Elternhaus von Aung San Suu Kyi wird versteigert
25.01.2024 - 15:01:38 | dpa.de
Das Elternhaus der entmachteten Regierungschefin von Myanmar, Aung San Suu Kyi, wird am 20. MĂ€rz versteigert. In der herrschaftlichen Villa in der gröĂten Stadt Yangon (frĂŒher Rangun) hatte die FriedensnobelpreistrĂ€gerin bis 2010 unter einer frĂŒheren MilitĂ€rregierung insgesamt 15 Jahre im Hausarrest verbracht. Ein von der regierenden MilitĂ€rjunta kontrolliertes Bezirksgericht habe die Versteigerung angeordnet und ein Mindestgebot von umgerechnet etwa 82 Millionen Euro angesetzt, berichteten lokale Medien unter Berufung auf Justizquellen.
Die Versteigerung werde vor dem Haus stattfinden, schrieb der Sender BBC Burmese auf Facebook. Das oberste Gericht des Landes hatte die Villa am Inya-See 2022 zum Verkauf freigegeben. Der Ă€ltere Bruder der 78-JĂ€hrigen, Aung San Oo, hatte gefordert, seine HĂ€lfte des Anwesens verĂ€uĂern zu dĂŒrfen.
Um das Haus hatten die Geschwister jahrelang vor Gericht gestritten. WĂ€hrend Suu Kyi es einer Stiftung vermachen wollte, die den Namen ihrer Mutter trĂ€gt, forderte der Bruder - der schon lange in den USA lebt - seine HĂ€lfte des Vermögens fĂŒr sich. In einem frĂŒheren Verfahren - als sie noch Regierungschefin war - hatte Aung San Suu Kyi Recht bekommen.
Villa war Geschenk an die Mutter
Jedoch sitzt die Politikerin seit dem MilitÀrputsch vom Februar 2021 nach anfÀnglichem Hausarrest seit Juni 2022 im GefÀngnis. Wegen angeblicher Vergehen wurde sie auf Druck der Junta zu langjÀhriger Haft verurteilt.
Die Mutter hatte die Villa nach der Ermordung des Vaters, General Aung San, 1947 von Birmas damaliger Regierung erhalten. Sie lebte dort bis zu ihrem Tod 1988. Suu Kyi war nach der Entlassung aus dem Hausarrest 2016 Regierungschefin geworden. Bei der Wahl 2020 sicherte sie sich eine zweite Amtszeit. Das MilitÀr sprach von Betrug und putschte erneut. Seither versinkt das Land in Chaos und Gewalt.
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