Verletzte, Drohnenangriffen

Viele Verletzte bei russischen Drohnenangriffen auf Ukraine

30.04.2025 - 04:57:36

Wie lange soll die nÀchste Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine dauern? Moskau will nur drei Tage im Mai. Kiew vermutet, dass es dabei nur um eine ungestörte Siegesparade gehen soll.

Ungeachtet aller Diskussionen ĂŒber eine mögliche Waffenruhe hat Russland die Ukraine in der Nacht mit schweren Drohnenangriffen ĂŒberzogen. Die ukrainischen StreitkrĂ€fte meldeten zeitweise Luftalarm im ganzen Land. Allein die Großstadt Charkiw im Osten dicht an der russischen Grenze wurde nach Behördenangaben von mehr als 15 Kampfdrohnen attackiert. Die Zahl der Opfer stieg rasch an: Kurz nach Mitternacht Ortszeit (Dienstag 23.00 Uhr MESZ) sprach BĂŒrgermeister Ihor Terechow von mindestens 39 Verletzten. «In der Stadt sind Explosionen zu hören», schrieb er auf Telegram. 

Mehrere Stadtteile seien von den Angriffen betroffen. Es gebe SchÀden an WohngebÀuden, einem Krankenhaus und Einrichtungen der zivilen Infrastruktur. Charkiw, vor dem Krieg eine Millionenstadt, ist aufgrund der NÀhe zur Grenze besonders hÀufig von russischen Luftangriffen betroffen. 

Russische Drohnen weiterentwickelt

Russland setze seit Anfang 2025 weiterentwickelte Drohnen des iranischen Bautyps Schahed ein, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft im Gebiet Charkiw, Spartak Boryssenko. Sie könnten 88 Kilogramm Sprengstoff tragen. 

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe griffen russische Drohnen auch die StÀdte Dnipro und Krywyj Rih sowie das Gebiet Cherson an. In Dnipro wurde nach Angaben von Gebietsgouverneur Serhij Lyssak mindestens ein Mensch getötet. Es gebe mehrere BrÀnde in der Stadt. 

Verletzte in russisch besetzter Stadt Horliwka

Die russische Besatzungsverwaltung des Gebietes Donezk meldete 16 Verletzte nach einem angeblichen ukrainischen Artillerieangriff auf die Stadt Horliwka. Demnach beschoss die ukrainische Armee den wichtigen Eisenbahnknotenpunkt mit Raketenartillerie. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig bestĂ€tigen.

3 oder 30 Tage Waffenruhe? 

Über eine mögliche Waffenruhe wird weiterhin gestritten. Die ukrainische Seite beharrt auf eine umfassende Feuerpause von 30 Tagen als Einstieg in eine mögliche weitergehende Lösung zur Beendigung des seit mehr als drei Jahren dauernden russischen Angriffskriegs. Dies ist auch der Vorschlag der US-Regierung von PrĂ€sident Donald Trump. Russland lehnt das ab.

Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin hat eine dreitĂ€gige Feuerpause vom 8. bis 10. Mai angekĂŒndigt, die das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren 1945 umfassen wĂŒrde. Die Ukraine hĂ€lt das fĂŒr ein TĂ€uschungsmanöver. Trumps Ukraine-Beauftragter Keith Kellogg nannte die Idee absurd. Washington hofft auf den Beginn einer lĂ€ngeren Waffenruhe. 

Selenskyj fĂŒr mehr Druck auf «Moskaus Schmerzpunkte»

Unterdessen bereitet die Ukraine nach Worten von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj weitere Sanktionen gegen Russland vor. Sie zielten auf RĂŒstungsindustrie und Handel des Nachbarlandes ab sowie auf «russische Einflussnetzwerke». Dies geschehe in Abstimmung mit den europĂ€ischen LĂ€ndern und den USA, sagte Selenskyj in einer Videoansprache, ohne Details zu nennen. «Wir wĂ€hlen die Schmerzpunkte in Russland aus, die Moskau am ehesten dazu bewegen, sich auf Diplomatie einzulassen», sagte er in Kiew.

Erneut forderte der ukrainische Staatschef, Russland solle sich auf eine umfassende Waffenruhe einlassen - nicht nur auf die begrenzte Feuerpause zum Weltkriegsgedenken. Selenskyj unterstellte, es gehe Moskau nur darum, die geplante MilitÀrparade zum russischen Tag des Sieges am 9. Mai vor ukrainischen Drohnenangriffen zu bewahren. «Jetzt sind sie besorgt, dass ihre Parade infrage gestellt ist - und das zu Recht», sagte der PrÀsident.

@ dpa.de