verbot der Verunglimpfung von Gerichtsangestellten verhĂ€ngt.

Den Prozess nutzt Trump nach EinschÀtzung vieler Beobachter als Wahlwerbung und behauptet immer wieder, die Verhandlung sei Teil einer politischen Kampagne gegen ihn.

@ dpa.de