Von der Leyen muss Zukunftsplan offenlegen
17.01.2024 - 13:15:07EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen muss ihre europĂ€ische Parteienfamilie EVP innerhalb der kommenden fĂŒnf Wochen ĂŒber ihre ZukunftsplĂ€ne informieren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur lĂ€uft am 21. Februar die Frist ab, bis zu der EVP-Kandidaten fĂŒr den Posten des PrĂ€sidenten der EU-Kommission nominiert werden können. Bei einem Parteikongress in Bukarest soll dann am 7. MĂ€rz die Kandidatenwahl stattfinden.
In der EuropĂ€ischen Volkspartei (EVP) wird fest damit gerechnet, dass die CDU-Politikerin von der Leyen eine zweite Amtszeit als PrĂ€sidentin der EU-Kommission anstrebt. Ăffentlich bestĂ€tigt hat sie das bislang aber nicht. Als ein Grund gilt, dass von der Leyen das politische TagesgeschĂ€ft der Behörde so lange wie möglich unbeeinflusst vom Europawahlkampf fortfĂŒhren will.
Europawahl im Juni
Die Wahl zum EuropĂ€ischen Parlament findet vom 6. bis 9. Juni statt. Sie wird auch Grundlage fĂŒr die danach anstehende Entscheidung ĂŒber die Zusammensetzung der kommenden EU-Kommission sein. Der nĂ€chste KommissionsprĂ€sident oder die nĂ€chste KommissionsprĂ€sidentin wird von den Staats- und Regierungschefs im EuropĂ€ischen Rat vorgeschlagen. Die Person muss dann aber noch vom Parlament gewĂ€hlt werden. Nach Umfragen gilt es derzeit als wahrscheinlich, dass die christdemokratische EVP bei den Wahlen erneut stĂ€rkste politische Kraft wird.
EVP-Planungen fĂŒr die nĂ€chsten Wochen sehen nach Informationen der dpa vor, dass am Rande des EU-Sondergipfels am 1. Februar Spitzenvertreter der EVP-Mitgliedsparteien ĂŒber die Kandidatenfrage beraten. Zu diesen gehören neben der deutschen CDU und CSU beispielsweise die österreichische ĂVP sowie die derzeitigen Regierungsparteien aus LĂ€ndern wie Griechenland, Polen, Schweden und Luxemburg.
Von der Leyen braucht RĂŒckendeckung
Danach ist angedacht, dass die CDU von der Leyen bei einer Parteiveranstaltung Mitte Februar in Deutschland offiziell als EVP-Kandidatin vorschlĂ€gt. Die offizielle Nominierung kann nur von Parteivorsitzenden oder GeneralsekretĂ€ren vorgenommen werden. Zudem braucht die vorgeschlagene Person die UnterstĂŒtzung von einer weiteren EVP-Mitgliedspartei aus der EU.
Ein Sprecher von der Leyens wollte sich nicht zu den Angaben aus EVP-Kreisen Ă€uĂern. Ăber die PlĂ€ne fĂŒr die AnkĂŒndigung der Kandidatur in Deutschland hatte zunĂ€chst die «Financial Times» berichtet.
Ein Platz am Tisch der MĂ€chtigen
Als Chefin der EU-Kommission ist von der Leyen seit dem 1. Dezember 2019 Chefin von rund 32.000 Mitarbeitern, die unter anderem VorschlĂ€ge fĂŒr neue EU-Gesetze und die Wahrung der EuropĂ€ischen VertrĂ€ge ĂŒberwachen. Zudem sitzt die 65-JĂ€hrige bei fast allen groĂen internationalen Gipfeltreffen wie G7 oder G20 als EU-ReprĂ€sentantin mit am Tisch.
Vor ihrem Wechsel nach BrĂŒssel war von der Leyen unter anderem Verteidigungsministerin unter der damaligen Kanzlerin Angela Merkel. Die Mutter von sieben Kindern ist zudem promovierte Medizinerin und war auch schon Bundesfamilienministerin, Bundesarbeitsministerin sowie Sozialministerin in Niedersachsen.


