Schweden, International

Schweden hebt Terrorwarnstufe auf zweithöchstes Niveau an

17.08.2023 - 13:52:45

Wiederholt wurden in Stockholm Koran-Exemplare angezĂŒndet oder zerstört. Die Empörung in islamischen LĂ€ndern folgte prompt. Die Terrorgefahr im eigenen Land dĂŒrfte damit deutlich gestiegen sein.

Nach mehreren Koranverbrennungen und damit verbundenen Drohungen aus dem Ausland hebt Schweden seine Terrorwarnstufe erstmals seit 2016 auf das zweithöchste Niveau an.

Sie wird von Stufe 3 auf 4 erhöht, wie die Chefin des schwedischen Nachrichtendienstes SĂ€po, Charlotte von Essen, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekanntgab. Schweden befinde sich hinsichtlich der Anschlagsgefahr in einer verschlechterten Lage, die ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum anhalten werde. Die Entscheidung sei nicht auf einen einzelnen Vorfall zurĂŒckzufĂŒhren, sondern solle als langfristige Bewertung betrachtet werden.

Bei islamfeindlichen Aktionen waren in Stockholm zuletzt mehrmals Exemplare des Korans angezĂŒndet oder anderweitig geschĂ€ndet worden. WĂŒtende Proteste in muslimisch geprĂ€gten LĂ€ndern waren die Folge, unter anderem wurde die schwedische Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad angegriffen. Das Terrornetzwerk Al-Kaida hatte mit Blick auf die Koranverbrennungen zuletzt in einer mutmaßlichen Stellungnahme zu AnschlĂ€gen aufgerufen.

Stufe 4: Es droht konkrete Gefahr

Insgesamt gibt es fĂŒnf Terrorwarnstufen im Nato-AnwĂ€rterland Schweden, wobei von Stufe 5 noch nie Gebrauch gemacht wurde. Stufe 4 bedeutet, dass nach Ansicht der Behörden eine konkrete Gefahr fĂŒr das Land besteht und die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Akteure die Absicht und die FĂ€higkeiten haben, AnschlĂ€ge zu verĂŒben. Anders als in Stufe 3 wird nicht mehr von einer «erhöhten», sondern von einer «hohen Bedrohung» ausgegangen. Die SĂ€po-Chefin trifft BeschlĂŒsse zu den Warnstufen auf Basis von EinschĂ€tzungen einer nationalen Arbeitsgruppe, in der Vertreter mehrerer staatlicher Behörden sitzen.

Zuletzt hatte die Terrorwarnstufe 4 fĂŒr einige Monate wĂ€hrend der FlĂŒchtlingskrise 2015 und 2016 gegolten, in der Schweden außergewöhnlich viele FlĂŒchtlinge aufgenommen hatte. Sie war damals kurz nach den TerroranschlĂ€gen in Paris im November 2015 verhĂ€ngt worden. Damals hatte die Terrormiliz Islamischer Staat zu AnschlĂ€gen in Europa aufgerufen.

@ dpa.de