KardinĂ€le treffen sich erneut fĂŒr Beratungen nach Papst-Tod
24.04.2025 - 05:00:52Nach und nach trudeln die KardinĂ€le der Weltkirche in Rom ein, um nach dem Tod von Papst Franziskus bald ein neues Oberhaupt der katholischen Kirche zu wĂ€hlen. Heute Morgen (09.00 Uhr) wollen die bereits im Vatikan befindlichen zu einem dritten offiziellen Treffen seit Franziskus' Ableben zusammenkommen: Sie beraten ĂŒber wichtige Entscheidungen fĂŒr die nĂ€chsten Tage. Auch die GesprĂ€che ĂŒber das bevorstehende Konklave laufen auf Hochtouren.
Die Blicke sind daher auf die seit Dienstag stattfindenden als Generalkongregation bezeichneten Treffen der KardinĂ€le hinter den Vatikanmauern gerichtet. Mit Spannung werden Details zur kommenden Papst-Wahl erwartet. Bisher ist allerdings nicht bekannt, wann mit einer Entscheidung ĂŒber den genauen Beginn des Konklaves durch die KardinĂ€le zu rechnen ist.Â
Das Konklave zur Wahl des neuen Papstes beginnt SchĂ€tzungen zufolge vermutlich Anfang Mai - wieder in der Sixtinischen Kapelle. Die Spekulationen ĂŒber den kĂŒnftigen Pontifex laufen lĂ€ngst. TĂ€glich stellen Medien KirchenmĂ€nner vor, die beim Konklave erfolgreich sein könnten. Sie gelten als «papabile», also dem Papstamt gewachsen.Â
Bei Versammlungen werden schon Allianzen geschmiedet
Wenn auch noch nicht ĂŒber ein genaues Datum entschieden wird, sind die Kardinalsversammlungen vor dem Konklave auch eine Gelegenheit zum Austausch. Die Geistlichen lernen sich kennen und schmieden womöglich Allianzen, die den Ausgang des Konklaves bestimmen könnten. Die GesprĂ€che in den Generalkongregationen drehen sich schon jetzt vor allem um eines: das Profil des neuen Papstes.
Beim Konklave sind 135 KardinĂ€le unter 80 Jahren zur Wahl des neuen Papstes berechtigt, aber zwei KardinĂ€le sagten bereits aus gesundheitlichen GrĂŒnden ab. An der Generalkongregation können alle KardinĂ€le teilnehmen, auch die nicht wahlberechtigten. Vor der dritten Runde versuchen Teilnehmer die Erwartungen vorerst herunterzuschrauben. «Wir haben noch nichts entschieden. Es ist nur ein Anfang», sagte etwa der Franzose Jean-Paul Vesco.
Bereits zwei Treffen hinter Vatikanmauern
Bereits zweimal haben sich KirchenmĂ€nner fĂŒr die Generalkongregation versammelt und erste Entscheidungen getroffen. Am Dienstag waren es rund 60 KardinĂ€le, bei der zweiten Begegnung am Mittwoch waren es bereits mehr als 100 PurpurtrĂ€ger. Bei dem jĂŒngsten Treffen wurden etwa Details zum Novendiale besprochen, der neuntĂ€gigen Trauerzeit nach dem Tod des Papstes.
Die Trauerzeit beginnt demnach am Samstag, dem Tag der Beisetzung von Franziskus, und endet am 4. Mai. Jeden Tag wird in dieser Zeit im Petersdom eine Messe fĂŒr den verstorbenen Papst gelesen. Die Feiern sind öffentlich und können von allen GlĂ€ubigen besucht werden. Den Messen des Novendiale stehen an den neun Tagen verschiedene hochrangige KirchenmĂ€nner vor.Â
GlÀubige nehmen weiter vor Papst-Sarg Abschied von Franziskus
GlĂ€ubige können nach der Aufbahrung des Leichnams des toten Papstes im Petersdom weiter am offenen Sarg Abschied nehmen. Bereits am Mittwoch, dem ersten Tag der Aufbahrung, besuchten ihn Zehntausende Menschen. Mehrere Stunden mussten sie warten, um die groĂe Basilika betreten zu können. Zeitweise tummelten sich auf dem Petersplatz etwa 100.000 GlĂ€ubige, um dem toten Papst nah zu sein.Â
Im Petersdom gelten derzeit besondere Ăffnungszeiten und Regeln: Heute ist der Dom von 7.00 Uhr bis Mitternacht geöffnet. Bis Freitagabend (19.00 Uhr) ist der Petersdom noch geöffnet. Danach - um 20.00 Uhr - wird der Sarg jedoch verschlossen und fĂŒr die Trauerfeier am Samstag vorbereitet.
Rom fĂŒr Trauerfeier im Ausnahmezustand
Zu den Trauerfeierlichkeiten werden viele StaatsgÀste aus aller Welt sowie Hunderttausende GlÀubige erwartet. Nach der Messe auf dem Petersplatz wird der Sarg in die Basilika Santa Maria Maggiore gebracht. Dort wird Franziskus auf eigenen Wunsch dann in einer bestimmten Nische im linken Seitenschiff der Kirche im Zentrum Roms nah an einer von ihm verehrten Marienikone bestattet.
In Rom laufen die Vorbereitungen fĂŒr dieses GroĂevent - die italienische Hauptstadt ist im Ausnahmezustand. Italiens Zivilschutz geht von Hunderttausenden bei der Trauerfeier aus. Der öffentliche Verkehr soll verstĂ€rkt werden. Freiwillige sollen GlĂ€ubige, die zum Petersplatz wollen, unterstĂŒtzen. Es gelten zudem die höchsten Sicherheitsvorkehrungen.







